US Cyber Command: USA bauen Cyberwar-Truppe aus

Von 900 auf 4.900 will das US-Verteidigungsministerium das Personal seiner Cyberwar-Truppe Cybercom ausbauen. Unklar ist, woher die Spezialisten kommen sollen.

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General Keith Alexander: Vorrang der Anliegen des Geheimdienstes
General Keith Alexander: Vorrang der Anliegen des Geheimdienstes (Bild: NSA)

Die USA rüsten im Internet auf: Das Verteidigungsministerium will seine Cybertruppe deutlich aufstocken - im defensiven Bereich ebenso wie im offensiven.

Das US Cyber Command (Cybercom) hat derzeit eine Personalstärke von circa 900. In den kommenden Jahren solle das Cybercom auf etwa 4.900 Mitarbeiter aufgestockt werden, berichtet die Washington Post unter Berufung auf Informanten aus dem Pentagon, die namentlich nicht genannt werden wollten.

Ausgefeilte Angriffe

Die Pläne für den Ausbau seien Ende 2012 von hochrangigen Mitarbeitern des US-Verteidigungsministeriums gefasst worden. Sie seien allerdings noch nicht offiziell, weshalb die Quellen anonym bleiben wollten. Anlass seien einige ausgefeilte Cyberattacken gewesen, darunter der Angriff auf das Erdölunternehmen Saudi Aramco, bei dem 30.000 Computer lahmgelegt worden waren.

"Die Bedrohung ist real, und wir müssen darauf reagieren", begründete William J. Lynn, von 2009 bis 2011 stellvertretender US-Verteidigungsminister, die Maßnahme in der New York Times. Allerdings wolle das Ministerium nicht nur die defensiven Fähigkeiten ausbauen.

Drei Einheiten

Drei Einheiten plane das Cybercom aufzubauen: Die National Mission Forces sollten die Computersysteme im Land schützen, vor allem die der Versorgungseinrichtungen. Dort war vor einigen Jahren schon Sabotagesoftware gefunden worden, mit der die Stromversorgung teilweise hätte lahmgelegt werden können. Aufgabe der Cyber Protection Forces werde der Schutz der Computersysteme des US-Militärs.

Hinzu kämen als dritte Einheit die Combat Mission Forces, die Aktionen gegen Gegner planen und durchführen sollten. Dazu könnte beispielsweise gehören, die gegnerischen Gefechtsstände zu deaktivieren, um einen konventionellen Angriff zu unterstützen. Cyberwar-Experten hingegen empfehlen, die eigenen Systeme angemessen zu schützen, statt in den strategischen Cyberwar zu investieren.

Die Pentagon-Mitarbeiter gäben allerdings zu, dass es nicht einfach sein dürfte, so viele Spezialisten zu finden, was den Cybercom-Ausbau erschweren könnte.

Sparzwang und NSA-Verflechtung

Es gibt auch Kritik an den Plänen. Einige Militärs ärgert, dass Cybercom ausgebaut wird, während das Militär allgemein zum Sparen angehalten wird. Kritisiert wird auch die enge Verflechtung zwischen Militär und dem technischen Geheimdienst National Security Agency (NSA) - NSA-Chef General Keith Alexander leitet seit 2009 auch Cybercom. Pentagon-Beamte bezweifeln, ob das Cybercom dadurch überhaupt in der Lage sei, seine militärischen Aufgaben zu erfüllen.

Die Kritiker befürchten, dass die Anliegen des Geheimdienstes Vorrang hätten vor denen des Militärs - dass also eher Werkzeuge zur Überwachung und Spionage entwickelt würden als solche, mit denen sich Gegner ausschalten ließen.

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