US-Kontrolle: "Ericsson und Nokia sollten lieber unabhängig bleiben"

Ein größerer Aktionär von Ericsson ist offen für eine Übernahme aus den USA. Alle anderen reagieren eher verhalten, es gibt Befürchtungen, dass Ericsson und Nokia unter US-Kontrolle in China ausgeschlossen würden.

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Nokia-Chef Rajeev Suri stellt vor.
Nokia-Chef Rajeev Suri stellt vor. (Bild: Achim Sawall/Golem.de)

Eine offizielle Anfrage aus den USA für eine Übernahme an Ericsson liegt bisher nicht vor. Das sagte Anders Ygeman, der schwedische Minister für Energie und Digitalisierung, der Nachrichtenagentur Reuters und der schwedischen Agentur Direkt. US-Justizminister William Barr hatte vorgeschlagen, dass die USA und ihre Verbündeten die Kontrollmehrheit an Nokia oder Ericsson übernehmen sollten, um einen starken internationalen Konkurrenten gegen Huawei aufzubauen, dem die USA Verbindungen mit dem chinesischen Staat vorwerfen. Ygeman halte es auch nicht für wahrscheinlich, dass es offizielle Verhandlungen geben werde.

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Wenn doch, müsse dies von Ericsson und seinen Aktionären entschieden werden. Man könne es sich jedoch gut vorstellen, dass Ericsson aufgrund seiner führenden Stellung in der 5G-Entwicklung bei gewissen US-Unternehmen auf Interesse stoße.

In den USA gibt es keinen RAN-Ausrüster für 5G mehr. Cisco und Adtran versuchen, im 5G-Bereich ein Angebot aufzubauen, haben aber bisher keine End-to-End-Technologie. Cisco wurde von dem japanischen E-Commerce-Konzern Rakuten beauftragt, beim Aufbau seines neuen Mobilfunknetzes mitzuwirken. Cisco baut Rakutens Netzwerkfunktions-Virtualisierungsinfrastruktur (NFVi) mit 4.000 Edge-Knoten auf. Adtran hatte im Dezember 2011 das Geschäft mit Ausrüstung für Festnetz-Breitband von Nokia Siemens Networks gekauft.

Reuters berichtete, dass der aktivistische Aktionär Cevian Capital, der einen Anteil von 8,4 Prozent an Ericsson hält, die Idee offen aufgenommen hat, dies sei "eindeutig positiv für Schweden, das Unternehmen und die Aktionäre". Die Investmentfirma Investor AB, der größte Anteilsinhaber von Ericsson, lehnte eine Stellungnahme zu dem US-Vorstoß ab, ebenso wie der zweitgrößte Aktionär Industrivarden.

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Laut Sven Carlsson, Technikspezialist beim Schwedischen Rundfunk, wäre ein US-amerikanisches Engagement bei Ericsson oder Nokia für die Ausrüster kurzfristig attraktiv. Mittel- und längerfristig könnten die beiden Konzerne im schlimmsten Fall einen Ausschluss vom chinesischen Markt riskieren. Nokia erhielt 5G-Verträge im Wert von 2,2 Milliarden US-Dollar von den drei größten chinesischen Betreibern China Mobile, China Telecom und China Unicom. Ericsson hat ebenfalls Verträge mit einem hohen Volumen abgeschlossen.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, wurde für diesen Donnerstag ein Gespräch von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Ericsson-Chef Börje Ekholm und Nokia-Chef Rajeev Suri in Berlin angesetzt. Thema dürfte der geplante Aufbau des 5G-Mobilfunknetzes in Deutschland sein.

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