US-Marine: Mit Roboterbooten gegen Angreifer auf dem Wasser

Die US-Marine will ihre Schiffe künftig mit unbemannten Booten schützen, die gegen mögliche Angreifer eingesetzt werden sollen. Gesteuert werden die Roboterboote von Software aus der Raumfahrt.

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Autonomes Boot: USVs agieren  im Schwarm
Autonomes Boot: USVs agieren im Schwarm (Bild: ONR/US-Navy/Screenshot: Golem.de)

Die US-Marine will künftig Roboterboote einsetzen. Sie sollen um große Schiffe patrouillieren und diese vor Angriffen mit kleinen Booten schützen. Das Office of Naval Research (ONR) hat im Sommer verschiedene Szenarien mit den unbemannten Wasserfahrzeugen (Unmanned Surface Vehicle, USV) getestet.

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Das ONR, die Forschungsagentur der US-Marine, hat ein transportables System entwickelt, mit dem ein kleines Boot zu einem USV umfunktioniert werden kann. Dazu gehören verschiedene Sensoren sowie eine Software, die Control Architecture for Robotic Agent Command and Sensing, kurz: Caracas. Sie steuert das USV, so dass dieses autonom operiert. Sie ermöglicht es aber auch, dass sich mehrere USVs zu einem Schwarm zusammenfinden und koordiniert vorgehen.

Software für den Mars

Die Software hat das ONR nicht selbst entwickelt: Sie stammt von der US-Raumfahrtbehörde National Aeronautics And Space Administration (Nasa) und wurde für das Mars-Rover-Programm entwickelt.

Das System ist in einer Kiste untergebracht - so kann ein beliebiges Patrouillenboot zum USV umgerüstet werden. Für die Tests, die das ONR bereits im August durchgeführt hat, wurden 13 Boote mit dem Caracas-System ausgestattet. Auf dem James River im US-Bundesstaat Virginia wurde die Passage durch eine Meerenge simuliert, wie etwa die Straße von Hormus am Eingang in den Persischen Golf.

Autonomer Schwarm

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Dabei wurden zwei Einsatzszenarien geprobt. Zuerst patrouillierten die USVs um ein Schiff der US-Marine. Dann näherte sich ein gegnerisches Boot dem Schiff. Daraufhin beschleunigten die USVs und nahmen Kurs darauf. Schließlich kreisten sie es ein - alles autonom. In einem Ernstfall könnten die USVs einen Angreifer sogar versenken: Die Patrouillenboote sind mit einer Bordwaffe ausgestattet, die ferngesteuert abgefeuert werden kann. Das mache allerdings nicht das Caracas-System, sondern dafür sei ein Mensch verantwortlich, betont die US-Marine.

Die USVs sollen Anschläge wie den auf die USS Cole im Oktober 2000 verhindern. Damals steuerten zwei Selbstmordattentäter ein Boot, das mit 200 bis 300 Kilogramm Sprengstoff beladen war, gegen das Schiff, das im Hafen von Aden im Jemen lag. Die Explosion riss ein etwa neun mal zwölf Meter großes Loch in den Rumpf. Bei dem Anschlag starben 17 Angehörige der US-Marine, 39 wurden verletzt.

Schutz für Seeleute

In einer solchen Situation sollen künftig unbemannte Boote ausschwärmen und einen solchen Gegner abwehren. "Das wird unsere Seeleute aus vielen gefährlichen Situationen raushalten - zum Beispiel wenn sie sich einem verdächtigen oder gegnerischen Wasserfahrzeug nähern sollen. Wenn ein Gegner auf ein USV feuert, sind keine Menschen in Gefahr", erklärt Robert Brizzolara, Programm-Manager beim ONR.

Außer mehr Sicherheit erhofft sich die US-Marine, durch den Einsatz unbemannter Wasserfahrzeuge Kosten zu sparen: Selbst viele USVs verursachten nur "einen Bruchteil der Kosten eines großen, bemannten Schiffs".

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