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US-Präsidenten küssen Fremde: Midjourney verbannt Satiriker für Affärenbilder

Ein Satiriker hat Bilder von US-Präsidenten in kompromittierenden Situationen erstellt. Midjourney hat daraus Konsequenzen gezogen.
/ Oliver Nickel
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Wichtige Personen wie Ex-US-Präsident Obama können durch KI in Fake-Situationen gebracht werden. (Bild: Pixabay.com)
Wichtige Personen wie Ex-US-Präsident Obama können durch KI in Fake-Situationen gebracht werden. Bild: Pixabay.com / Pixabay-Inhaltslizenz

Der Satiriker Justin T. Brown hat mit einem Projekt für Aufsehen gesorgt. Er zeigte amtierende und ehemalige US-Präsidenten dabei, wie sie ihre Beziehungen betrügen. Die Bilder sind allerdings nicht echt, sondern wurden mithilfe des Bildgenerators Midjourney erstellt. Die Motive wurden zudem als KI-generiert markiert. Und trotzdem: Brown wurde dafür von der Plattform verbannt.

Die Bildserie "AI will revolutionize the blackmail industry" sollte eine Warnung davor sein, welche Dinge mit KI angestellt werden können. Beispielsweise wäre es möglich, Grafiken zu erstellen und damit Menschen zu erpressen. Warum sich Brown ausgerechnet für US-Präsidenten entschied, erklärt er in einem Interview mit dem Magazin Petapixel(öffnet im neuen Fenster) : "Ich habe die Galerie mit dem Ziel erstellt, einige der einflussreichsten Menschen Amerikas in die Diskussion über die Gefahren der KI einzubeziehen, um ein möglichst großes Publikum zu erreichen."

Bekannt durch Reddit

Die Bilder der US-Präsidenten erreichten genau das. Vor kurzem erlangte die Kampagne auf Reddit Aufmerksamkeit. Nur zwei Tage später wurde Brown von Midjourney verbannt. Es ist wahrscheinlich, dass die Midjourney-Community ihn meldete, denn zuvor waren die Bilder mehrere Monate lang online zu finden. "In der Vergangenheit wurden nur einige meiner Prompts blockiert - wegen unanständiger Worte oder kontroverser Zahlen. Ich habe aber bisher nie einen Bann erhalten" , sagte Brown.

Der Satiriker selbst sieht er ein, dass Midjourney offenbar Konsequenzen für den Missbrauch der Plattform folgen lässt. Allerdings wäre es ihm lieber, nicht gebannt zu sein, da er nun keinen Zugriff auf Midjourney mehr hat.

Generell scheint das Projekt also eine Wirkung gehabt zu haben. Vor allem wurden die Bilder von anderen Menschen editiert und so aus dem Kontext gerissen, dass sie für viele Menschen tatsächlich als echt gelten könnten. Brown selbst markierte die Bilder als KI-erstellt. "Ich weiß, dass einige dieser Bilder aus dem Zusammenhang gerissen wurden. Daher würde es mich nicht wundern, wenn es einige Leute gäbe, die glauben, sie seien real." , sagt Brown.


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