US-Geheimdienste: NSA-Chef Alexander will abtreten

Die Spitze des US-Militärgeheimdienstes NSA will einem Medienbericht zufolge demnächst aufhören. Das könnte US-Präsident Obama Spielraum geben, den Dienst neu zu organisieren.

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NSA-Direktor Alexander vor dem Justizausschuss des US-Senats
NSA-Direktor Alexander vor dem Justizausschuss des US-Senats (Bild: Mark Wilson/Getty Images)

NSA-Direktor Keith Alexander plant einem Medienbericht zufolge seinen Rückzug von der Spitze des US-Militärgeheimdienstes. Wie die Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch berichtete, soll auch dessen Stellvertreter John C. Inglis zum Ende dieses Jahres aufhören. Seit den Enthüllungen des früheren US-Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden steht die NSA wegen ihrer Überwachungspraktiken weltweit in der Kritik. US-Präsident Barack Obama könnte die Gelegenheit nutzen, so wird spekuliert, die NSA angesichts der Vorwürfe neu aufzustellen.

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Alexander leitet sowohl die NSA als auch das US Cyber Command und den Central Security Service. Er trat seinen Posten am 1. August 2005 an und will laut Reuters im Frühjahr kommenden Jahres aus dem Dienst ausscheiden. Ein möglicher Nachfolger könnte Vizeadmiral Michael Rogers sein, derzeit zuständig für die elektronische Kriegsführung der Flotte, das US Fleet Cyber Command. Allerdings sei die endgültige Entscheidung in dieser Frage noch nicht gefallen. Es sei auch denkbar, dass künftig die NSA und das Cyber Command nicht mehr in Personalunion geführt würden.

Falsche Angaben zu aufgedeckten Anschlägen

Seit Beginn der NSA-Affäre hat Alexander die Arbeit des Geheimdienstes verteidigt. So sagte er Anfang August auf der Hackerkonferenz Black Hat, dass die NSA keineswegs flächendeckend abhöre, und bat die Hacker um Hilfe. "Ihr seid die größte Ansammlung von Techniktalenten auf dieser Welt. Der Hauptgrund dafür, dass ich hier bin, ist, euch zu bitten, uns besser zu machen." Anfang Oktober musste Alexander vor einem Ausschuss des US-Kongresses einräumen, im Juni dieses Jahres falsche Angaben über die Zahl der verhinderten Anschläge gemacht zu haben. Von den 54 genannten Anschlagsplänen hätten nur 13 einen Bezug zu den USA gehabt. Nur ein oder zwei seien durch die massenhafte Telefonüberwachung aufgedeckt worden.

Für weitere Hintergründe zur NSA-Affäre aktualisiert Golem.de fortlaufend diese beiden Artikel:

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