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US-Regierung: Eine Milliarde Dollar für Verzicht auf Meereswindparks

Der Energiekonzern Total hat zwei Windparks vor der Ostküste der USA geplant. Nun wird das Geld in fossile Projekte investiert.
/ Friedhelm Greis
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Total Energies investiert sein Geld nun lieber in fossile Projekte als in Windkraft. (Bild: Artur Widak/NurPhoto/Reuters)
Total Energies investiert sein Geld nun lieber in fossile Projekte als in Windkraft. Bild: Artur Widak/NurPhoto/Reuters

Die US-Regierung zahlt dem französischen Energiekonzern Total Energies fast eine Milliarde US-Dollar für den Verzicht auf Windkraftanlagen. Total Energies habe sich verpflichtet, den Wert der aufgegebenen Offshore-Windkraft-Pachtverträge in die Öl-, Erdgas- und LNG-Förderung in den USA zu investieren, teilte das US-Innenministerium am 23. März 2026 mit(öffnet im neuen Fenster) . Die Investitionen würden "Dollar für Dollar" bis zur Höhe der geplanten Pachtverträge für die Meereswindparks erstattet.

Der Energiekonzern bestätigte in einer Mitteilung(öffnet im neuen Fenster) , dass die Vereinbarungen für die Windparks Carolina Long Bay über 133 Millionen US-Dollar und New York Bight über 795 Millionen US-Dollar aufgegeben würden. Total Energies erhalte die gezahlten Pachtgebühren zurück und investiere einen gleich hohen Betrag in die Entwicklung der US-amerikanischen Gas- und Stromproduktion und -exporte.

Zur Begründung berief sich der Konzern auf Studien, wonach Meereswindparks in den USA im Gegensatz zu Europa "kostspielig sind und sich negativ auf die Bezahlbarkeit der Energie für US-Verbraucher auswirken könnten" . Da andere Techniken zur Verfügung stünden, um den steigenden Strombedarf in den USA kostengünstiger zu decken, sehe das Unternehmen "keine Notwendigkeit, Kapital in diese Technik in den USA zu investieren" .

Dem US-Innenministerium zufolge versicherte Total Energies, mit Blick auf Bedenken hinsichtlich der nationalen Sicherheit keine neuen Offshore-Windparkprojekte in den USA zu entwickeln. Der Mitteilung zufolge gehören solche Windparks zu den "teuersten, unzuverlässigsten, umweltschädlichsten und subventionsabhängigsten Projekten, die amerikanischen Strom- und Steuerzahlern je aufgezwungen wurden" .

Trump ist ein Windkraft-Hasser

US-Präsident Donald Trump gilt als entschiedener Gegner von Windkraftanlagen. Direkt zu Beginn seiner zweiten Amtszeit unterzeichnete er eine Durchführungsverordnung(öffnet im neuen Fenster) , in der er alle Genehmigungen für neue Windparkprojekte stoppte. Als Begründung wurden darin unter anderem die Förderung der Energiewirtschaft und die Auswirkungen auf die Energiekosten angeführt. Ein Bundesgericht wies dieses generelle Verbot jedoch als unzulässig zurück .

Ebenfalls ließ die US-Regierung bereits genehmigte Windparks stoppen , was ebenfalls vor Gericht erfolgreich angefochten wurde .

Nach Darstellung des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW)(öffnet im neuen Fenster) lagen die Stromgestehungskosten von Offshore-Windenergieanlagen einschließlich Netzanbindung im Jahr 2024 zwischen 5,5 und 10,3 Cent/kWh. Für neu zu errichtende Gaskraftwerke lägen die Stromgestehungskosten inklusive CO 2 -Zertifikatspreise im Jahr 2024 zwischen 10,9 und 32,6 Cent/kWh.


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