US-Polizei: Tracking-Daten aus Apps für Verbrechensbekämpfung genutzt

Die US-Polizei soll Tracking-Daten aus Apps genutzt haben, um an Tatorten geortete Telefone zu erkennen.

Artikel veröffentlicht am , Lennart Mühlenmeier
Die Daten aus der Navigationsapp Waze sollen laut Berichten genutzt werden.
Die Daten aus der Navigationsapp Waze sollen laut Berichten genutzt werden. (Bild: Sean D/Unsplash-Lizenz)

Mehrere Polizeibehörden aus den USA sollen einen Dienst des Unternehmens Fog Data Science genutzt haben, der es ihnen erlaubt, Daten aus Apps zum Orten von Smartphones zu nutzen. Dies geht aus übereinstimmenden Berichten der Agentur Associated Press (AP), der Nichtregierungsorganisation Electronic Frontier Foundation (EFF) und dem Magazin Vice hervor. Demnach hat die EFF entsprechende Dokumente, die die Praxis belegen, über den Freedom of Information Act erhalten.

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Wie AP berichtet, belegen die "tausenden Dokumente", dass Polizeibehörden ein Produkt von Fog Data Science gekauft hat. Dieses Unternehmen aggregiert unter anderem Tracking-Daten aus Smartphone-Apps und stellt sie aufbereitet zur Verfügung. Zwar betont Fog, dass keine personenbezogenen Daten übermittelt würden, jedoch ließen die Daten laut AP Rückschlüsse auf Personen zu. Die Daten würden genutzt, um zu ermitteln, wer wann an einer bestimmten Stelle wie einem Tatort war.

AP zitiert eine Mail von Matthew Broderick, geschäftsführender Gesellschafter bei Fog, zu den Motiven des Unternehmens: "Lokale Strafverfolgungsbehörden stehen an vorderster Front, wenn es um Fälle von Menschenhandel und vermissten Personen geht, doch sind diese Dienststellen bei der Einführung von Technologien oft im Rückstand. Wir schließen eine Lücke für unterfinanzierte und personell unterbesetzte Dienststellen."

Daten aus Navigationsapp genutzt

Ein ehemaliger Supervisor für die Analyse von Verbrechensdaten bei einer Polizeibehörde aus North Carolina wiederum sagte AP: "Die Möglichkeit, jeden in einem Gebiet aufzuspüren, egal ob er sich in der Öffentlichkeit oder zu Hause aufhält, schien mir ein klarer Verstoß gegen den vierten Verfassungszusatz zu sein." Weiter: "Ich fühle mich einfach wütend, betrogen und belogen." Er trat Ende des Jahres 2020 von seinem Posten zurück, nachdem er monatelang intern und gegenüber der Politik Bedenken über die Verwendung von Fog geäußert hatte, so AP.

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Die Verwendung des Fog-Produktes hat laut AP für die Polizei den Vorteil, dass sie keine Durchsuchungsbeschlüsse bei Gerichten anfordern müssen. Broderick betont dies laut AP in einer E-Mail: "Für die Nutzung der öffentlichen Daten sind keine Durchsuchungsbefehle erforderlich". Fog verstoße laut Broderick nicht gegen die Geschäftsbedingungen der Apps, von denen sie die Tracking-Daten erhalten. Dazu gehörden laut AP die Apps von Starbucks und Waze, einem Navigationssystem.

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