US-Militär: Logistiksystem der F-35 kostet 16 Milliarden US-Dollar mehr
Eigentlich sollte das Logistiksystem Alis (Autonomous Logistics Information System) die Wartungskosten des US-Kampfflugzeugs F-35 Lightning II und seiner Varianten verringern. Allerdings hat die Regierung nun zugegeben, dass in das Programm selbst teils viele Arbeitsstunden investiert werden. Der Grund: Es funktioniert nicht wie vorgesehen und es müssen permanent manuelle Workarounds dafür gefunden werden, berichtet die Presseagentur Reuters(öffnet im neuen Fenster) .
"Eine Airforce-Einheit hat geschätzt, dass sie das Äquivalent von 45.000 Arbeitsstunden pro Jahr mit zusätzlichen Aufgaben und Workarounds verbracht hat, weil Alis nicht wie vorhergesehen funktioniert hat" , sagte ein Vertreter des Government Accountability Office (GAO) der Presseagentur. Insgesamt solle das Programm innerhalb seines Produktzyklus etwa 16,7 Milliarden US-Dollar zusätzlich kosten. Dabei sei die Software dafür verantwortlich gemacht worden, dass Wartungsarbeiten teils länger gedauert hätten. Eigentlich soll Alis diese verkürzen.
Neue Software soll die Probleme vermindern
Statt die Software zu verbessern, wird sie wohl von der US Air Force durch das Operational Data Integrated Network Odin vom F-35-Vertragspartner Lockheed Martin ersetzt. Dieses System soll bis zum Dezember 2022 für alle F-35-Flugzeuge aufgestellt werden, außer für jene, die auf Flugzeugträgern im Einsatz oder im Ausland stationiert sind.
"Wir können nicht auf ein funktionierendes Odin warten, um an anderen Unterhaltsproblemen des Jets zu arbeiten" , sagte der kalifornische Abgeordnete John Garamendi. Die F-35 sei in ihrer Instandhaltung wesentlich teurer als geplant. Im Jahr 2019 kostete die Wartung der gesamten Flotte, bestehend aus 400 F-35-Varianten, laut dem Militärmagazin Defenseone(öffnet im neuen Fenster) etwa 2 Milliarden US-Dollar im Jahr – 5 Millionen US-Dollar pro Flugzeug.
Der Nachfolger der F-35 ist dabei wohl bereits in früher Planung(öffnet im neuen Fenster) . Bisher ist nicht viel über die sechste Generation an Mehrzweckkampfflugzeugen der US Air Force bekannt. Sie sollen allerdings etwa Mitte der 2030er Jahre in den Dienst gestellt werden.
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