US-Embargo: Huawei-Chef bekennt schweren Schaden bei Smartphone-Sparte

Huawei-Gründer Ren Zhengfei hat die Beschäftigten auf tiefgreifende Umstellungen im Consumer-Bereich, wo die Smartphones hergestellt werden, vorbereitet. Er bekennt dabei großen Schaden durch das US-Embargo.

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Huawei-Gründer Ren Zhengfei
Huawei-Gründer Ren Zhengfei (Bild: Hector Retamal/AFP/Getty Images)

Huawei-Chef Ren Zhengfei hat in einem internen Memo über den Schaden gesprochen, den das US-Embargo gegen den Konzern anrichtet. Der Bereich stehe vor einem "schmerzhaften langen Marsch", schrieb Ren laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg. "Zwei Kugeln, die auf unsere Consumer Group abgefeuert wurden, trafen leider die Öltanks", sagte Ren in seinem Memo, dessen Echtheit die Pressestelle von Huawei Bloomberg bestätigt hat.

Das Fehlen eines eigenen App-Stores mit populären Standardanwendungen wie Google Maps oder Whatsapp dürfte eines der Probleme sein, das Ren beschreibt. Auch das US-Embargo von Chips der Hersteller Qualcomm, Broadcom und anderen trifft Huawei mit Sicherheit.

"Wir müssen Umstellungen unter rauen und schwierigen Bedingungen durchführen und eine unbesiegbare Eisenarmee aufbauen, die uns zum Sieg verhelfen kann", schrieb Ren, der eine bildhafte Sprache bevorzugt. "Wir müssen diese Neuorganisation unbedingt innerhalb von drei bis fünf Jahren abschließen."

Honor Vision heißt das erste Gerät mit Huaweis eigenem Harmony OS. Dabei handelt es sich um ein Smart-TV mit 4K-Auflösung, das von der Huawei-Tochter Honor für den chinesischen Markt angekündigt wurde. Huawei hatte Harmony OS vor wenigen Tagen offiziell vorgestellt. Das Betriebssystem wird Open Source sein und soll sich für verschiedene Geräteklassen eignen. Laut Ren benötigte das Unternehmen jedoch viel mehr Zeit, um ein eigenes Ökosystem für Apps aufzubauen. Dies sei eine wichtige Voraussetzung dafür, dass ein Betriebssystem auf lange Sicht erfolgreich sein kann.

Die USA werfen Huawei vor, die Iran-Sanktionen verletzt und US-amerikanisches geistiges Eigentum gestohlen zu haben sowie Hintertüren für den chinesischen Geheimdienst in seiner Netzwerkausrüstung zu haben. Belege für die vermeintliche Sicherheitsbedrohung und die Vorwürfe wurden nicht vorgelegt. Huawei bestreitet die Anschuldigungen.

Mit einem am 15. Mai 2019 erlassenen Dekret hatte Trump den nationalen Notstand für die Telekommunikation erklärt. Das US-Handelsministerium untersagte alle Geschäfte, die "ein Risiko für die USA darstellen" und setzte Huawei auf die sogenannte Entity-Liste. Nach dem G20-Treffen in Japan hatte Trump bekanntgegeben, er wolle bestimmte Lieferungen von US-Unternehmen an Huawei wieder zulassen. Passiert ist seitdem jedoch nichts: US-Handelsminister Wilbur Ross sagte in der vergangenen Woche, er habe 50 Anträge erhalten, eine Entscheidung darüber stehe noch aus.

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