Mögliche 'Desinformationskampagne der Russen'

Unklar ist auch die Rolle Russlands. Schon nach den ersten Berichten kritisierten einzelne Sicherheitsforscher die dünne Faktenlage, auf dessen Basis Crowdstrike den Angriff mit russischen, möglicherweise sogar staatlich gesponserten Hackergruppen in Verbindung brachte. Guccifer 2.0 macht sich über die Analyse des Unternehmens lustig: Er sei erfreut, dass sie ihm so viele Fähigkeiten zusprechen, tatsächlich aber sei der Angriff "sehr, sehr einfach" gewesen. Er frage sich, wie viele Angreifer in der Zeit außer ihm wohl noch Zugriff hatten.

Stellenmarkt
  1. Application Manager Product Lifecycle Management (m/w/d)
    Birkenstock Group B.V. & Co. KG, Köln
  2. Softwareentwickler (m/w/d) Robotik
    J. Schmalz GmbH, Glatten
Detailsuche

Die Analysten von Crowdstrike dagegen bestätigten noch einmal ihren Befund und die ihrer Meinung nach offensichtlichen Spuren nach Russland. Zumindest kleine Details finden sich auch in den von Guccifer 2.0 veröffentlichten Dateien: An einigen Stellen in den Dokumenten tauchen kyrillische Fehlermeldungen auf, was darauf hindeuten könnte, dass die Dokumente von einer russischsprachigen Person editiert und abgespeichert wurden. Ein stichhaltiger Beweis ist das nicht.

Ein Sprecher des DNC geht noch weiter: "Unsere Experten sind davon überzeugt, dass es sich bei dem Angriff um Hacker der russischen Regierung handelt". Das neue Bekennerschreiben könnte eine "Desinformationskampagne der Russen" sein, heißt es weiter. Anders gesagt: Guccifer 2.0 könnte nur von den ursprünglichen Ergebnissen und von den Spuren nach Russland ablenken.

Trump: Das DNC war es selbst

Der Fall zeigt, wie schwer es immer noch ist, Hackerangriffe genau zurückzuverfolgen. Einzelne Malware, die von bestimmten Gruppen genutzt wird, kann ebenso irreführend sein wie Bekennerschreiben mutmaßlicher Täter. In Zeiten, in denen Hackerangriffe immer öfter auch politische Akteure betreffen, stehen Rolle und Absicht der Angreifer häufig ebenso im Mittelpunkt wie die tatsächlich gestohlenen Daten - dass die Server der US-Demokraten überhaupt mindestens ein Jahr lang angreifbar waren, geht in der Diskussion nahezu völlig unter.

Golem Akademie
  1. Linux-Shellprogrammierung: virtueller Vier-Tage-Workshop
    8.–11. März 2022, Virtuell
  2. PowerShell Praxisworkshop: virtueller Vier-Tage-Workshop
    21.–24. Februar 2022, virtuell
Weitere IT-Trainings

Neben einem einzelnen Angreifer und der Beteiligung russischer Gruppen gibt es übrigens noch ein drittes Szenario. Es kommt, wie könnte es anders sein, aus dem Lager von Donald Trump: "Wir glauben, dass DNC hat sich selbst 'gehackt' um von den vielen Problemen der Partei und ihrer verfehlten Spitzenkandidatin abzulenken", heißt es in einer Pressemitteilung.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
 US-Demokraten: Na, wer hat sie nun gehackt?
  1.  
  2. 1
  3. 2


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Corona-Warn-App
Hohe Kosten, halbherzige Umsetzung

Die digitalen Tools zur Pandemiebekämpfung wie die Corona-Warn-App sind nicht billig. Gerade deshalb sollten sie sinnvoll und effektiv genutzt werden.
Ein IMHO von Friedhelm Greis

Corona-Warn-App: Hohe Kosten, halbherzige Umsetzung
Artikel
  1. Probefahrt mit BMW-Roller CE 04: Beam me up, BMW
    Probefahrt mit BMW-Roller CE 04
    Beam me up, BMW

    Mit futuristischem Design und elektrischem Antrieb hat BMW ein völlig neues Fahrzeug für den urbanen Bereich entwickelt.
    Ein Bericht von Peter Ilg

  2. Mike Ybarra: So will Blizzard das Betriebsklima retten
    Mike Ybarra
    So will Blizzard das Betriebsklima retten

    Kein Mobbing, keine Diskriminierung - und wieder mehr Inhalte für die Kundschaft: Blizzard-Chef Mike Ybarra stellt seine Pläne vor.

  3. Microsoft: Sony äußert sich zur Übernahme von Activision Blizzard
    Microsoft
    Sony äußert sich zur Übernahme von Activision Blizzard

    Rund 20 Milliarden US-Dollar haben die Aktien von Sony verloren. Nun hat der Konzern erstmals den Kauf von Activision Blizzard kommentiert.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • RTX 3070 989€ • The A500 Mini Retro-Konsole mit 25 Amiga-Spielen vorbestellbar 189,90€ • RX 6800 16GB 1.129€ • Intel Core i9 3.7 459,50€ Ghz • WD Black 1TB inkl. Kühlkörper PS5-kompatibel 189,99€ • Switch: 3 für 2 Aktion • RX 6700 12GB 869€ • MindStar (u.a. 1TB SSD 69€) [Werbung]
    •  /