US-Kampagne: Huawei-Chef warnt vor Entlassungen

Der Gründer von Huawei sieht die Zukunft des Ausrüsters nicht mehr so positiv wie bisher und spricht über Stellenabbau. Doch im Unternehmen sieht man seine Worte mehr als Warnung vor einem Worst-Case-Szenario zu 5G.

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Huawei-Firmengründer Ren Zhengfei
Huawei-Firmengründer Ren Zhengfei (Bild: Huawei)

Huawei-Gründer und Konzernchef Ren Zhengfei (74) hat in einer E-Mail an die Beschäftigten vor einem Stellenabbau wegen der US-Kampagne gegen den Ausrüster gewarnt. "In den kommenden Jahren wird die Gesamtsituation wahrscheinlich nicht so positiv sein wie gedacht, wir müssen uns auf schwierige Zeiten vorbereiten", sagte Ren.

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Er fügte hinzu, dass unrealistische Ziele überarbeitet werden müssten. "Wir müssen auch einige mittelmäßige Angestellte aufgeben und die Arbeitskosten senken." Nach einem schnellen Wachstum müssten nun organisatorische Rationalisierungen vorgenommen werden.

"5G kann nicht so einfach werden wie 4G", sagte Ren. "Vielleicht geht hier und da eine Mine hoch. Und selbst wenn es nicht überall eine große Explosion geben wird, müssen wir immer noch 180.000 Mitarbeiter ernähren." Löhne, Gehälter und Dividenden belaufen sich laut Ren auf über 30 Milliarden US-Dollar pro Jahr.

Das Rundschreiben, das der britischen Financial Times (Paywall) vorliegt, wurde bereits im November 2018 bei einem internen Managementseminar von Ren als Warnung verfasst. Das Büro des Vorstandsvorsitzenden schickte es jedoch nun an alle Mitarbeiter. Hintergrund ist eine außergewöhnliche internationale Kampagne der US-Regierung unter Donald Trump, bei der verbündete Länder davon überzeugt werden sollen, Sanktionen gegen Huawei besonders in Bezug auf 5G einzuführen. Nach den USA und Australien verhängte auch Neuseeland einen Bann gegen den chinesischen Ausrüster. Belege zu angeblichen Hintertüren in den Produkten können die USA jedoch nicht liefern.

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Golem.de hat aus unternehmensnahen Kreisen die Authentizität der E-Mail bestätigt bekommen. Huawei Rotating CEO, Eric Xu, erklärte in dieser Woche, dass Ren gerne warnend Worst-Case-Szenarios beschreibe, um alle zu motivieren, dass es nicht dazu komme. In Bezug auf 5G habe Huawei über 30 kommerzielle Verträge unterzeichnet und bereits 25.000 5G-Basisstationen ausgeliefert. Man halte 2.570 5G-Patente, erklärte das Unternehmen.

"Huawei ist nicht auffälliger als andere Hersteller auch", hieß es auf Anfrage von Tagesspiegel Background aus dem Bundesinnenministerium. Aus Kreisen des BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik) wurde der Zeitung erklärt, dass es derzeit "keine Diskussion" gebe, die einen automatischen Ausschluss von Huawei bei 5G zur Folge haben könnte.

Auch aus Wettbewerbsgründen könnte ein Ausschluss von Huawei "schwer durchzusetzen und zu halten sein", erklärte das Ministerium Tagesspiegel Background. Der Ausbau eines Mobilfunknetzes gehöre nicht zu den verteidigungs- oder sicherheitsspezifischen öffentlichen Aufträgen, für die laut Paragraf 104 GWB (Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen) besondere Vergabebedingungen gelten könnten.

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