US-Gerichtsurteil: Einbetten von Tweets kann Urheberrecht verletzen

Das Urteil eines New Yorker Gerichts könnte weitreichende Folgen für das Teilen von Inhalten im Netz haben. Die bisher übliche Praxis wird dadurch in Frage gestellt.

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Einbetten von Tweets kann illegal sein.
Einbetten von Tweets kann illegal sein. (Bild: Twitter.com/Screenshot: Golem.de)

Das Teilen von Inhalten im Netz könnte in den USA nach einem Gerichtsurteil schwieriger werden. Hintergrund ist die Entscheidung eines Bezirksgerichts im US-Bundesstaat New York (PDF), wonach mehrere US-Medien durch das Einbetten von Tweets das Urheberrecht des Fotografen Justin Goldman verletzt haben. Im konkreten Fall hatte Goldman ein Bild lediglich in einer Snapchat-Story veröffentlicht. Andere Nutzer verbreiteten das Foto anschließend auf Twitter, ohne Goldman um Erlaubnis zu fragen.

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Bislang ist es eine gängige Praxis von Medien oder anderen Nutzern, Tweets oder Youtube-Videos in ihre Website einzubinden. So entschied der Europäische Gerichtshof 2014, dass framende Links für Youtube-Videos keine Urheberrechtsverletzung darstellen, wenn die Inhalte legal hochgeladen wurden. Schon im Jahr 2007 hatte ein US-Berufungsgericht im Streit zwischen Google und dem Erotikanbieter Perfect 10 die Veröffentlichung von Thumbnails und das Verlinken von Originalfotos als Fair Use erlaubt.

Server-Test nicht anwendbar

Ausgehend vom letztgenannten Urteil wurde der sogenannte Server-Test abgeleitet. Das heißt, die verlinkende oder einbettende Partei muss nicht überprüfen, ob das Material, das sich auf einem anderen Server befindet, dort legal gespeichert wurde. Nach Ansicht der New Yorker Richterin Katherin B. Forrest begingen die verklagten Medien wie Breitbart, Vox, Yahoo und Time durch das Einbetten des Goldman-Fotos jedoch eine Urheberrechtsverletzung. "Die Tatsache, dass das Foto auf einem Server gehostet wurde, der von einem Dritten (Twitter) besessen und betrieben wurde, bewahrt sie nicht vor diesem Ergebnis", heißt es in dem Urteil.

Begründet wird die Entscheidung damit, dass die Nutzer durch die Einbettung in der Lage gewesen seien, das Foto in voller Größe zu sehen. Anders als bei der Google-Entscheidung sei dazu kein zusätzlicher Mausklick auf einen Link oder ein Vorschaubild erforderlich gewesen. Zudem zweifelt die Richterin an, ob der sogenannte Server-Test mit dem Urheberrecht vereinbar ist. Aber selbst wenn das der Fall wäre, könne dies im vorliegenden Verfahren nicht angewandt werden, heißt es in der Entscheidung.

EFF warnt vor Konsequenzen

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Die Richterin begründet dies unter anderem damit, dass die beklagten Medien "aktive Schritte" unternommen hätten, um das geschützte Bild auf ihren Seiten anzuzeigen. Sie hätten dazu bewusst den entsprechenden Code in ihre Seite einbauen müssen, wie das beim Einbetten üblich sei. Das reiche aus, um einen Akt der Wiedergabe darzustellen, wie er im Urheberrecht definiert sei. Der physische "Besitz" eines Bildes, wie die Speicherung auf dem eigenen Server, werde hingegen nicht als Bedingung genannt. Zudem sei es im Google-Fall speziell um die Rolle von Suchmaschinen gegangen, um den Nutzern die im Netz bereits veröffentlichten Inhalte zugänglich zu machen.

Anders als von den beklagten Medien befürchtet, geht Richterin Forrest nicht davon aus, dass ihre Entscheidung einen "enormen Abschreckungseffekt auf eine zentrale Funktionalität des Internet haben wird". Ihrer Ansicht nach lassen sich daraus nur wenige durchsetzbare Ansprüche ableiten.

Die Electronic Frontier Foundation (EFF) sieht das jedoch anders. "Wir hoffen, dass die heutige Entscheidung keinen Bestand hat. Wenn dies der Fall wäre, würde dies die allgegenwärtige Praxis der Inline-Verlinkung bedrohen, von der täglich Millionen Internetnutzer profitieren", heißt es in einer Stellungnahme.

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countzero 19. Feb 2018

In solchen Fällen bringt das dem Künstler nur leider gar nichts. Es pushed höchstens...

FreierLukas 18. Feb 2018

Unser Urheberrecht ist strenger als das der USA. Hier gibt es kein Fair Use sondern nur...

Anonymer Nutzer 18. Feb 2018

Selbst wenn es dort mehr Infos gab, die Ideologie der Redaktion und das Verhalten der...



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