US-Regierung: Antrag auf Green Card nur noch aus dem Ausland möglich
Die US-Regierung unter Donald Trump verschärft die Anforderungen für den Erwerb einer dauerhaften Aufenthaltserlaubnis deutlich. "Ab sofort muss ein Ausländer, der sich vorübergehend in den USA aufhält und eine Green Card beantragen möchte, in sein Heimatland zurückkehren, um den Antrag zu stellen, außer unter außergewöhnlichen Umständen", teilte die US-Einwanderungsbehörde am 22. Mai 2026 mit(öffnet im neuen Fenster).
In einem sechsseitigen Memorandum(öffnet im neuen Fenster) (PDF) weist die Behörde darauf hin, dass eine solche Änderung des Aufenthaltsstatus(öffnet im neuen Fenster) nur "nach Ermessen und aus administrativer Gnade" gewährt werde und eine "außergewöhnliche" Form der Rechtshilfe darstelle.
Bislang war es möglich, dass solche Anträge von Personen gestellt wurden, die sich über ein Touristen-, Studien- oder Arbeitsvisum bereits in den USA aufhielten. Zur Begründung sagte ein Behördensprecher: "Wenn Ausländer den Antrag von ihrem Heimatland aus stellen, verringert sich die Notwendigkeit, diejenigen aufzuspüren und abzuschieben, die nach Ablehnung ihres Aufenthaltsantrags untertauchen und illegal in den USA verbleiben."
Der zeitlich begrenzte Aufenthalt auf Basis eines Visums solle "nicht als erster Schritt im Green-Card-Verfahren dienen". Die Einwanderungsbehörde müsse sich auf andere Fälle wie bei Opfern von Gewaltverbrechen und Menschenhandel sowie auf Einbürgerungsanträge konzentrieren.
Arbeitsvisa werden unattraktiver
Einem Bericht des Wall Street Journals(öffnet im neuen Fenster) (Paywall) zufolge macht dieser Schritt es für US-Unternehmen unattraktiver, Mitarbeiter auf Basis der sogenannten H-1B-Visa einzustellen. Die Pflicht für Green-Card-Antragsteller, nach jahrelanger Tätigkeit mit einem H-1B- oder ähnlichen Visum ins Ausland zurückzukehren, stelle eine erhebliche Beeinträchtigung dar.
Jahrelange Verzögerungen und weitere rechtliche Hürden könnten die Folge sein. Termine bei den Konsulaten seien in der Regel bereits Monate bis Jahre im Voraus ausgebucht. Zudem gebe es keine rechtlichen Möglichkeiten, um gegen die Verweigerung eines Visums durch ein Konsulat vorzugehen. Ohnehin verlangen die USA schon 100.000 US-Dollar für ein H1-B-Visum.
Illegale Einwanderer am stärksten betroffen
Am stärksten von der Regelung betroffen wären jedoch illegale Einwanderer. Diese können bislang einen legalen Status erlangen, indem sie entweder einen US-Bürger heiraten oder ihre in den USA geborenen Kinder für sie bürgen, sobald diese 21 Jahre alt sind. Wenn ein Einwanderer ohne legalen Status das Land verlasse, könnte ihm ein Rückkehrverbot von drei Jahren bis hin zu lebenslänglich drohen, schreibt die Zeitung.
Ein ehemaliger Einwanderungsbeamter sieht darin eine Ausweichlösung, falls der von US-Präsident Donald Trump angefochtene Anspruch auf eine US-Staatsbürgerschaft für in den USA geborene Kinder vor dem Obersten Gerichtshof scheitern wird.
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