US-Boykott: Huawei erwägt alternatives Betriebssystem zu Android

Nach dem US-Boykott gegen Huawei will der chinesische Hersteller ein eigenes Betriebssystem für Smartphones weiterentwickeln, gleichzeitig aber auch nach Alternativen anderer Hersteller Ausschau halten. Genügend Teile für eine dreimonatige Produktionsphase seien zudem vorhanden.

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In einem Huawei-Laden in Shenzhen
In einem Huawei-Laden in Shenzhen (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)

Huawei will sein eigenes mobiles Betriebssystem weiterentwickeln, nachdem das chinesische Unternehmen von der aktuellen US-Regierung mit einem Boykott belegt wurde. Das hat Huaweis Repräsentant für die Institutionen der EU, Abraham Liu, Bloomberg zufolge in Brüssel mitgeteilt.

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Zusätzlich soll die Möglichkeit in Betracht gezogen werden, auf andere Betriebssysteme auszuweichen. Sollte Android tatsächlich nicht mehr für Huawei verfügbar sein, "würden Alternativoptionen - entweder von Huawei oder von jemand anderem - herauskommen", sagte Liu. Bereits zuvor hatte Huawei angedeutet, ein eigenes Software-Ökosystem schaffen zu wollen, alternative Optionen zu einer Eigenentwicklung wurden bisher aber noch nicht erwähnt.

Alternativen zu Android sind mittlerweile rar

Bei möglichen Alternativen zu Android und einer Eigenentwicklung ist die Auswahl im Mobilmarkt mittlerweile stark geschrumpft. Es gibt kaum noch Betriebssysteme neben Android und iOS. Zu nennen wäre eventuell noch Sailfish OS, deren native App-Infrastruktur allerdings eher bescheiden ist. Allerdings lässt sich Google in das finnische Betriebssystem einbinden.

Anders als von vielen vermutet, müsste Huawei im Grunde aber gar nicht auf Android verzichten, sondern nur auf die Google-Version des eigentlich kostenlosen Betriebssystems. Die AOSP-Version ohne Gmail, Maps, den Play Store und weitere Google-Bestandteile ist und war immer kostenlos. Inwieweit ein Huawei-Smartphone ohne die Google-Services außerhalb Chinas - wo diese Dienste ohnehin nicht installiert sind - für Kunden attraktiv wären, ist allerdings die Frage.

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Und ob ein eigenes Betriebssystem Huawei aus der Misere hilft, seinen nicht-chinesischen Kunden keine Google-Apps mehr anbieten zu können, ist ebenfalls fraglich. Wahrscheinlich hilft es gar nicht. Dafür müssten App-Entwickler ihre Anwendungen auch für Huaweis App-Store, den es bereits seit längerem gibt, bereitstellen. US-amerikanische Entwickler bekannter und beliebter Apps wie etwa Facebook würden dann aber wohl wieder gegen die Auflagen der US-Regierung verstoßen.

"Offensichtlich besteht hier eine Herausforderung", sagte Liu. "Ich hoffe, dass die Leiter meiner Consumer-Business-Gruppe bald neue Strategien basierend auf der neuen Situation mit Ihnen teilen können." Während der Pressekonferenz betonte Liu nochmals, dass sich Nutzer, die bereits über ein Huawei-Smartphone verfügen, keine Sorgen machen müssen.

Um die Hardware-Produktion muss sich das Unternehmen kurzfristig offenbar ebensowenig sorgen. Huawei soll genügend Chips und andere Komponenten auf Lager haben, um die Produktion ohne neue Lieferungen für weitere drei Monate aufrecht zu erhalten. Seit Mitte 2018 bereite sich das Unternehmen auf den Fall vor, der jetzt eingetreten ist.

Einen Tag nach der Bekanntgabe des Boykotts hat die US-Regierung diesen wieder etwas gelockert. Huawei bekommt eine 90-tägige Schonfrist, in der US-Unternehmen weiter mit dem chinesischen Hersteller handeln dürfen.

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FreiGeistler 22. Mai 2019

Manche Stock-Roms booten nicht mal mehr, wenn man Google Apps vollständig entfernt >:-(

FreiGeistler 22. Mai 2019

Ja weisst du, die Hersteller basteln IMMER ihre Rom aus AOSP. Kein Bedarf für Lineage...

AnDieLatte 22. Mai 2019

Ich schrieb ja schon, je nach Auslegung und wahrscheinlich. Wissen tue ich es nicht...

b.mey 22. Mai 2019

Ich nutze ein Google Pixel 2 XL und bin sehr glücklich damit. Finde Sailfish OS nur...



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