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US-Armee erhält ersten M1E3-Prototyp: Kampfpanzer mit Autoloader und Hybridantrieb

Die US Army hat den Prototyp des M1E3 Abrams erhalten. Interessant sind nicht nur Autoloader und Hybridantrieb, sondern auch die kurze Entwicklungszeit.
/ Andreas Donath
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Detailaufnahme des M1E3-Prototyps (Bild: U.S. Army)
Detailaufnahme des M1E3-Prototyps Bild: U.S. Army

Die US Army hat den ersten Prototyp des M1E3 Abrams erhalten. Das berichtete The War Zone.(öffnet im neuen Fenster) Das Fahrzeug soll 18 Tonnen leichter werden als aktuelle Varianten, einen Autoloader erhalten und mit Hybridantrieb ausgestattet werden. Tests beginnen Anfang 2026. Die Entwicklungszeit wurde dabei von ursprünglich 65 auf 24 bis 30 Monate stark verkürzt.

Der von Roush im Auftrag von General Dynamics Land Systems gebaute Testpanzer markiert einen Wendepunkt nach Jahrzehnten kontinuierlicher Gewichtszunahme. Aktuelle M1A2-SEPv3-Varianten wiegen rund 78 Tonnen, der M1E3 soll auf 60 Tonnen reduziert werden.

Panzer mit Hybridmotor

Veröffentlichte Teilaufnahmen des M1E3 Abrams zeigen deutliche Unterschiede zu bisherigen Modellen: Die Wannenkonstruktion weist zwei Luken statt einer einzelnen Fahrerluke auf, was auf eine reorganisierte Besatzungsanordnung hindeutet. Am Turm ist links von der Geschützblende ein Sensorfenster zu erkennen, das bei aktuellen Abrams-Modellen fehlt.

Die Armee beantragte für das Haushaltsjahr 2026 insgesamt 723,5 Millionen US-Dollar für das Programm. Vier Prototypen sollen 2026 in aktiven Verbänden eingesetzt werden, um Rückmeldungen von Besatzungen zu Ergonomie und operativen Abläufen zu sammeln. Die beschleunigte Entwicklung geht auf eine Direktive von Army Chief of Staff Gen. Randy George zurück, der die ursprüngliche Timeline um mindestens zwei Drittel kürzen ließ.

Technologiesprung statt Evolution

Das System basiert auf einer Studie des Army Science Board aus dem Jahr 2019, die einen Entwicklungspfad für ein Kampffahrzeug der fünften Generation empfahl. Zu den Kernforderungen gehören Hybridelektroantrieb, Autoloader, fortgeschrittene Munition und eine verbesserte Netzwerkintegration.

Der Hybridantrieb soll laut Alex Miller, Chief Technology Officer der Army, rund 40 Prozent bessere Kraftstoffeffizienz liefern als die aktuellen Gasturbinen. Gleichzeitig würden thermische und akustische Signaturen reduziert, was die Ortung erschwere.

Ein Autoloader würde die Besatzung von vier auf drei Mann verkleinern – eine bisher vermiedene Lösung aufgrund der Erfahrungen mit den Problemen sowjetischer Fahrzeuge, bei denen die Munition bei bestimmten Trefferlagen detoniert.

Anders als beim AbramsX-Technologiedemonstrator von General Dynamics aus dem Jahr 2022, der einen unbemannten Turm mit abgeschirmter Besatzungskapsel zeigte, bleibt unklar, ob das finale M1E3-Design diese Konfiguration übernehmen wird. Bis zur M1E3-Serienproduktion soll eine geringe M1A2 SEPv3-Fertigung fortgesetzt werden.

Lehren aus der Ukraine

Die Entscheidung, die geplante M1A2 SEPv4-Variante im September 2023 zu streichen und Ressourcen auf den M1E3 umzuleiten, reflektiert Erkenntnisse aus dem Ukraine-Krieg. Dort zeigten sich Verwundbarkeiten bisheriger Designs gegenüber Loitering Munitions und Drohnen.

Aktive Schutzsysteme sollen beim M1E3 von Grund auf integriert, statt als externe Kits nachgerüstet zu werden. Aktuelle Abrams mit dem israelischen Trophy-System nutzen Aufbaulösungen, die zum Gewichtsproblem beitragen. Zudem sind dedizierte Anti-Drohnen-Fähigkeiten eingeplant.

Die erweiterten Bewaffnungsoptionen umfassen möglicherweise den Einsatz von Loitering Munitions und rohrgestarteten Panzerabwehrlenkraketen(öffnet im neuen Fenster). Zudem soll moderne Munition wie programmierbare Airburst-Geschosse verwendet werden können.


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