Abo
  • Services:
Anzeige
Mit Lenkwaffen bestückte MQ-9A "Reaper" der U.S. Air Force
Mit Lenkwaffen bestückte MQ-9A "Reaper" der U.S. Air Force (Bild: US Air Force /Gemeinfrei)

US-Drohnenkrieg: Sehr viel Personal für "unbemannte" Drohnen

Mit Lenkwaffen bestückte MQ-9A "Reaper" der U.S. Air Force
Mit Lenkwaffen bestückte MQ-9A "Reaper" der U.S. Air Force (Bild: US Air Force /Gemeinfrei)

Der US-amerikanische Drohnenkrieg basiert auf einer ausgeklügelten weltweiten Logistik und Kommunikation. Ein früherer Techniker des US-Militär bezeichnet Deutschland dabei als Komplizen der USA und warnt vor dem Einsatz von "Killerrobotern".

Wird der Krieg der Zukunft nur noch mit Hilfe von Drohnen und Robotern geführt? Was für Politiker und Militärs nach einer ungefährlichen Art der Kriegsführung aussieht, birgt nach Ansicht des US-Whistleblowers Cian Westmoreland viele Risiken. Der frühere US-Drohnentechniker warnt inzwischen ebenso wie der ehemalige Drohnenpilot Brandon Bryant vor dem ungezügelten Einsatz der Technik.

Anzeige

Durch räumliche Entfernung und die getrennten Verantwortlichkeiten sinke die Schwelle zur Tötung, sagte Westmoreland am Dienstag auf dem 33. Chaos Communication Congress (33C3) in Hamburg. Die Technik schaffe eine falsches Vertrauen für das Verständnis der Situation am Boden, sagte Westmoreland. Das habe vielfach den Tod von Unschuldigen zur Folge.

Westmoreland war unter anderem in Afghanistan stationiert. In Kandahar half er beim Aufbau einer Relaisstation für die Drohnendaten. Dem Guardian zufolge erhielt er eine Auszeichnung, weil mit Hilfe der Station 2.400 Einsätze geflogen werden konnten. Mit 200 getöteten Feinden.

Algorithmen bestimmen Angriffsziele

Anders als bei einem Einsatz mit einem Kampfflugzeug seien bei einem Drohnenangriff eine ganze Reihe von Menschen an der Entscheidung über einen Raketenabschuss beteiligt. Dazu gehörten die Auswerter von Bildern und anderen Sensordaten, Übersetzer für abgehörte Telefonate, Geheimdienstkoordinatoren, Rechtsberater sowie die eigentlichen Drohnenpiloten. Dadurch werde die Verantwortung auf zahlreiche Beteiligte übertragen und die Hemmschwelle für einen Angriff gesenkt. Bei einer Protestaktion vor dem EU-Parlament in Brüssel hatte Westmoreland davon gesprochen, dass die angeblich "unbemannten" Drohnen eigentlich "überbesetzt" mit Personal seien.

In Hamburg kritisierte er zudem, dass die Auswahl der Ziele von Algorithmen bestimmt würden, die jedoch zu Fehlern führen könnten. Würde der Algorithmus beispielsweise nach Leuten mit bunten Hüten suchen, führe das an Tagen wie Karneval plötzlich zu vielen falschen Treffern.

Ramstein spielt wichtige Rolle

In dem "globalen Tötungsnetzwerk", wie Westmoreland es nannte, spiele Deutschland eine wichtige Rolle. Die Einheit DGS-4 (Distributed Ground System 4) auf dem pfälzischen US-Luftwaffenstützpunkt Ramstein sei "das Gehirn der Drohne". Die Relaisstationen seien das Nervensystem. Die US-Regierung hatte vor wenigen Wochen überraschend eingeräumt, dass über Ramstein tatsächlich die Daten der Drohnen in die USA weitergeleitet werden.

Westmoreland sieht in der Datenweiterleitung einen Bruch des Völkerrechts und hat aus diesem Grund bereits eine Petition in den Bundestag eingebracht. Er sieht die Bundesregierung als Komplizin im US-Drohnenkrieg.

Killerroboter und Schwarmdrohnen

Seiner Ansicht nach ebnet die bislang aufgebaute Infrastruktur den Weg für die Kriegsführung der Zukunft. "In den nächsten fünf Jahren werden wir autonome Killerroboter haben", sagte Westmoreland. Zudem warnte er vor Drohnenschwärmen. Für ihn werden solche Waffen jedoch nicht in Ländern wie Afghanistan gebraucht. Viel mehr gehe es um Kriege mit anderen Staaten, die ebenfalls über solche Techniken verfügten.

Ebenso wie bereits Bryant im Bundestag kritisierte Westmoreland die Mentalität und Arbeitsbedingungen der eigentlichen Drohnenpiloten. Diese würden den ganzen Tag Sender wie Fox News sehen und hätten daher wenig Mitgefühl für die Bevölkerung in den Ländern des Nahen und Mittleren Ostens. Mit Hilfe von Akronymen werde die Kommunikation beschleunigt und der Tötungsprozess entmenschlicht. Letztlich laute die Botschaft der Drohnen an die Menschen in den betroffenen Länder einfach: "Fuck you, you deserve to die".


eye home zur Startseite
schnedan 01. Jan 2017

is scho geil wie sich manche über ein fehlendes Komma aufregen... herzlichen Glückwunsch!

Gevatter Tod 29. Dez 2016

Zum Befrieden eines Krisengebietes genügt der unbemannte "HunterKiller" nicht. Es Bedarf...

DrWatson 28. Dez 2016

Was man auch nicht vergessen darf: Wenn ein Soldat im Einsatz stirbt, kann man ihn zum...

ml31415 28. Dez 2016

Interessanter Standpunkt, danke. Dennoch denke ich nicht, dass der Techniker damit sagen...

rj.45 28. Dez 2016

Ab dem 20.01.2017 ist alles gut und so!!!



Anzeige

Stellenmarkt
  1. ESCRYPT GmbH - Embedded Security, Bochum
  2. Bertrandt Services GmbH, Karlsruhe
  3. Kienbaum Consultants International GmbH, Stuttgart
  4. Haufe Group, Bielefeld


Anzeige
Top-Angebote
  1. (u. a. Metal Gear Survive 35,99€, Metal Gear Solid V Ground Zeroes 3,99€, PES2018 26,99€)
  2. (u. a. John Wick, Security, Sicario, Paddington, Non-Stop, Pulp Fiction, Total Recall, Die...
  3. 189€ (Bestpreis)

Folgen Sie uns
       


  1. iOS, MacOS und WatchOS

    Apple verteilt Updates wegen Telugu-Bug

  2. Sicherheitslücken

    Mehr als 30 Klagen gegen Intel wegen Meltdown und Spectre

  3. Nightdive Studios

    Arbeit an System Shock Remake bis auf Weiteres eingestellt

  4. FTTH

    Landkreistag fordert mit Vodafone Glasfaser bis in Gebäude

  5. Programmiersprache

    Go 1.10 cacht besser und baut Brücken zu C

  6. Letzte Meile

    Telekom macht Versuche mit Fixed Wireless 5G

  7. PTI und IBRS

    FreeBSD erhält Patches gegen Meltdown und Spectre

  8. Deutsche Telekom

    Huawei und Intel zeigen Interoperabilität von 5G

  9. Lebensmittel-Lieferservices

    Für Berufstätige auf dem Lande oft "praktisch nicht nutzbar"

  10. Fertigungstechnik

    Intel steckt Kobalt und 4,5 Milliarden US-Dollar in Chips



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Ryzen 5 2400G und Ryzen 3 2200G im Test: Raven Ridge rockt
Ryzen 5 2400G und Ryzen 3 2200G im Test
Raven Ridge rockt
  1. Raven Ridge AMD verschickt CPUs für UEFI-Update
  2. Krypto-Mining AMDs Threadripper schürft effizient Monero
  3. AMD Zen+ und Zen 2 sind gegen Spectre gehärtet

Razer Kiyo und Seiren X im Test: Nicht professionell, aber schnell im Einsatz
Razer Kiyo und Seiren X im Test
Nicht professionell, aber schnell im Einsatz
  1. Stereolautsprecher Razer Nommo "Sind das Haartrockner?"
  2. Nextbit Cloud-Speicher für Robin-Smartphone wird abgeschaltet
  3. Razer Akku- und kabellose Spielemaus Mamba Hyperflux vorgestellt

Freier Media-Player: VLC 3.0 eint alle Plattformen
Freier Media-Player
VLC 3.0 eint alle Plattformen

  1. Re: Totgeburt ...

    panzi | 01:03

  2. Re: Besteht denn abseits von Großstadt-Hipstern...

    AntiiHeld | 00:46

  3. Re: nur Windows 10, nur Windows Store?

    MoonShade | 00:43

  4. Re: Ok, also das Handy nicht im Kühlschrank laden

    HerrMannelig | 00:38

  5. Re: Ich behaupte das Gegenteil...

    Neuro-Chef | 00:35


  1. 00:27

  2. 18:27

  3. 18:09

  4. 18:04

  5. 16:27

  6. 16:00

  7. 15:43

  8. 15:20


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel