US-Boykott: Telekom-Mitarbeiter sollen auf Huawei-Diensthandy verzichten

Durch den US-Boykott ist die Verfügbarkeit von Apps und Diensten aus den USA auf Huawei-Smartphones unsicher. Die Deutsche Telekom rät ihren Mitarbeitern, keine Dienstandys mehr beim Partner Huawei zu bestellen.

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Boykott der USA gegen Huawei
Boykott der USA gegen Huawei (Bild: Martin Wolf / Golem.de)

Die Deutsche Telekom hat ihre Beschäftigten aufgerufen, keine neuen Huawei-Geräte als Diensttelefone anzuschaffen. "Im Sinne des Investitionsschutzes sollte auf einen alternativen Anbieter ausgewichen werden", heißt es in einem Schreiben an die Beschäftigten des Konzerns, das dem Handelsblatt vorliegt. Die Anschaffung eines neuen Huawei-Smartphones für dienstliche Zwecke sei "derzeit nicht empfehlenswert". Beschäftigte, die bereits ein Huawei-Telefon besäßen, dürften dieses weiter dienstlich verwenden.

Mit einem am 15. Mai 2019 erlassenen Dekret erklärte US-Präsident Donald Trump den nationalen Notstand für die Telekommunikation. Das US-Handelsministerium kündigte an, alle Geschäfte zu unterbinden, die ein Risiko für die USA darstellten und setzte Huawei auf eine schwarze Liste, die sogenannte Entity List. Google beendete einen Teil seiner Zusammenarbeit mit Huawei, was den vorzeitigen Zugriff auf Neuversionen und Updates für das Betriebssystem Android blockiert. Auch die Google-Dienste wie der Play Store, Gmail, Google Maps und andere wären nicht mehr zugänglich. Mehrere andere Unternehmen wie ARM und Infineon haben die Zusammenarbeit ebenfalls ausgesetzt. Apps wie Whatsapp oder Facebook könnten betroffen sein, doch Huawei dürfte dafür eine Lösung suchen. Die Anordnung ist für 90 Tage ausgesetzt.

Huawei ist vorbereitet

Huawei hatte sich bereits seit einiger Zeit auf ein derartiges Szenario vorbereitet. Ein Ersatz für das von Google lizenzierte Android soll Ende 2019 in China und Anfang 2020 im Rest der Welt erscheinen. Der interne Name des Betriebssystems ist Hongmeng. In Deutschland hat Huawei jüngst beim Deutschen Patent- und Markenamt den Namen Ark OS registriert.

Ark OS soll mit Android-Apps kompatibel sein - denkbar ist, dass es sich um einen Android-Fork handelt. Mehrere chinesische Hersteller haben eigene Android-Versionen entwickelt, unter anderem Oneplus oder auch Meizu. Außerhalb Chinas beinhalten diese Forks allerdings stets die Google-Services, auf die Huawei aufgrund des Boykotts nach gegenwärtigem Stand verzichten müsste. Jedoch kann davon ausgegangen werden, dass Huawei und Google auf höchster Ebene nach einer Lösung suchen. Apps sollen im eigenen App-Store angeboten werden. Es bleibt aber abzuwarten, inwieweit bekannte Apps dort zu finden sein werden. Theoretisch könnte die Android-Kompatibilität bedeuten, dass sich Apps auch als APKs installieren lassen.

In Deutschland vertreiben die Mobilfunkbetreiber Telekom, Vodafone, Telefónica und Mobile Virtual Network Operator (MVNO) wie United Internet oder Freenet ihre Tarife häufig zusammen mit Endgeräten. Dazu haben sie Lieferabkommen mit Herstellern wie Huawei geschlossen. "Bei uns gibt es große Sorgen, dass wir auf Tausenden unverkäuflichen Smartphones sitzen bleiben", sagte ein ranghoher Manager eines Telekommunikations-Konzerns dem Handelsblatt.

Die drei deutschen Mobilfunkbetreiber, bieten trotz des bevorstehenden Android-Boykotts weiterhin Huawei-Smartphones an. Das erklärten Sprecher der Unternehmen Golem.de auf Nachfrage.

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