Urheberrechtsverletzung: US-Marine muss Strafe an deutsche Firma bezahlen

Die US-Marine wurde von einem Gericht in den USA für schuldig befunden, eine Urheberrechtsverletzung begangen zu haben. Nun muss sie der Klägerin, der Firma Bitmanagement Software GmbH aus Deutschland, 154.000 US-Dollar bezahlen.
Diese hatte der US-Marine eine Urheberrechtsverletzung vorgeworfen, da diese die 3D-Virtual-Reality-Software BS Contact Geo auf 558.466 Maschinen installiert habe, obwohl sie nur über 38 Lizenzen verfügte und noch in Verhandlung mit der Bitmanagement Software GmbH über weitere Lizenzen stand.
Daraufhin verklagte die Bitmanagement Software GmbH die US-Marine auf fast 600 Millionen US-Dollar wegen "vorsätzlicher Urheberrechtsverletzung" , wie das Onlinemagazin Gizmodo berichtet(öffnet im neuen Fenster) .
Bei der Software handelt es sich um einen 3D-Viewer, der es laut der Unternehmenswebseite "ermöglicht, hochmoderne 2D/3D-Inhalte zu visualisieren und mit ihnen zu interagieren" . Diese können aus verschiedenen Quellen wie Landvermessungen, CAD, Satellitenbilder oder luftgestütztes Laserscanning stammen.
Laut den Gerichtsakten hat die US-Marine die Software von allen Rechnern deinstalliert, nachdem Bitmanagement im Jahr 2016 die entsprechende Klage eingereicht hatte. Demnach soll die Software nur noch auf 34 Arbeitsplätzen aus Bestandszwecken laufen.
Marine muss nur für einen Teil der installierten Programme bezahlen
"Die Regierung wusste oder hätte wissen müssen, dass sie eine Lizenz zum Kopieren der Bitmanagement-Software auf jedes der Geräte, auf denen die Bitmanagement-Software installiert war, erwerben musste. Die Regierung hat es dennoch versäumt, solche Lizenzen zu erstehen" , heißt es von Seiten der Bitmanagement Software GmbH in den Gerichtsdokumenten.
Das bestritt die US-Marine jedoch: Demnach will die US-Marine das Recht gehabt haben, Kopien der Software anzufertigen und diese auf weiteren Rechnern zu installieren. "Der Angeklagte behauptet ferner, dass die Marine Netzwerkinstallationslizenzen für die gleichzeitige Nutzung von BS Contact Geo beschafft hat," heißt es in den Gerichtsdokumenten.
Die Bitmanagement Software GmbH forderte daraufhin 1.067,76 US-Dollar pro Lizenz, während ein von der Marine beauftragter Sachverständiger von Pricewaterhouse Coopers entgegenhielt, dass der Preis pro Lizenz nur bei 200 US-Dollar liege. In Anbetracht der begrenzten Nutzung der Software hielt das Gericht die bereits erwähnte Lizenzzahlung über 154.400 US-Dollar für angemessen.



