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US-Börse: Halbleiter-Manie an der Nasdaq

Nach Wochen fallender Kurse klettert der Nasdaq seit Mitte April höher und höher. Sind das die lang ersehnten guten Nachrichten für KI-Rechenzentren-Betreiber? Mitnichten.
/ Erich Moechel
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Der Börsengang von Cerebras ist typisch für die aktuelle Stimmung. (Bild: Reuters)
Der Börsengang von Cerebras ist typisch für die aktuelle Stimmung. Bild: Reuters
Inhalt
  1. US-Börse: Halbleiter-Manie an der Nasdaq
  2. Der Philadelphia Semiconductor Index
  3. Das sagen erfahrene Investoren

Der Schock nach dem Angriff auf Iran war nur von kurzer Dauer. Nachdem die Kurse im März stetig fielen, erreicht der Nasdaq-Index seit etwa einem Monat ein Allzeithoch nach dem anderen. Mittlerweile hat sich der Index bei rund 26.000 Punkten etabliert.

Sind das die lang ersehnten guten Nachrichten für die Betreiber von KI-Rechenzentren? Haben die milliardenschweren Verträge von Anthropic und Co. mit den IT-Konzernen die Anleger nun überzeugt? Nein. Denn die Aktien von Microsoft bis Oracle gehen bestenfalls seitwärts.

Der aktuelle Höhenflug wird allein von Unternehmen angetrieben, die Hardware für die geplanten Rechenzentren liefern. Seit einem Kurseinbruch am Freitag zeichnet sich zudem möglicherweise eine Wende ab.

Ein GPU-Cluster auf einem Chip

Der Börsengang des Chipherstellers Cerebras am vergangenen Donnerstag ist typisch für die Stimmung, die derzeit an der Technologiebörse herrscht. Vom ohnehin hohen Ausgabekurs schoss die Aktie gleich um 68 Prozent hinauf, das Unternehmen verfügte zwischendurch über eine Marktkapitalisierung von 95 Milliarden US-Dollar.

Cerebras lässt bei TSMC in Taiwan eigene KI-Chips fertigen, und zwar nicht irgendwelche. Sie sind so groß wie ein 300-mm-Silikon-Wafer, aus dem normalerweise Hunderte Chips geschnitten werden. Es sind GPU-Cluster mit integriertem SRAM-Speicher, in jedem Rack sitzt nur ein solcher Chip. Laut Angaben von Cerebras ist dieser Riesenchip einem Cluster aus Nvidia-Prozessoren beim Abarbeiten von KI-Instruktionen ("inference") um den Faktor 15 überlegen.

Manische Fantasien

Natürlich "beflügelt das die Fantasie der Anleger", wie es im Jargon der Börsianer heißt. Wie die Kursverläufe allerdings zeigen, ist deren Fantasie auch so schon angeregt genug. Die Aktien aller Hardwarehersteller, deren Produkte nur irgendwie in Zusammenhang mit KI-Rechenzentren stehen, gehen seit Wochen durch die Decke(öffnet im neuen Fenster). Analysten sprechen inzwischen von einer "Manie", denn rational ließen sich solche Kursanstiege nicht erklären.

Für KI-Datenzentren braucht es neben speziellen Prozessoren naturgemäß auch Router. Nach Börsenschluss am Mittwoch übertraf Cisco mit seinem Quartalsergebnis die Erwartungen der Analysten deutlich und obendrein präsentierte das Unternehmen einen hervorragenden Outlook. Tags darauf schoss die Aktie des Router-Weltmarktführers um mehr als zwölf Prozent in die Höhe.

Zu diesem Höhenflug der Cisco-Aktie trugen auch Massenentlassungen bei.


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