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US-Armee: Laserwaffen gegen Drohnen auf Geländefahrzeugen

Die US-Armee hat auf Geländefahrzeugen montierte Laserwaffen in Empfang genommen. Die 20-Kilowatt-Systeme sind binnen 15 Minuten einsatzbereit.
/ Andreas Donath
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LOCUST 20 kW auf Joint Light Tactical Vehicle (Bild: Aerovironment)
LOCUST 20 kW auf Joint Light Tactical Vehicle Bild: Aerovironment

Die US-Armee hat zwei Laserwaffensysteme erhalten, die auf Joint Light Tactical Vehicles(öffnet im neuen Fenster) montiert sind. Dies soll ein Schritt in Richtung mobiler Drohnenabwehrfähigkeiten sein. Aerovironment lieferte die Systeme(öffnet im neuen Fenster) als Teil der zweiten Ausbaustufe des Army Multi-Purpose High Energy Laser-Programms aus.

Die aktuelle Auslieferung folgt auf eine frühere Bereitstellung aus dem September 2025, als Aerovironment die erste Ausbaustufe von Systemen auf General Motors Defense Infantry Squad Vehicles(öffnet im neuen Fenster) lieferte. Die neuen JLTV-basierten Systeme verfügen über die gleiche Leistung, beinhalten aber einen größeren Strahllenker, der die Leistung auf Distanz verbessern soll.

Die Lasersysteme können innerhalb von 15 Minuten einsatzbereit sein und verfügen über ein Target Acquisition and Tracking System mit 360-Grad-Rotation bei einer Verstellgeschwindigkeit von 100 Grad pro Sekunde. Ein einzelner Soldat kann das System mit einem Standard-Xbox-Controller steuern.

Einsatzhistorie des LOCUST-Systems

Aerovironment lieferte sein LOCUST-Laserwaffensystem(öffnet im neuen Fenster) (Low-Cost Unmanned Aerial Vehicle Swarming Technology) erstmals 2022 im Rahmen des Palletized-High-Energy-Laser-Programms aus. Diese Systeme sind laut Unternehmensangaben seit über drei Jahren außerhalb der Vereinigten Staaten stationiert.

Das LOCUST-System verfügt über ein Radar mit Phased-Array-Antenne und elektronischer Strahlschwenkung. Locust ist laut Hersteller mit mehreren Sensoren ausgestattet, darunter einer SWIR-Kamera (Short Wave Infrared) mit 3-fachem Zoom, einem augensicheren Laserentfernungsmesser sowie MWIR-Sensoren (Midwave Infrared) mit Zoomoptik. Die Sensoren sollen die Verfolgung mehrerer Ziele, selbst bei kleinen, schwarmartigen Bedrohungen, ermöglichen.

Die Systeme haben Berichten zufolge während operativer Einsätze bereits Drohnen bekämpft. Mary Clum, Präsidentin für Weltraum, Cyber und gerichtete Energie bei Aerovironment, erklärte, die Technologie habe sich in realen Umgebungen bewährt und das Unternehmen konzentriere sich nun auf die Serienfertigung.

Das neue System verfügt über bordeigene Stromversorgung. Die modulare, offene Architektur ermöglicht laut Hersteller auch die Wartung im Feld. Die genaue Reichweite der Waffen bleibt geheim, angeblich sollen es mehrere Kilometer sein, wobei dies auch von den Wetterbedingungen abhängt.

Die Verlagerung von stationären Anlagen zu mobilen Plattformen spiegelt veränderte militärische Anforderungen für die Frontverteidigung gegen kleine unbemannte Drohnen wider, die sich im Ukrainekrieg zeigen.

Was kann das Joint Light Tactical Vehicle?

Das Joint Light Tactical Vehicle (JLTV) ist ein leichtes gepanzertes Mehrzweckfahrzeug, das von Oshkosh Defense für die US-Streitkräfte entwickelt wurde. Das Fahrzeug entstand als Reaktion auf die Bedrohung durch improvisierte Sprengsätze im Irakkrieg und sollte die Lücke zwischen den unzureichend geschützten Humvees und den schweren, unhandlichen MRAP-Fahrzeugen schließen. Im August 2015 gewann Oshkosh mit dem L-ATV den Wettbewerb gegen Lockheed Martin und AM General. Das JLTV bietet einen Schutz, der mit frühen MRAP-Fahrzeugen vergleichbar ist, wiegt aber mit 6.400 Kilogramm nur etwa ein Drittel der schweren MRAP-Varianten. Angetrieben wird es von einem 400 PS starken Duramax-V8-Turbodiesel und es verfügt über das intelligente TAK-4i-Federungssystem von Oshkosh mit bis zu 51 Zentimeter Federweg.

Das JLTV erreicht ein Leergewicht von 6.400 Kilogramm und liegt damit deutlich unter den schweren MRAP-Fahrzeugen, die teilweise mehr als doppelt so schwer sind. Je nach Konfiguration kann das Fahrzeug unterschiedliche Nutzlasten transportieren: In der Combat Tactical Vehicle-Ausführung sind vier Passagiere und 1.600 Kilogramm Fracht möglich, während die Combat Support Vehicle-Variante zwei Passagiere und bis zu 2.300 Kilogramm Ladung aufnimmt. Der von Gale Banks Engineering entwickelte 866T-V8-Turbodiesel basiert auf der Architektur des General Motors Duramax L5P und leistet 400 PS bei einem Drehmoment von 1.152 Newtonmetern. Das Sechsgang-Automatikgetriebe von Allison überträgt die Kraft auf alle vier Räder.


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