US-Musiker: Nikki Sixx kritisiert Labels für magere Streaming-Profite

Der Gründer der Band Mötley Crüe, Nikki Sixx, bringt einen neuen Aspekt in die Debatte um legales Streaming von Musik. Seiner Meinung nach kommt bei den Künstlern wenig von den Lizenzgeldern an, weil diese vor allem von Plattenfirmen und Verlagen kassiert würden.

Artikel veröffentlicht am ,
Nikki Sixx mit Mötley Crüe auf dem Wacken Open Air 2010
Nikki Sixx mit Mötley Crüe auf dem Wacken Open Air 2010 (Bild: Nico Ernst/Golem.de)

Auf Facebook hat sich der US-Musiker Nikki Sixx in die Diskussion um Streaming eingeschaltet. Er gibt dort an, dass es an der Zeit sei, ein "schmutziges kleines Geheimnis" um die Vergütung für die Künstler zu verraten. Die bekämen von den Einnahmen, welche die legalen Anbieter in Form von Lizenzgebühren an die Musikindustrie zahlten, nämlich oft nicht nur wenig ab - sondern rein gar nichts.

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Das liegt Sixx zufolge an einer Vertragsbedingung, die er "breakage" nennt. Damit sichern sich die Plattenfirmen Anteile oder Vorauszahlungen von den Streaminganbietern, die sie aber nie an die Musiker auszahlen würden. Warum das so sein soll, führt Sixx nicht aus.

Denkbar ist aber, dass die garantierten Vorauszahlungen so hoch angesetzt sind, dass erst ab dem Überschreiten eines bestimmten Werts die Musiker beteiligt werden. Dieser Wert könnte so hoch liegen, dass er selten erreicht wird. Zudem, so Sixx weiter, sollte man sich "nicht nur auf Spotify einschießen", denn mit Youtube gebe es einen weiteren Streaminganbieter, der noch weniger für die Nutzung von Musik zahlen würde.

Die vor allem in den USA hitzig geführte Debatte um Streaming startete, als die Sängerin Taylor Swift kurz nach Erscheinen ihres neuen Albums ihre Musik aus Spotify entfernen ließ. In der Folge bekriegten sich erst Spotify und dann Swifts Label mit Äußerungen in der Presse, bei denen sich widersprechende Zahlen zur tatsächlichen Vergütung für Streaming genannt wurden. Wie jedoch im Einzelfall die Verträge aussehen, und wie viel von den Zahlungen bei den Künstlern ankommt, wurde bisher kaum diskutiert.

Promotion für neue Alben durch Streaming-Debatte

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Auch andere Musiker wie Bono von U2 und Dave Grohl von den Foo Fighters meldeten sich seit dem Swift-Eklat zu Wort. Nikki Sixx zufolge mag das durchaus auch daran gelegen haben, dass alle diese Musiker gerade neue Alben veröffentlicht hätten und die Streaming-Debatte für Promotion nutzen wollten. Auch er, so Sixx, habe kürzlich ein aktuelles Album seines Projekts Sixx AM auf den Markt gebracht, erwähnte der Künstler in seinem Posting. Wie auch die bisherigen Veröffentlichungen der Band ist es auf Spotify zu finden - was Sixx aber auf Facebook nicht eigens angibt, ebenso wie den Namen des Albums.

Sixx gilt seit Beginn der 1980er-Jahre nicht nur als Kopf von Mötley Crüe, für die er die meisten Songs schrieb. In den langen Pausen der Band, unter anderem bedingt durch die Drogensucht vieler Mitglieder - auch der von Sixx selbst - und Besetzungswechsel blieb der heute 55-Jährige immer mit zahlreichen Nebenprojekten aktiv und sparte dabei stets nicht mit Kritik an der Musikindustrie.

Mit Mötley Crüe nahm er für das letzte Studioalbum dieser Band auch einen Song namens "Welcome to the machine" auf, der sich wie ein gleichnamiges Stück von Pink Floyd um die Plattenbranche dreht. In der Crüe-Nummer heißt es mit dem typischen Zynismus dieser Band: "Verkauf dich an die Ratten, mach sie reich, mach sie fett."

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firstwastheblub 23. Nov 2014

Kennst du Macklemore & Ryan Lewis ? Sehr sehr sehr erfolgreich und sie vermarkten sich...

furanku1 23. Nov 2014

So oft, wie sich hier Ureberrechtsrevoluzzer als "Retter der Künstler" aufspielen und...

Anonymer Nutzer 22. Nov 2014

Anstatt sich mit denen zu zoffen, die ihm das Geld angeblich wegnehmen ? Also die Labels...

nie (Golem.de) 21. Nov 2014

In aller Kürze: Labels sind für die Vorfinanzierung von Aufnahmen, die Werbung und den...

MasterBlupperer 21. Nov 2014

auf das Buch spielte ich an ;-) - das Buch und die Verfilmung war quasi Pflichtprogramm...



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