Abo
  • IT-Karriere:

Urteil zu Affen-Selfie: Tiere können keine Urheberrechte geltend machen

Der Schopfaffe Naruto kann nicht von seinen Urwald-Selfies profitieren. Ein Berufungsgericht empfiehlt dem Affen aber eine Klage gegen die Tierschützer von Peta, die seine Interessen verraten hätten.

Artikel veröffentlicht am ,
Kein Urheberrecht an eigenen Fotos: der Schopfaffe Naruto
Kein Urheberrecht an eigenen Fotos: der Schopfaffe Naruto (Bild: Public Domain)

Die Tierschutzorganisation Peta ist auch in zweiter Instanz mit einer Klage um die Rechte an einem Affen-Selfie gescheitert. Ein Bundesberufungsgericht in San Francisco bestätigte in einem Urteil vom 23. April 2018 die Entscheidung eines Bezirksgerichts vom Januar 2016. Dem 41-seitigen Urteil (PDF) zufolge sind die Richter ebenfalls der Überzeugung, dass Tieren keine Klagebefugnis im Sinne des Urheberrechtsgesetzes zusteht.

Stellenmarkt
  1. ISSENDORFF KG, Laatzen
  2. über experteer GmbH, Raum Heidelberg / Rhein-Neckar

Erst in der vergangenen Woche war bekanntgeworden, dass das Gericht einen Vergleich zwischen Peta und dem beklagten Fotografen David Slater abgelehnt hatte. Peta hatte vorgegeben, die Interessen des Makaken Naruto zu vertreten und dessen Urheberrechte an Fotos geltend zu machen. Der Affe hatte im Jahr 2011 mit der Kamera des Fotografen David Slater Fotos in Indonesien gemacht, die unter anderem durch einen Streit mit dem Online-Lexikon Wikipedia weltweit bekanntgeworden waren. In dem im September 2017 getroffenen Vergleich hatte sich Slater verpflichtet, 25 Prozent der künftigen Einnahmen aus einem Buch mit den Affenfotos für den Erhalt der Makaken-Lebensräume in Indonesien zu spenden.

Peta kein "enger Freund" von Naruto

Doch das Gericht wollte diesen Vergleich unter anderem deshalb nicht gelten lassen, weil der Affe darin gar nicht erwähnt war. Diese Kritik an Peta wiederholte das Gericht in seinem Urteil. Darin machten sich die Richter über den von Peta geltend gemachten Status als "enger Freund" (Next Friend) Narutos lustig. Nach diesem Prinzip haben beispielsweise Bürgerrechtler im Namen von Gefangenen geklagt, die im US-Gefangenenlager Guantánamo auf Kuba inhaftiert waren. Zwar hatte die deutsche Primatenforscherin Antje Engelhardt zunächst die Klage unterstützt, war aber später wieder aus dem Prozess ausgestiegen.

Nach Ansicht des Gerichts hat es Peta zum einen versäumt, eine enge Beziehung zu dem Affen darzulegen, die für ein Vertretung als "enger Freund" erforderlich wäre. Zum anderen könnten Tiere auf Basis von US-Gesetzen nicht durch "enge Freunde" vertreten werden. Darüber hinaus warf das Gericht der umstrittenen Organisation vor, "Naruto als unwissenden Bauern für seine ideologischen Ziele zu benutzen". Doch genau das solle mit dem "Next-Friend"-Prinzip verhindert werden, da dieses eine bedeutsame Beziehung zwischen den Personen und weniger institutionelle Interessen voraussetze.

Affe sollte Peta verklagen

Wenn Peta wirklich ein "Freund" von Naruto wäre, hätte die Organisation sicher keinen Vergleich schließen wollen, in dem der Affe gar nicht erwähnt worden wäre, hieß es weiter in einer Fußnote. Weil sich eine Niederlage in dem Prozess abgezeichnet hätte, seien die Interessen des Affen von Peta fallengelassen worden. Damit habe ein Urteil verhindert werden sollen, das gegen die institutionellen Interessen von Peta gerichtet gewesen sei.

"Wenn er in der Lage wäre, den Verzicht einzuschätzen, hätte Naruto möglicherweise eine Klage wegen Vertrauensbruchs gegen seinen (früheren) engen Freund Peta erhoben, weil sie versäumt haben, seine Interessen an Stelle ihrer eigenen zu vertreten". Das Gericht gab zumindest dem Antrag der Beklagten statt, dass Peta deren Anwaltskosten für das Berufungsverfahren übernehmen muss. Es war spekuliert worden, dass Peta auch deshalb einen Vergleich abgeschlossen hatte, um nicht auf hohen Gerichts- und Anwaltskosten sitzenzubleiben.

Wie es mit dem Prozess weitergeht, ist unklar. Peta könnte ein Urteil "en banc" beantragen, an dem dann die Mehrheit oder alle Richter des Berufungsgerichts beteiligt wären. Ein Gang zum Obersten Gericht der USA wäre ebenfalls möglich. Angesichts der eindeutigen Niederlagen scheint dies eher unwahrscheinlich.



Anzeige
Top-Angebote
  1. (u. a. Inno3D Geforce RTX 2070 X2 OC für 399,00€, Zotac Gaming Geforce RTX 2080 AMP Extreme...
  2. 199,90€ (Bestpreis!)
  3. (Restposten und Einzelstücke reduziert)
  4. (u. a. 50 Zoll für 449,00€, 43 Zoll für 399,00€, 58 Zoll für 529,00€)

ternot 25. Apr 2018

Klappe zu, Affe tot!

Anonymer Nutzer 25. Apr 2018

Also fast so, wie Peta das mit dem Affen machen wollte: man sah ein Interesse, welches...

Arestris 25. Apr 2018

Also ich würde für PETA niemals einen Cent spenden. Wofür verwenden sie es denn? Ohja...

AllDayPiano 25. Apr 2018

Wenn die Wespen nicht stören, sollte man sie auch belassen. Das sind wichtige Tiere fürs...

Apfelbrot 24. Apr 2018

Nein ist sie nicht, man muss zwischen dem Biologischen und Juristischen Begriff...


Folgen Sie uns
       


Mercedes EQC Probe gefahren

Wie schlägt sich der neue EQC von Mercedes im Vergleich mit anderen Elektroautos? Golem.de hat das SUV in der Umgebung von Stuttgart Probe gefahren.

Mercedes EQC Probe gefahren Video aufrufen
Dick Pics: Penis oder kein Penis?
Dick Pics
Penis oder kein Penis?

Eine Studentin arbeitet an einer Software, die automatisch Bilder von Penissen aus Direktnachrichten filtert. Wer mithelfen will, kann ihr Testobjekte schicken.
Ein Bericht von Fabian A. Scherschel

  1. Medienbericht US-Regierung will soziale Netzwerke stärker überwachen
  2. Soziales Netzwerk Openbook heißt jetzt Okuna
  3. EU-Wahl Spitzenkandidat Manfred Weber für Klarnamenpflicht im Netz

Verkehrssicherheit: Die Lehren aus dem tödlichen SUV-Unfall
Verkehrssicherheit
Die Lehren aus dem tödlichen SUV-Unfall

Soll man tonnenschwere SUV aus den Innenstädten verbannen? Oder sollten technische Systeme schärfer in die Fahrzeugsteuerung eingreifen? Nach einem Unfall mit vier Toten in Berlin mangelt es nicht an radikalen Vorschlägen.
Eine Analyse von Friedhelm Greis

  1. Torc Robotics Daimler-Tochter testet selbstfahrende Lkw
  2. Edag Citybot Wandelbares Auto mit Rucksackmodulen gegen Verkehrsprobleme
  3. Tusimple UPS testet automatisiert fahrende Lkw

Mobile-Games-Auslese: Superheld und Schlapphutträger zu Besuch im Smartphone
Mobile-Games-Auslese
Superheld und Schlapphutträger zu Besuch im Smartphone

Markus Fenix aus Gears of War kämpft in Gears Pop gegen fiese (Knuddel-)Aliens und der Typ in Tombshaft erinnert an Indiana Jones: In Mobile Games tummelt sich derzeit echte und falsche Prominenz.
Von Rainer Sigl

  1. Mobile-Games-Auslese Verdrehte Räume und verrückte Zombies für unterwegs
  2. Dr. Mario World im Test Spielspaß für Privatpatienten
  3. Mobile-Games-Auslese Ein Wunderjunge und dreimal kostenloser Mobilspaß

    •  /