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US-Einwanderungspolitik: Weißes Haus inszeniert Abschiebungen als Science Fiction

Unter Aliens.gov zeigt die US-Regierung ICE-Einsätze im Stil einer Alien-Jagd und bietet Meldeformulare für Bürger.
/ Nils Matthiesen
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Trump startet aliens.gov. (Bild: Thomas Lohnes/Getty Images)
Trump startet aliens.gov. Bild: Thomas Lohnes/Getty Images

Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump hat eine Webseite veröffentlicht, die ihre Abschiebepolitik in der Bildsprache von Science-Fiction-Filmen darstellt. Unter der Adresse Aliens.gov(öffnet im neuen Fenster), einer Unterseite des offiziellen Auftritts des Weißen Hauses, inszeniert die Regierung Einsätze der Einwanderungsbehörden wie eine Jagd auf Außerirdische.

Auf der Startseite läuft ein grüner Text vor einem Sternenhintergrund ab. Dieser besagt, dass die US-Regierung seit 60 Jahren ein Geheimnis hüte. Demnach lebten Aliens in Nachbarschaften und interagierten täglich mit Bürgern. Der Text verdeutlicht, dass es sich nicht um kleine grüne Männchen handle, sondern um Millionen illegal eingereiste Personen. Das Wort Alien bedeutet im Englischen sowohl Außerirdischer als auch Ausländer.

Die Plattform beinhaltet ein Live-Dashboard mit einem Zähler, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung über 3,1 Millionen sogenannte Encounters anzeigt. Dieser Begriff des Heimatschutzministeriums umfasst neben Festnahmen auch Begegnungen an Einreisestellen und Abschiebungsverfahren ohne Angabe des Zeitraums. Eine interaktive Karte namens Alien-Arrest-Map verzeichnet die landesweiten Einsätze. Zudem stellt die Seite eine fast 3.000 Seiten lange Liste mit Vorgängen bereit.

Über ein verlinktes Onlineformular können Bürger verdächtige Personen direkt an die Behörde Immigration and Customs Enforcement (ICE) melden. Die Personen werden laut einer Angabe am Seitenende sicher an ihren Herkunftsort zurückgebracht. Ein Vertreter des Weißen Hauses äußerte beim Sender Fox News, dass diese erstmalige Aktion Aufmerksamkeit darauf lenken soll, dass die durchlässige Grenze der Vorgängerregierung Familien gefährdet habe.

Tödliche Vorfälle bei Einsätzen

Die Daten der ICE-Webseite(öffnet im neuen Fenster) selbst weisen für die Zeit seit 2021 rund 528.000 Festnahmen aus. Seit Januar 2025 gibt es in den USA anhaltende Proteste gegen Massenfestnahmen und Abschiebungen. Mitte Januar befanden sich nach Angaben des American Immigration Council(öffnet im neuen Fenster) rund 73.000 Menschen in Gewahrsam der Behörde.

Im Kontext von Enforcement-Aktionen kam es in Minneapolis ferner zu tödlichen Vorfällen durch Bundesagenten. Am 7. Januar 2026 erschoss ein ICE-Beamter Renee Good während eines Einsatzes, bei dem ihr Auto Bundesagenten blockierte. Am 24. Januar 2026 erschoss ein Beamter des Customs and Border Protection (CBP) den Intensivpfleger Alex Pretti, als dieser einen Einsatz filmte und einer von einem Agenten gestoßenen Frau half.

Senat blockiert Zusatzfinanzierung

Parallel zu den gesellschaftlichen Spannungen erfährt die Regierung politischen Widerstand bei der Finanzierung der Maßnahmen. Trump scheiterte vorerst mit dem Vorhaben, rund 70 Milliarden US-Dollar an zusätzlichen Mitteln für die ICE und die Border Patrol durch den Senat zu bringen. Republikanische Senatoren blockierten das Budget und legten das Vorhaben auf Eis. Als Grund dafür gelten interne Auseinandersetzungen über einen Entschädigungsfonds für Verbündete von Trump.


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