US-Boykott: Huawei muss x86-Server-Sparte verkaufen

Huawei verkauft wegen der US-Sanktionen seine Server-Sparte an ein staatliches Konsortium. Intel und Huawei hatten eng zusammengearbeitet.

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Vor einem Jahr stellten Huawei und Intel einen neuen FusionServer Pro V6 vor.
Vor einem Jahr stellten Huawei und Intel einen neuen FusionServer Pro V6 vor. (Bild: Huawei)

Huawei Technologies soll sich in fortgeschrittenen Verhandlungen zum Verkauf seiner x86-Server-Sparte befinden. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf informierte Kreise. Golem.de hat die Informationen aus Branchenkreisen bestätigt bekommen. Durch den US-Boykott gegen das chinesische Unternehmen sind Prozessoren des Partners Intel kaum noch zu erhalten.

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Huawei verkaufe das Servergeschäft an ein Konsortium, zu dem mindestens ein staatlicher Käufer gehört, sagten die Quellen Bloomberg. Der genaue Wert des Vertrags konnte nicht ermittelt werden, aber es sind wahrscheinlich mehrere Milliarden Yuan. Huawei hat den Bericht nicht kommentiert.

In den vergangenen Monaten gab es mehrere potenzielle Käufer aus dem öffentlichen und privaten Sektor. Henan Information Industry Investment, ein in Zhengzhou ansässiges staatliches Unternehmen, das Partner des Servergeschäfts von Huawei war, sei ein führender Bewerber, sagte eine der Personen. An den Gesprächen seien der Unterhaltungselektronikhersteller Huaqin Technology und eine Vermögensverwaltungsgesellschaft beteiligt, die die Provinzregierung von Hubei vertritt. Es ist unklar, ob die Unternehmen separat oder als Teil eines Konsortiums bieten. Während die USA Huawei seit dem Jahr 2018 Verbindungen zu Staat und Geheimdiensten in China vorwerfen und damit die Sanktionen begründen, gelangt so die Serversparte Huawei fast direkt unter die Kontrolle des chinesischen Staates.

US-Sanktionen bringen High Tech in Hände des chinesischen Staates

Durch das Nutzungsverbot von US-Technologie für Huawei kann der weltgrößte Auftragsfertiger TSMC keine SoCs mehr für Huaweis Chipbereich Hisilicon produzieren. Betroffen ist unter anderem Huaweis 7-nm-Chip Kirin 990, der von TSMC gefertigt wurde. Die Smartphone-Marke Honor hatte Huawei bereits im November 2020 für 15 Milliarden US-Dollar an ein chinesisches Konsortium aus 30 Firmen verkauft. Auch hier war mit der Regierung von Shenzhen ein staatlicher Akteur führend. Huawei erhält von US-Firmen wie Qualcomm keine 5G-Chips mehr.

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Die x86-Serverlinie gehört nicht zum Kerngeschäft von Huawei. Das Unternehmen hat für den Bereich Cloud Computing eigene Server entwickelt, die seine eigenen ARM-basierten Kunpeng-Prozessoren verwenden. Noch im September 2020 stellten Intel und Huawei zusammen einen neuen Server in der Reihe FusionServer Pro V6 vor. "Intel ist einer der wichtigsten globalen Partner von Huawei", hatte Huawei zu der Zeit erklärt. Auf internationalen Events von Huawei trat Intel oft als Partner oder Sponsor auf.

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