US-Kommission: Rootkits gegen Diebstahl geistigen Eigentums
Mit einer Reihe drakonischer Maßnahmen(öffnet im neuen Fenster) will eine US-Kommission gegen den Diebstahl geistigen Eigentums vorgehen. Unter anderem will sie, dass mit Rootkits gegen "Hacker" vorgegangen wird und im Zweifel damit auch deren "Netzwerk und Rechner zerstört" werden. Die "Commission on the Theft of American Intellectual Property" hat vor allem China als Hauptschuldigen ausgemacht.
Die Rootkits sollen Inhalte auf Rechnern potenzieller Datendiebe überwachen. Nach dem Vorbild von Ransomware sollten Inhalte dann im Zweifel gesperrt werden. Das Passwort zur Entschlüsselung der Daten müsste der vermeintliche Datendieb dann bei den Strafverfolgungsbehörden anfordern. Das sei nach bisherigem Recht nicht illegal, schreiben die Verfasser des Empfehlungspapiers.
Zugriff auf Fremdrechner legalisieren
Für andere Maßnahmen will die Kommission hingegen die bestehenden Gesetze ändern: Sie möchte, dass es legal wird, in die Netzwerke vermeintlicher Täter eindringen, um "aktive gestohlene Informationen zu sichern oder sie sogar zu zerstören. Zudem soll es möglich werden, den Hacker mit seiner eigenen Webcam zu fotografieren, Malware einzuschleusen oder seinen Computer und sein Netzwerk zu zerstören."
Die Kommission besteht aus mehreren ehemaligen Regierungsmitgliedern und hochrangigen Militärangehörigen, darunter Dennis Blair, der ehemalige Vorsitzende des Nationalen Nachrichtendienstes, Jon Huntsman, ehemaliger Botschafter in China und Gouverneur von Utah, sowie der ehemalige CEO von Intel, Craig Barrett.
Beschlagnahme und Aufklärung
Die Maßnahmen gegen den Datenklau aus dem Ausland soll künftig der ranghohe National Security Advisor koordinieren, der dem US-Präsident direkt unterstellt ist und sich mit Fragen der nationalen Sicherheit beschäftigt. Den akuten Handlungsbedarf unterstreicht die Kommission mit weiteren Empfehlungen: Die International Trade Commission (ITC) soll importierte Waren bereits bei Verdacht auf Schutzbriefverletzungen beschlagnahmen können. Das Gesetz gegen Wirtschaftsspionage (Economic Espionage Act) von 1996 soll so ausgeweitet werden, dass es auch von privaten Firmen genutzt werden kann. Überführte Datendiebe sollen in dem USA keinen Zugriff mehr auf dortige Finanzinstitute bekommen. Und die USA soll in "Ländern, die für geistigen Diebstahl bekannt sind," Aufklärungszentren errichten.
Ob und wann die Legislative in den USA über die Vorschläge beraten wird, steht noch nicht fest.
- Anzeige Hier geht es zu Hacking & Security: Das umfassende Handbuch bei Amazon Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.