• IT-Karriere:
  • Services:

Urteil: DWD darf Warnwetter-App nicht kostenlos anbieten

Der Deutsche Wetterdienst darf seine beliebte Warnwetter-App nicht länger kostenlos anbieten. Das hat ein Gericht entschieden und damit Wetteronline Recht gegeben, die die Warnwetter-App als Wettbewerbsverzerrung sehen.

Artikel veröffentlicht am , /dpa
Warnwetter-App darf nicht länger kostenlos angeboten werden
Warnwetter-App darf nicht länger kostenlos angeboten werden (Bild: Deutscher Wetterdienst)

Das wird Wetterinteressierte wohl nicht freuen: Laut einem Urteil des Landgerichts Bonn darf die Warnwetter-App des Deutschen Wetterdienstes nicht länger kostenlos angeboten werden. Die App der Wetterbehörde warnt vor Unwettern und liefert zusätzlich Wetterberichte. Das sieht die private Konkurrenz als Wettbewerbsverzerrung - und hat vor Gericht Recht erhalten.

Wetteronline hat geklagt

Stellenmarkt
  1. DB Vertrieb GmbH, Frankfurt (Main)
  2. INTENSE AG, Würzburg, Köln, Saarbrücken

Die kostenlose Warnwetter-App des Deutschen Wetterdienstes (DWD) für Smartphones, Tablets und Computer verstößt nach der Gerichtsentscheidung gegen das Wettbewerbsrecht. Die seit 2015 angebotene App verbreite nicht nur amtliche Warnungen, sondern informiere umfassend über das Wetter, entschied das Landgericht Bonn. Deshalb müsse der Deutsche Wetterdienst nach den gesetzlichen Grundlagen eine Vergütung verlangen.

Geklagt hatte Wetteronline, ein privater Anbieter einer Wetter-App mit Sitz in Bonn. Wetteronline verlangt für seine App Geld oder zeigt Werbung in der App an, um so mit der App Geld zu verdienen. Das Unternehmen sieht in dem kostenlosen Konkurrenzangebot des öffentlichen Deutschen Wetterdienstes eine steuerfinanzierte Wettbewerbsverzerrung.

Sichtweise des Gerichts

Durch das Anbieten der Warnwetter-App handelt es sich nach Ansicht des Gerichts um eine geschäftliche Handlung im Sinne des Wettbewerbsrechts, weil der Deutsche Wetterdienst Dienstleistungen in Konkurrenz zu privaten Unternehmen anbietet. Insoweit handelt der Deutsche Wetterdienst nicht hoheitlich, sondern wird als wirtschaftliches Unternehmen tätig. Hierzu ist es unerheblich, dass die Warnwetter-App kostenfrei angeboten wird.

Denn mit der App fördere der Deutsche Wetterdienst sein eigenes Unternehmen, steigere seine Bekanntheit und sein Ansehen auf dem Markt der Wetterdienstleister und damit seine Marktmacht, meint das Gericht. Damit sei das Angebot wettbewerbswidrig und der Deutsche Wetterdienst müsse für seine Dienstleistungen eine Vergütung verlangen, so das Urteil des Gerichts.

DWD wird Urteil prüfen

Ein DWD-Sprecher wollte sich zu Konsequenzen aus dem Urteil zunächst nicht äußern. Erst müsse die vollständige Urteilsbegründung abgewartet werden. Der Deutsche Wetterdienst verfolge mit der App als Behörde aber keine kommerziellen Ziele, betonte der Sprecher. Es gehe darum, Hintergründe zu Wetterwarnungen über ein zeitgemäßes Medium zu verbreiten, das Menschen wirklich erreiche. So bekämen Bürger die nötigen Informationen, um Wetterwarnungen realistisch einzuschätzen.

Ein Sprecher des Verbandes deutscher Wetterdienstleister begrüßte das Urteil. Der Deutsche Wetterdienst sei mit der App weit über seinen Auftrag hinausgeschossen. Die Behörde solle Daten erheben, aufbereitet zur Verfügung stellen und vor Wettergefahren warnen. Die Warnwetter-App mache weit mehr als das.

Wetterdaten für alle

Der DWD-Sprecher hielt dagegen, in der App werde absichtlich nur ein geringer Teil der Informationen verbreitet, die der Wetterdienst habe. Dagegen stelle der Deutsche Wetterdienst seit dem Sommer 2017 alle seine Daten kostenlos den privaten Diensten für ihre Arbeit zur Verfügung. Die privaten Wetterdienste in Deutschland kämpften an der falschen Stelle. Die Gefahr für ihr Geschäftsmodell liege nicht bei der deutschen Wetterbehörde, sondern bei internationalen Wetterkonzernen etwa aus den USA.

Gegen das Urteil des Landgerichts Bonn kann der Deutsche Wetterdienst innerhalb eines Monats Berufung einlegen (Az.: 16 O 21/16).

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 59,99€ (USK 18)
  2. 9,99€
  3. (-70%) 2,99€

Putenbuch 23. Nov 2017

der DWD künftig den kommerziellen Wetterdiensten auch Geld für die Bereitstellung der...

spaetzlesdrucker 17. Nov 2017

Bei den vielen Wetterapps gibt es meiner Meinung nach große Unterschiede, die zunächst...

My1 17. Nov 2017

naja gewissermaßen ist eine App und deren Pflege ohnehin nicht unwichtig da man so die...

My1 17. Nov 2017

und was ist bspw mit den ÖRs? werden durch staatlich festgelegte Gelder finanziert und...

quark2017 17. Nov 2017

Also ich habe mir das Gesetz angeschaut. Dort steht u.a.: "Der Deutsche Wetterdienst...


Folgen Sie uns
       


Samsung Galaxy Z Flip - Hands on

Das Galaxy Z Flip ist Samsungs zweites Smartphone mit faltbarem Display - und besser gelungen als das Galaxy Fold.

Samsung Galaxy Z Flip - Hands on Video aufrufen
Golem Akademie: IT-Sicherheit für Webentwickler als Live-Webinar
Golem Akademie
"IT-Sicherheit für Webentwickler" als Live-Webinar

Wegen der Corona-Pandemie findet unser Workshop zur IT-Sicherheit für Webentwickler nicht als Präsenzseminar, sondern im Netz statt: in einem Live-Webinar Ende April mit Golem.de-Redakteur und IT-Sicherheitsexperte Hanno Böck.

  1. Golem Akademie Zeitmanagement für IT-Profis
  2. Golem Akademie IT-Sicherheit für Webentwickler
  3. In eigener Sache Golem-pur-Nutzer erhalten Rabatt für unsere Workshops

Star Trek - Picard: Hasenpizza mit Jean-Luc
Star Trek - Picard
Hasenpizza mit Jean-Luc

Star Trek: Picard hat im Vorfeld viele Erwartungen geweckt, die nach einem etwas holprigem Start erfüllt wurden. Die neue Serie macht Spaß.
Achtung! Spoiler!
Eine Rezension von Tobias Költzsch

  1. Machine Learning Fan überarbeitet Star Trek Voyager in 4K
  2. Star Trek - Der Film Immer Ärger mit Roddenberry
  3. Star Trek Voyager Starke Frauen und schwache Gegner

Coronakrise: IT-Freelancer müssen als Erste gehen
Coronakrise
IT-Freelancer müssen als Erste gehen

Die Pandemie schlägt bei vielen IT-Freiberuflern schneller zu als bei Festangestellten. Schon die Hälfte aller Projekte sind gecancelt. Überraschung: Bei der anderen Hälfte läuft es weiter wie bisher. Wie das?
Ein Bericht von Peter Ilg

  1. Corona Lidl Connect setzt Drosselung herauf
  2. Coronakrise SPD-Chefin warnt vor Panik durch ungenaues Handytracking
  3. Buglas Corona-Pandemie zeigt Notwendigkeit der Glasfaser

    •  /