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US-Militär: 227-Kilo-Roboter von Azak bewegt 24,5-Tonnen-Laster

Ein leichter Bodenroboter zieht einen Militärlaster. Für die Armee zählt aber vor allem, ob er Fracht und Verwundete sicher bewegen kann.
/ Przemyslaw Szymanski
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Vier S26-Radmodule bewegen insgesamt 24,5 Tonnen. (Bild: Azak, Screenshot/Golem)
Vier S26-Radmodule bewegen insgesamt 24,5 Tonnen. Bild: Azak, Screenshot/Golem

Ein 227 Kilogramm schwerer Bodenroboter hat bei einer Vorführung für die US-Armee rund 24,5 Tonnen in Bewegung gesetzt. In einem Linkedin-Beitrag des Herstellers Azak(öffnet im neuen Fenster) zieht das kompakte Robotersystem offenbar einen Oshkosh PLS A1 M1075A1 – einen Lastwagen aus der PLS-Baureihe für palettierte Nachschublasten – über eine Bodenunebenheit. Damit setzte der Roboter rechnerisch etwa das 108-Fache seines eigenen Gewichts in Bewegung.

Der Ansatz unterscheidet sich von vielen herkömmlichen Militärrobotern, bei denen Fahrgestell, Achsen, Motor und Getriebe als feste Plattform konstruiert sind. Solche Systeme lassen sich später nur mit größerem Umbau an neue Aufgaben anpassen. Azak verlagert Antrieb, Akku und Steuerung dagegen in einzelne S26-Radmodule(öffnet im neuen Fenster).

Laut den technischen Daten von Azak misst ein Modul 66 Zentimeter im Durchmesser, wiegt knapp 43 Kilogramm und liefert 199 Newtonmeter Drehmoment. Für vier Räder nennt das Unternehmen zusammen rund 797 Newtonmeter. Die Module lassen sich binnen Sekunden an unterschiedliche Rahmen setzen und per Funk oder über Kabel steuern, können aber auch autonom unterwegs sein.

Der Versuch zeigt damit vor allem, welche Zugkraft das System unter kontrollierten Bedingungen entwickeln kann. Der PLS rollt auf intakten Reifen über einen tragfähigen Untergrund abseits befestigter Straßen und muss eine kurze Bodenunebenheit überwinden. Wie sich der Roboter auf tiefem Sand, schlammigem Boden, an stärkeren Steigungen oder mit einem beschädigten Fahrzeug verhält, lässt sich daraus nicht ableiten.

Entlastung für riskante Nachschubwege

Für die militärische Logistik ist der Roboter dennoch interessant – vor allem auf der letzten taktischen Meile. Gemeint ist der Abschnitt vom vorgeschobenen Versorgungspunkt zur kämpfenden Einheit, auf dem Munition, Wasser oder Ersatzteile oft unter Zeitdruck bewegt werden.

Üblicherweise übernehmen bemannte Lastwagen oder kleinere Geländefahrzeuge solche Fahrten. Sind Wege blockiert oder zu gefährlich, kommen kleinere Lasten notfalls per Hubschrauber, Luftabwurf oder durch Soldaten ans Ziel. Bleibt ein schwerer Nachschublastwagen wie ein PLS-Fahrzeug liegen, braucht es meist ein Bergefahrzeug mit Winde oder einen zweiten schweren Lastwagen. Das bringt zusätzliches Personal und weitere Fahrzeuge in den Gefahrenbereich.

Praktisch dürfte ein solches System eher Nachschub befördern und Verwundete aus Gefahrenzonen holen als schwere Lastwagen ziehen. Die Evakuierung Verwundeter nennt Azak selbst als Anwendung der S26-Technik. Dazu passt, dass die US-Army autonome, geländegängige Bodenroboter für die letzte taktische Meile sucht(öffnet im neuen Fenster). Solche Systeme sollen Material in gefährliche Abschnitte bringen und zugleich den Abtransport verletzter Soldaten unterstützen, ohne zusätzliche Kräfte dem direkten Risiko auszusetzen.

In einer vierrädrigen Konfiguration soll der S26 dafür 272 bis 680 Kilogramm aufnehmen, bis zu 97 Kilometer zurücklegen und eine Höchstgeschwindigkeit von 19 km/h erreichen können. Für noch schwerere Lasten entwickelt Azak bereits den S48(öffnet im neuen Fenster). Das größere System soll bis zu rund 4,5 Tonnen heben können und damit eher in Richtung mobiler Umschlagtechnik gehen. Azak stellt es als platzsparende Alternative zu einem geländegängigen Stapler dieser Tragfähigkeitsklasse dar.


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