Urteil angekündigt: Gericht lehnt Vergleich um Affen-Selfie ab

Der Streit über die Urheberrechte an einem Affen-Selfie ist doch noch nicht beendet. Das zuständige Gericht lehnt den merkwürdigen Vergleich zwischen Tierschützern und einem Tierfotografen ab.

Artikel veröffentlicht am ,
Selbstporträt des Makaken "Naruto" auf Indonesien
Selbstporträt des Makaken "Naruto" auf Indonesien (Bild: Public Domain)

Der juristische Streit über die Rechte an einem Affen-Selfie wird doch noch geklärt. Zwar hatten die beteiligten Prozesspartner im September 2017 einen außergerichtlichen Vergleich geschlossen, doch das zuständige Bundesberufungsgericht in San Francisco lehnte die Vereinbarung nun ab. Ein Gericht sei nicht verpflichtet, einen Vergleich zu akzeptieren, wenn dahinter beispielsweise das "strategische Interesse" eines Klägers stehen könnte, konkrete Urteile zu vermeiden, heißt es unter Berufung auf vergleichbare Entscheidungen.

Das Gericht weist in seinem Beschluss darauf hin, dass der Makaken-Affe nicht an dem Vergleich beteiligt war. Das könnte dazu führen, dass weitere Klagen in dem Streit erhoben würden. In seinem Urteil dürfte das Gericht damit der Frage nachgehen, in welcher Form Tiere überhaupt an einem Prozess beteiligt werden können. Ebenfalls ist strittig, ob Tiere Urheberrechte an einem Foto beanspruchen können oder ob eine Tierschutzorganisation wie Peta im Namen eines Tieres die Rechte durchsetzen kann.

Jahrelanger Rechtsstreit

Der Fall war im August 2014 bekanntgeworden, weil in der Wikipedia mehrere Fotos hochgeladen worden waren, die der Naruto genannte Affe mit der Kamera des britischen Fotografen David Slater im Jahr 2011 geknipst hatte. Das Onlinelexikon weigerte sich nach einer Beschwerde des Fotografen, die Bilder zu entfernen. Das Argument: Slater verfüge über kein Urheberrecht an den Fotos, da er die Bilder nicht selbst aufgenommen habe. Wenige Wochen später sprach die US-Copyright-Behörde Tieren grundsätzlich die Rechte an eigenen Werken ab.

Peta ging anschließend noch einen Schritt weiter. Die Organisation verlangte eine Entschädigung für den Affen, weil der Fotograf die Bilder unrechtmäßig auf der Plattform Blurb vermarktet haben soll. Doch der zuständige Bezirksrichter wies die Klage gegen Slater und Blurb im Januar 2016 ab.

Mit dem Vergleich vom vergangenen September wollte Peta den Prozess beenden. Möglicherweise wollte die Organisation damit verhindern, im Falle einer weiteren Niederlage auf Gerichtskosten von Hunderttausenden Dollar sitzenzubleiben. Der Fotograf hatte sich im Vergleich verpflichtet, 25 Prozent der künftigen Einnahmen aus einem Buch mit den Affenfotos für den Erhalt der Makaken-Lebensräume in Indonesien zu spenden.

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plutoniumsulfat 19. Apr 2018

Interessanter wäre die Frage, was mit Fotos ist, die Der Affe selbst inszeniert, wenn man...

Icestorm 19. Apr 2018

Solange man Tiere kein Recht am eigenen Bild zugesteht, dass man sie als Neugeborene auf...

picaschaf 19. Apr 2018

Vor allem weil eigentlich klar ist, dass der Affe keine Urheberrechte inne halten kann...

Aufstandsboxer 18. Apr 2018

Leider findet das deutsche Recht hierbei aber keine Anwendung, da Foto, Affe und...



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