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US-Gesetz gegen chinesische Autos: Niemand hat die Absicht, Mercedes zu verbieten

Der US-Kongress strebt ein Verkaufsverbot für Autohersteller mit chinesischer Beteiligung an. Das könnte nach aktuellen Plänen Mercedes-Benz treffen.
/ Friedhelm Greis
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Die Mercedes-Fabrik in Alabama wäre von einem Verkaufsverbot der Marke stark betroffen. (Bild: Reuters)
Die Mercedes-Fabrik in Alabama wäre von einem Verkaufsverbot der Marke stark betroffen. Bild: Reuters
Inhalt
  1. US-Gesetz gegen chinesische Autos: Niemand hat die Absicht, Mercedes zu verbieten
  2. Retourkutsche wegen Gewerkschaftsverzicht
  3. Scharfe Kritik an Lobbyarbeit von Mercedes

Die USA wollen bestehende Verkaufsverbote für Fahrzeuge verschärfen, deren Hersteller in Verbindung mit "ausländischen Gegnern" stehen. Ein entsprechender Gesetzentwurf des US-Senats(öffnet im neuen Fenster) erwähnt neben vernetzten Fahrzeugen ausdrücklich Elektroautos.

Schon eine chinesische Beteiligung von 15 Prozent könnte zu einem Verkaufsverbot in den USA führen. Aktuell wäre davon auch Mercedes-Benz betroffen, an dem die chinesischen Hersteller Geely und BAIC mit zusammen 19,7 Prozent beteiligt sind.

In einer Anhörung(öffnet im neuen Fenster) des zuständigen Ausschusses für Handel, Wissenschaft und Verkehr beschrieb der republikanische Senator Bernie Moreno am 22. Juli 2026 mit drastischen Worten die Bedrohung der nationalen Sicherheit der USA durch chinesische Autos: "Wir werden keinen industriellen Selbstmord begehen und nicht zulassen, dass 'Auto-Fentanyl' in die Vereinigten Staaten von Amerika gelangt."

Moreno: Batterieexplosion aus der Ferne möglich

Laut Morenio besteht nicht nur die Gefahr, dass die vernetzten Autos über Videoaufnahmen die USA ausspionieren oder die genannten Länder China, Russland, Nordkorea oder Iran die Kontrolle über Lenkung, Bremsen und Beschleunigung der Fahrzeuge übernehmen könnten. Darüber hinaus sei es möglich, "aus der Ferne eine Batterie in Brand zu setzen". Daher lehnte Moreno einen Änderungsvorschlag ab, wonach nicht vernetzte Batteriemanagementsysteme von der Regulierung ausgenommen werden sollten.

Nach Ansicht des Senators können "Ford, General Motors, Toyota oder Honda mit jedem anderen Autohersteller der Welt konkurrieren, aber sie können nicht gegen ein ganzes Land bestehen, das entschlossen ist, die westliche Autoindustrie zu zerstören". Moreno argumentierte in der Anhörung allerdings mit falschen Zahlen, indem er behauptete, dass schon 34 Prozent aller in Europa verkauften Neuwagen aus China stammten. Tatsächlich liegt deren Anteil derzeit aber erst bei 12,1 Prozent(öffnet im neuen Fenster).

Senator Cruz gegen 15-Prozent-Regelung

Sollte das Gesetz in der geplanten Form beschlossen werden, könnte das zu einem großen Problem für Mercedes werden. Denn die 15-Prozent-Regelung soll schon Anfang 2027 in Kraft treten. Ein Verkaufsverbot für den deutschen Hersteller, der in den USA zwei Werke betreibt, geht allerdings dem republikanischen Senator und Ausschussvorsitzenden Ted Cruz zu weit.

Laut Cruz wurde der Schwellenwert auf Initiative von General Motors gewählt, um einen unliebsamen Konkurrenten für die Luxusmarke Cadillac auf dem US-Markt auszuschalten. Mögliche Gegenmaßnahmen wie eine Ausgabe weiterer Mercedes-Aktien, um den Anteil auf unter 15 Prozent zu drücken, würden US-amerikanische Anteilseigner schädigen.

Zudem warf Cruz den Initiatoren des Entwurfs vor, damit der Autogewerkschaft UAW einen Gefallen tun zu wollen.


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