Enger und kaum einhaltbarer Zeitplan
"Das Human Landing System soll vom Projektstart bis zum Start in 79 Monaten fertiggestellt werden, was 13 Monate kürzer ist als der Durchschnitt der Nasa-Großprojekte", schreibt das Gao in seinem Bericht. Es sei unrealistisch zu erwarten, dass das HLS-Programm (bei Artemis III ist es das modifizierte Starship) die Entwicklung mehr als ein Jahr schneller als der Durchschnitt abschließen werde, gibt die Behörde zu bedenken.
Die Auswirkungen würden jedoch nicht die geplante Mondmission Artemis II betreffen. Diese soll Ende 2024 vier Menschen zum Mond bringen, jedoch nicht auf dem Trabanten landen lassen. Es wird ein Rundflug sein. Zwar hält die Nasa weiterhin an dem Starttermin im November 2024 fest, vermutlich wird sich der Launch aber um wenige Monate auf das Jahr 2025 verschieben.
Der zweite Start des Starships am 18. November 2023 zeigte laut der Gao deutliche Fortschritte. Die Rakete hat demzufolge fast die Orbitalgeschwindigkeit erreicht. Zudem erbrachten alle Raptor-Triebwerke der Rakete die erwünschte Leistung. Jedoch bestehe weiterhin ein "großes Volumen an verbleibenden Arbeiten" für SpaceX, bis sie ein funktionstüchtiges Landefahrzeug für den Mond fertigstellen können, heißt es von der Behörde.
Zudem muss die Landefähre im Weltraum durch andere Starship-Tankraumschiffe betankt werden. Sie sollen ein Treibstoffdepot in der erdnahen Umlaufbahn bilden.
Das umgebaute Starship soll an die Tankschiffe andocken, um den nötigen Treibstoff für die Reise zum Mond, die Landung am Mond-Südpol und den Rückflug aufzutanken. "Aus den Unterlagen der Nasa geht hervor, dass SpaceX nur begrenzte Fortschritte bei der Entwicklung der Technologien gemacht hat, die zur Unterstützung dieses Aspekts seines Plans erforderlich sind", schrieb die Gao.
Auch der Entwurf der Raumanzüge bereitet Probleme
Ähnlich sieht es bei Axiom aus. Bei den neuen kommerziellen Raumanzügen müssen "noch erhebliche Anstrengungen unternommen werden, um die Designprobleme" zu lösen. Die Anzüge sollen den Astronauten nämlich Mobilität beim Betreten der Mondoberfläche bieten. Die derzeitigen Raumanzüge der Nasa sind veraltet und haben nicht die nötige Flexibilität, um damit in einer Umgebung mit geringer Schwerkraft zu laufen.
Axiom greift bei ihrer Entwicklung auf die Vorarbeit der Nasa bei der Modernisierung der Raumanzüge zurück. Es zeigte sich jedoch, dass "der ursprüngliche Entwurf der Nasa nicht das für die Artemis-III-Mission erforderliche Mindestmaß an lebensnotwendiger Unterstützung" bot, erklärt die Gao in ihrem Bericht. "Infolgedessen sagten Vertreter von Axiom, dass sie bestimmte Aspekte des Raumanzugs neu entwerfen könnten, was die Lieferung für die Mission verzögern könnte." Ein Start im Jahr 2025 scheint somit immer unwahrscheinlicher zu werden.