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US-Markt: ChatGPT startet Werbung

OpenAI beginnt mit der Schaltung von Werbung in ChatGPT . Das Unternehmen will damit seine Einnahmequellen diversifizieren.
/ Michael Linden
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Einblendung von Werbung in ChatGPT (Bild: OpenAI)
Einblendung von Werbung in ChatGPT Bild: OpenAI

Sam Altman hat Werbung in ChatGPT lange abgelehnt, nun wird sie dennoch Realität. OpenAI hat angekündigt(öffnet im neuen Fenster) , dass der Chatbot künftig Werbeanzeigen ausspielt, zunächst nur für Nutzer in den USA. Die Einblendungen erscheinen oberhalb oder unterhalb der KI-Antworten, nicht im Text selbst.

Das neue Angebot ChatGPT Go und das kostenlose ChatGPT sollen Anzeigen enthalten, die teureren Abos hingegen nicht.

Anzeigen in bunten Boxen

Die Werbung wird laut OpenAI in farblich abgesetzten Kästen präsentiert. Das Targeting erfolgt basierend auf den aktuellen Gesprächsthemen.

Allerdings definiert der Anbieter Einschränkungen: Nutzer unter 18 Jahren sehen keine Werbung. Ebenso werden Anzeigen bei Themen zu körperlicher und psychischer Gesundheit oder Politik ausgeschlossen. Nutzer sollen zudem Informationen erhalten, warum ihnen bestimmte Werbung ausgespielt wird.

OpenAI veröffentlichte seine Werbeprinzipien(öffnet im neuen Fenster) , in denen das Unternehmen verspricht, dass Anzeigen die KI-Antworten nicht beeinflussen und Gespräche privat bleiben sollen. Nutzerdaten sollen nicht an Werbetreibende verkauft werden. Die Personalisierung kann zudem deaktiviert werden und Werbedaten lassen sich löschen.

Von Skepsis zur Monetarisierung

OpenAI-SEO Sam Altman bezeichnete Werbung in der Vergangenheit als ästhetisch unschön und stellte hohe Anforderungen an eine mögliche Umsetzung. Die Anzeigen müssten nützlich sein und klar von den KI-Antworten getrennt.

Trotz aktueller Jahreseinnahmen von über 13 Milliarden US-Dollar durch Enterprise- und Abogeschäft steht OpenAI unter Druck: Das Unternehmen hat sich verpflichtet, über eine Billion US-Dollar in KI-Infrastruktur zu investieren. Parallel zur Werbung führt OpenAI das günstigeres Abomodell ChatGPT Go für 8 US-Dollar monatlich ein.

OpenAI betonte, das Werbeprogramm befinde sich in einer Testphase. Das Unternehmen will das Feedback der Nutzer auswerten und Formate anpassen.

Der Autor meint dazu:

Die Entscheidung zeigt: Auch bei zweistelligen Milliardenumsätzen reichen Abomodelle nicht aus, wenn die Kosten für KI-Entwicklung explodieren. Die Branche diskutiert intensiv über nachhaltige Geschäftsmodelle für KI-Dienste – OpenAI liefert eine Antwort, die nicht allen gefallen dürfte.


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