US-Grenzschutz: Datenleck bei Einreisefotos und Nummernschildern

Automatische Gesichtserkennung wird immer mehr zum Standard bei Grenzkontrollen. Doch die Daten der Reisenden wurden in den USA offenbar nicht gut geschützt.

Artikel veröffentlicht am ,
Grenzübergang zwischen Kanada und den USA im US-Bundesstaat New York
Grenzübergang zwischen Kanada und den USA im US-Bundesstaat New York (Bild: Hyungwon Kang/Reuters)

Bei einem Cyberangriff auf ein Auftragsunternehmen der US-Grenzschutzbehörde CBP sind Fotos und Nummernschilder von Reisenden unzulässig kopiert worden. Von dem Datenleck seien weniger als 100.000 Personen betroffen, berichtete die Washington Post unter Berufung auf Behördenmitarbeiter. Es handele sich um Material, das innerhalb von sechs Wochen an einem landgebundenen Grenzübergang von Ein- und Ausreisenden aufgenommen wurde. Die britische Zeitung The Register hatte bereits am 23. Mai 2019 von einem Datenleck bei dem US-Dienstleister Perceptics berichtet. Perceptics bietet nach eigenen Angaben eine automatische Nummernschilderkennung an.

Stellenmarkt
  1. (Junior) Ethical Hacker / Penetration Tester (m/w/d)
    AKKA, Leipzig,Magdeburg (39104)
  2. Softwareentwickler - Java (m/w/d)
    Brockhaus AG, Lünen
Detailsuche

Laut The Register sollen Hunderte Gigabyte an kopierten Daten kostenlos im Darknet zum Download bereitgestanden haben, darunter Foto- und Videodateien, die vermutlich aufgenommene Nummernschilder zeigten. Nach Angaben der CBP hätte der Dienstleister die Daten der Reisenden nicht auf seine eigenen Server übertragen dürfen. Das stelle einen Verstoß gegen die Sicherheits- und Datenschutzbestimmungen der Behörde dar.

Verräterischer Dokumentname

Nach Angaben der CBP enthalten die Dateien keine anderen personenbezogenen Daten. Aufnahmen von Reisepässen oder anderen Reisedokumenten seien nicht kopiert worden. Laut Washington Post bestritt die Behörde jedoch, dass die Daten im Darknet zu finden seien. Allerdings will die CBP erst am 31. Mai 2019 von dem Datenleck erfahren haben. Zudem wollte die Behörde nicht den Namen des Dienstleisters nennen. Doch das Word-Dokument mit dem Statement der Behörde habe den Namen des Unternehmens im Titel enthalten: "CBP Perceptics Public Statement".

Hinter dem Hackerangriff solle kein fremder Staat stecken, hieß es weiter. Im Jahr 2015 sollen chinesische Staatshacker in die Server der US-Personalbehörde eingedrungen und an Daten von 22 Millionen Personen gelangt sein.

Kritik an Plänen zu Gesichtserkennung

Golem Akademie
  1. Linux-Systeme absichern und härten
    8.-10. November 2021, online
  2. Microsoft 365 Security Workshop
    27.-29. Oktober 2021, Online
  3. Penetration Testing Fundamentals
    23.-24. September 2021, online
Weitere IT-Trainings

Auch wenn dieser Vorfall deutlich kleinere Ausmaße hat, zeigten sich US-Politiker besorgt über den Datenschutz ihrer Bürger. "Wenn die Regierung sensible Informationen über US-Bürger sammelt, ist sie dafür verantwortlich, diese zu schützen. Das gilt auch, wenn sie Verträge mit einem privaten Unternehmen abschließt", sagte der demokratische Senator Ron Wyden der Washington Post. Er forderte die Regierung auf, jeden der betroffenen Bürger über den Vorfall zu informieren. Zudem müsse sie genau erklären, wie diese Art von Vorfällen in Zukunft verhindert werden solle.

Kritisch äußerte sich auch die US-Bürgerrechtsorganisation ACLU. "Der beste Weg, um Verstöße gegen sensible personenbezogene Daten zu vermeiden, besteht darin, sie erst gar nicht zu sammeln und zu speichern", sagte ACLU-Rechtsexpertin Neema Singh Guliani dem Blatt. Sie verwies auf die Bestrebungen der CBP, die automatisierte Gesichtserkennung und Datensammlung von Reisenden stark zu erweitern und dabei auch deren Konten in sozialen Netzwerken zu erfassen. Der Vorfall unterstreiche die Notwendigkeit, solche Pläne zu stoppen und die Speicherpraxis der CBP vom Kongress untersuchen zu lassen.

Die CBP plant internen Dokumenten zufolge, (PDF) bis zum Jahr 2021 auf 20 der wichtigsten US-Flughäfen im Grenzbereich eine Gesichtserkennung einzusetzen. Das Ziel ist, letztendlich alle Einreisenden, US-Amerikaner wie auch Ausländer, per Gesichtserkennung zu erfassen.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Mobiles Betriebssystem
iOS 15 mit Focus, OCR und schickem Facetime

Apple hat iOS 15 für iPhones und den iPod Touch vorgestellt. Radikale Neuerungen sind nicht dabei, dafür aber einige interessante Funktionen.

Mobiles Betriebssystem: iOS 15 mit Focus, OCR und schickem Facetime
Artikel
  1. Apple Watch: watchOS 8 mit Achtsamkeits-Funktion und Porträt-Zifferblatt
    Apple Watch
    watchOS 8 mit Achtsamkeits-Funktion und Porträt-Zifferblatt

    Apple hat für die Apple Watch mit watchOS 8 ein neues Betriebssystem vorgestellt, das neue Zugriffs-, Konnektivitäts- und Achtsamkeitsfunktionen auf die Smartwatch bringt.

  2. iPad-Betriebssystem: iPadOS 15 mit Schnellnotizen und App-Mediathek
    iPad-Betriebssystem
    iPadOS 15 mit Schnellnotizen und App-Mediathek

    Apple hat mit iPadOS 15 ein neues Betriebssystem veröffentlicht, das mehr Freiheiten für Widgets, systemweite Schnellnotizen und die App-Mediathek von iOS bietet.

  3. Windows 11: Geplante Obsoleszenz ist schlecht, Microsoft!
    Windows 11
    Geplante Obsoleszenz ist schlecht, Microsoft!

    Kunden ärgern sich darüber, dass ihre vier Jahre alten Prozessoren bereits kein Windows 11 mehr unterstützen. Zu Recht.
    Ein IMHO von Oliver Nickel

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • MM-Prospekt (u. a. Asus Gaming-Notebook 17" RTX 3050 1.099€) • PCGH-PC mit Ryzen 5 3600 & RTX 3060 999€ • Samsung 970 Evo Plus 1TB 99€ • Saturn Hits 2021 (u. a. Philips 55" OLED 120Hz 1.849€) • Corsair RGB 16GB Kit 3600MHz 87,90€ • Dualsense Schwarz + Deathloop 99,99€ [Werbung]
    •  /