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Urwahn Waldwiesel im Test: Ein Gravelbike gegen den inneren Schweinehund

Mit bemerkenswerter Technik und 3D-gedrucktem Stahlrahmen soll sich das Waldwiesel abheben. Aber was bringt das auf der Straße und im Gelände?
/ Mario Petzold
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Das Urwahn Waldwiesel ist zahmer, aber auch praktischer als erwartet. (Verzerrung am rechten Rand durch das Kameraobjektiv) (Bild: Golem/Mario Petzold)
Das Urwahn Waldwiesel ist zahmer, aber auch praktischer als erwartet. (Verzerrung am rechten Rand durch das Kameraobjektiv) Bild: Golem/Mario Petzold
Inhalt
  1. Urwahn Waldwiesel im Test: Ein Gravelbike gegen den inneren Schweinehund
  2. Urwahn Waldwiesel: Zubehör und App
  3. Im Gelände gibt es Nachteile
  4. Urwahn Waldwiesel: Verfügbarkeit und Fazit

Die erste Reaktion auf das Gravelbike von Urwahn fällt stets gleich aus: Da fehlt doch was. Wobei nicht immer das Sitzrohr gemeint ist. Kundige Beobachter finden es deutlich erstaunlicher, dass keine sichtaren Schweißnähte am Metallrahmen vorhanden sind.

Damit wäre das Alleinstellungsmerkmal von Urwahn bereits vorgestellt. Der Rahmen aus Stahl wird in Magdeburg in einem 3D-Druckverfahren hergestellt. Nur die Rohre werden vorgefertigt und an den Verbindungsstellen ist der Rahmen auch weiterhin geschweißt.

Das Ergebnis nennt sich Fairframe(öffnet im neuen Fenster) , auf dessen lokale Wertschöpfung der Hersteller Urwahn viel Wert legt. Die unkonventionelle Fertigung ermöglicht die ungewöhnliche Rahmenform. Die soll allerdings nicht nur auffallen, sondern lässt den Rahmen als Ganzes Stöße abfedern, was ziemlich gut funktioniert. Das zeigte sich im Ansatz schon beim Test des Urwahn Platzhirsch .

Technik aus dem Premiumregal

Passend ausgewählt zeigt sich die Antriebstechnik. Tretlager und Hinterradnabe sind mit einem Riemen verbunden. Geschaltet wird im Tretlager mit einem Getriebe von Pinion namens Smart Shift C1.12i(öffnet im neuen Fenster) .

Urwahn Waldwiesel Probe gefahren
Urwahn Waldwiesel Probe gefahren (06:56)

Die Gangwechsel erfolgen elektrisch und halbautomatisch. Das heißt, dass die Schaltung nach dem Anhalten für das neuerliche Anfahren in einen niedrigen Gang wechselt. Zudem kann man dem System beibringen, die Gänge annähernd automatisch zu wechseln, je nach aufgewendeter Kraft und gefahrener Geschwindigkeit.

Beim Schalten selbst gibt es im Grunde nichts zu beachten. Ob mit oder ohne Last, am Berg oder bei freier Fahrt: die Gänge wechseln nahtlos, stets mit einem feinen elektronischen Surren. Lediglich bei höheren Geschwindigkeiten könnte die ganz große Übersetzung vermisst werden. Man gerät dann etwas zu schnell ins Strampeln.

Motor im Kleinformat

Elektrisch unterstützen soll das kleinste System von Mahle namens X20. Das bietet mit 65 Nm eigentlich immer genug Extraschwung. Zusammen mit dem kleinen Akku mit lediglich 236 Wh wiegt es weniger als 3 kg.

So bleibt auch das Waldwiesel bei nur 15 kg Gesamtgewicht, bei 120 kg Maximalbelastung. Das ginge sicher noch leichter, aber für ein robustes Elektrorad mit Stahlrahmen ist auch dieser Wert ganz respektabel.

Trotz der sehr begrenzten Kapazität des Akkus, der sich fest verbaut im Unterrohr befindet, werden bis zu 100 km Reichweite angegeben. 50 km sollen es mindestens sein. Unsere Testfahrten bestätigen die goldene Mitte. Trotz welligen Profils und häufig höchster Motorleistung werden stets um die 70 km Gesamtreichweite prognostiziert.


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