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Maven als Kernelement des Militärapparats

Das US-Verteidigungsministerium habe Maven im vergangenen Jahr zu einem "Eckpfeiler" des Militärapparats gemacht. Frühere hochrangige US-Militärs arbeiteten inzwischen für Palantir im Centcom-Hauptquartier in Tampa in Florida. Das soll die Softwarenutzung in gesicherten militärischen Umgebungen ermöglichen.

Doch eine Analysesoftware ist nur so gut wie das zugrundeliegende Datenmaterial. Den Untersuchungsbeamten zufolge gingen einige Centcom-Beamte davon aus, dass Maven veraltete Informationen oder Inkonsistenzen in der Datensammlung melden würde. Es sei unklar, worauf diese Erwartungen beruhten.

Palantir weist Verantwortung zurück

Ein Palantir-Sprecher sagte laut Bloomberg, sein Unternehmen sei "nicht für die zugrunde liegenden Daten verantwortlich und identifiziert keine Mängel in der Aufklärung". Allerdings sollen nach dem Angriff in Minab neue Funktionen in Maven integriert worden sein, die "die zugrunde liegenden Geheimdienstinformationen erneut überprüfen, um Faktoren zu identifizieren, die ein Ziel ausschließen würden, und um Unstimmigkeiten und Ungenauigkeiten zu kennzeichnen, die bei einer manuellen Überprüfung möglicherweise übersehen wurden".

Das habe eine mit dem Vorgang vertraute Person gesagt. Dadurch seien bereits einige Anomalien aufgedeckt worden.

Dem Bericht zufolge durchlief das Angriffsziel Minab einen mehrstufigen Entscheidungsprozess, der militärisch als Tötungskette (engl. Kill Chain(öffnet im neuen Fenster)) bezeichnet wird. Traditionell seien an diesem Prozess Geheimdienstanalysten, Bildspezialisten, Zielplaner, Juristen, operative Kommandeure und Abschuss-Teams beteiligt. Inzwischen stehe Maven im Zentrum dieser Operationen – zwischen den anfänglichen Geheimdienstinformationen und den späteren Prüfphasen.

Entscheidungen in Minuten gefällt

In früheren Konflikten hätten solche Prozesse mehrere Stunden gedauert. Vor dem US-Angriff auf den Iran habe Maven einen Großteil dieser Bewertungen auf mehrere Minuten komprimiert. Das soll aber auch daran liegen, dass das US-Verteidigungsministerium unter Pete Hegseth beim Personal innerhalb des Prozesses gekürzt habe.

So soll Hegseth die Abteilung zur Minderung ziviler Opfer (Civilian Harm Mitigation) praktisch aufgelöst haben. Die Personalstärke in vielen Teams sei um 90 Prozent gekürzt worden. Beim Centcom sei nur noch eine Person dafür zuständig, während es früher zehn gewesen seien.

Laut Bloomberg wurde das Ziel in Minab vor dem Angriff nicht überprüft. "Dies war eine Folge der Personalkürzungen, aber auch die Entscheidung, das Team nicht in die Planung und Operationen einzubeziehen", heißt es weiter.


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