US-Handelsministerium: Huawei der Beobachtung von Raketensilos beschuldigt

Huawei-Mobilfunktechnik soll aus den USA Informationen zu Militärbasen und Raketensilos ausleiten. Doch die Netzwerkbetreiber würden dies laut Experten erkennen.

Artikel veröffentlicht am ,
Ein Flugzeug mit US-Verteidigungsminister Lloyd Austin hebt am 23. April 2022 auf der Andrews Air Force Base, Maryland ab.
Ein Flugzeug mit US-Verteidigungsminister Lloyd Austin hebt am 23. April 2022 auf der Andrews Air Force Base, Maryland ab. (Bild: ALEX BRANDON/POOL/AFP via Getty Images)

In den USA laufen Ermittlungen des Handelsministeriums gegen Huawei, weil dessen Mobilfunktechnik Informationen zu Militärbasen und Raketensilos erfassen und nach China weiterleiten könnte. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen. Die Untersuchung wurde bereits kurz nach dem Amtsantritt von Joe Biden Anfang vergangenen Jahres eröffnet, aber bisher nicht öffentlich gemacht.

Stellenmarkt
  1. Projektmanager Digitalisierung (w/m/d)
    Bechtle Systemhaus Holding AG, Neckarsulm
  2. GIS Manager (m/w/d) Datenmanagement Stromnetze
    Mainova AG, Frankfurt am Main
Detailsuche

Die Behörde hatte Huawei im April 2021 vorgeladen und befragt, was Mobilantennen von Smartphones erfassen und nach China weitergeben könnten und ob etwa Nachrichten und Geolokalisierungsdaten dazu gehörten, heißt es in dem zehnseitigen Dokument, das Reuters vorliegt. Huawei ist wegen der juristischen Vorladung der US-Behörde gesetzlich zum Stillschweigen verpflichtet. Grundlage der Vorwürfe sind theoretisch-technische Überlegungen, wonach jegliche Ausrüstung, die sendet und empfängt, im Prinzip umgewidmet werden könnte, hat Golem.de aus Sicherheitskreisen erfahren.

Ausrüster betreiben die Netze jedoch nicht selbst. Laut Angaben des Chaos Computer Clubs (CCC) vom März 2021 könnten Firmen wie Huawei, ZTE, Nokia und Ericsson grundsätzlich Schwachstellen bereitstellen, die zur Beeinträchtigung der Vertraulichkeit, aber auch Verfügbarkeit und Integrität eines Kommunikationsnetzes geeignet seien. Doch das "ließe sich mit großer Wahrscheinlichkeit" sowohl nachweisen als auch zuschreiben. Die ökonomischen Konsequenzen für den Hersteller wären laut CCC fatal.

Chaos Computer Club: Netzwerkbetreiber würden Zugriffe erkennen

Die Beeinträchtigung der Integrität des Netzes könnte im Umlenken von Verbindungen bestehen, was aber einen "breitbandigen Zugang zum manipulierten Zielnetz" voraussetzen würde. Der Netzwerkbetreiber könne diese Zugriffe erkennen und unterbinden, "da relevante Teile der kritischen Kommunikationsinfrastrukturen nicht ungehindert über das Internet administrativ erreichbar sind", erklären die Experten vom CCC.

Golem Karrierewelt
  1. Blender Grundkurs: virtueller Drei-Tage-Workshop
    06.-08.09.2022, Virtuell
  2. IT-Grundschutz-Praktiker mit Zertifikat: Drei-Tage-Workshop
    21.-23.11.2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Zudem ist Huawei in den USA bereits seit dem Jahr 2012 de facto vom Markt für Mobilfunknetzwerke und für Internet Service Provider ausgeschlossen. Nur kleinere regionale US-Netzbetreiber waren davon nicht erfasst. Das änderte sich mit dem Präsidialerlass von Donald Trump, dem der US-Senat im Februar 2020 als Rip and Replace Act zustimmte. Seitdem wird die gesamte Ausrüstung von Huawei und ZTE in den Netzen entfernt.

Die USA werfen Huawei seit Jahren vor, Hintertüren für den chinesischen Geheimdienst in seiner Mobilfunkausrüstung eingebaut zu haben, was Huawei bestreitet. Huawei meint, kein chinesisches Gesetz könne den Netzwerkausrüster zwingen, seine Kunden auszuspionieren. Belege für die Anschuldigungen wurden von der US-Regierung nie vorgelegt. Tatsächlich wollten die USA laut Experten den wachsenden technischen Vorsprung von Huawei eindämmen und verhindern.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


sebi2k1 24. Jul 2022 / Themenstart

Irgendwie hat mich die Headline auch verwirrt. Musste es zweimal lesen um nicht drauf...

bplhkp 24. Jul 2022 / Themenstart

https://m.pnn.de/ueberregionales/teurer-kaffee-und-gefaehrliche-autos-china-prangert...

Karl_far_away 24. Jul 2022 / Themenstart

Zitat: Ist der Winkel nicht richtig wird einfach durch Funkpeilung per Satellit das...

schnedan 23. Jul 2022 / Themenstart

wohl beauftragt sind irgendwas, und sei es noch so idiotisch, gegen Huawei zu finden oder...

Kommentieren



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Teslas auf Behörden- und Firmengelände
Wächtermodus steht unter Beobachtung

Die Berliner Polizei wollte Teslas den Zugang zu ihren Liegenschaften verwehren. Wie machen es andere Behörden oder auch Unternehmen? Wir haben nachgefragt.
Eine Recherche von Werner Pluta

Teslas auf Behörden- und Firmengelände: Wächtermodus steht unter Beobachtung
Artikel
  1. Evetta Openair: Die elektrische Isetta wird zum Cabrio
    Evetta Openair
    Die elektrische Isetta wird zum Cabrio

    Das deutsche Startup Electricbrands will im kommenden Jahr ein elektrisches Spaßmobil auf den Markt bringen.

  2. Maschinelles Lernen und Autounfälle: Es muss nicht immer Deep Learning sein
    Maschinelles Lernen und Autounfälle
    Es muss nicht immer Deep Learning sein

    Nicht nur das autonome Fahren, sondern auch die Fahrzeugsicherheit könnte von KI profitieren - nur ist Deep Learning nicht unbedingt der richtige Ansatz dafür.
    Von Andreas Meier

  3. Apple Macbook Pro mit über 370 Euro Rabatt bei Amazon
     
    Apple Macbook Pro mit über 370 Euro Rabatt bei Amazon

    Zurzeit sind bei Amazon verschiedene Versionen des Macbook Pro sowie des Macbook Air günstig zu Sonderkonditionen erhältlich.
    Ausgewählte Angebote des E-Commerce-Teams

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Günstig wie nie: Palit RTX 3080 Ti 1.099€, Samsung SSD 2TB m. Kühlkörper (PS5) 219,99€, Samsung Neo QLED TV (2022) 50" 1.139€, AVM Fritz-Box • Asus: Bis 840€ Cashback • MindStar (MSI RTX 3090 Ti 1.299€, AMD Ryzen 7 5800X 288€) • Microsoft Controller (Xbox&PC) 48,99€ [Werbung]
    •  /