US-Army: Open Source soll bei der Cyber-Sicherheit helfen
Unter dem Namen Dshell hat die US Army ein Werkzeug zur Netzwerkanalyse als Open-Source-Projekt veröffentlicht. Es kann als Pcap gespeicherten Traffic auslesen und nach verschiedenen Kriterien durchsuchen. Die Army nennt Dshell ein forensisches Werkzeug, das zur Abwehr von Cyberangriffen dienen soll. Mit der Veröffentlichung erhofft sich die Army Hilfe von der Open-Source-Community. Sie soll helfen, das Werkzeug zu verbessern und mit zusätzlichen Modulen auszustatten.
Ein kurzer Blick in den Code, der auf Github(öffnet im neuen Fenster) bereitliegt, zeigt, dass Dshell Datenpakete nicht nur filtern, sondern auch HTTP-Streams wieder zusammenfügen kann. Anhand von DNS-Informationen lassen sich Rückschlüsse auf die Datenquelle ziehen, über eine integrierte GeoIP-Funktion lässt sich die Quelle auf Kartenmaterial abbilden. Diverse Filter-Plugins runden die vornehmlich aus Python-Code bestehende Software ab. Das Plugin Snort beispielsweise erlaubt Filterregeln, die im Syntax des freien Intrusion Detection Systems erstellt wurden. Ein weiteres Plugin generiert Ergebnisse in HTML, ähnlich wie der Paket-Sniffer Wireshark.
Im Vergleich zu anderer Software lasse sich Dshell einfacher mit zusätzlichen Funktionen ausstatten, schreibt die Army(öffnet im neuen Fenster). Außerdem solle Dshell helfen, gewonnene Informationen einfacher zwischen verschiedenen Regierungsorganisationen, aber auch mit privaten Unternehmen auszutauschen, heißt es in der offiziellen Mitteilung der US-Streitkräfte. Der US-Regierung soll es bereits geholfen haben, eine bessere Analyse von gesammelten Daten durchzuführen. Beispielergebnisse hat die Army bei Github veröffentlicht, darunter eine Webseite zu Neuigkeiten über den Autoren Rainald Goetz, eine mit dem Namen Barschel sowie eine MP3-Datei, offenbar mit Technomusik.
Milliardenbudget für Cyber-Sicherheit
Nach dem medienwirksamen Einbruch in die Netzwerke von Sony Pictures hatte US-Präsident Barack Obama angekündigt, mehr in die Sicherheit der IT-Infrastrukturen der US-Regierung zu investieren. Auch die Privatwirtschaft solle von der neuen Initiative profitieren. Gestern hat Obama den Gesetzgebern einen Budgetplan vorgelegt. Demnach sollen 2016 14 Milliarden US-Dollar in Cyber-Sicherheit investiert werden, darunter auch in die Weiterentwicklung des regierungseigenen Intrusion Detection Systems namens Einstein(öffnet im neuen Fenster), das unter anderem vom US-CERT entwickelt wurde.
Aus dem Budget sollen 227 Millionen US-Dollar in die Schaffung eines sogenannten Civilian Cyber Campus investiert werden, der unter anderem die Partnerschaften zwischen privaten Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen bei der Cyber-Abwehr fördern soll. Weitere 160 Millionen US-Dollar sollen in den Schutz des Waffenprogramms bei dem nationalen Büro für nukleare Sicherheit fließen, einer Unterabteilung des US-Energieministeriums, berichtet Recode(öffnet im neuen Fenster).
Geld für die Cyber-Industrie
Von den Milliarden werden auch zahlreiche Unternehmen profitieren, die bereits seit längerem IT-Sicherheitslösungen anbieten, darunter Waffenhersteller wie Lockheed Martin, General Dynamics, Northrop Grumman und Raytheon. Auch der ehemalige Arbeitgeber Edward Snowdens, Booz Allen Hamilton, wird vermutlich von dem Budget profitieren.
Das Pentagon soll insgesamt 5,5 Milliarden US-Dollar für Cybersicherheit ausgeben können. In einer Anhörung vor dem US-Kongress beklagte sich der leitende Waffentester bei dem US-Verteidigungsministerium über gravierenden Sicherheitslücken in fast jedem Waffenprogramm, vor allem wegen falsch konfigurierter und nicht aktueller Software.
Vielleicht sucht die US Army auch deshalb Hilfe bei der Open-Source-Gemeinschaft.
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