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Beklaut Google wirklich die Verlage?

3. Ohne das Leistungsschutzrecht klauen sich Google und Co. die Inhalte der Medien

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Das ist leider kein Mythos mehr, sondern eine ausgemachte Lüge. Sie wird auch dadurch nicht wahrer, dass der Präsident des deutschen Zeitungsverlegerverbandes, Mathias Döpfner, sie allen Ernstes kürzlich auf einer Medientagung verbreitete. Auch der Verhandlungsführer im Europaparlament, Axel Voss (CDU), behauptete dies in einem Interview. Alles Weitere zu dieser Thematik hat kürzlich Stefan Niggemeier auf Uebermedien.de ausführlich erklärt. Zum Glück für Döpfner und Voss gehört es ins Reich der Mythen, dass Lügnern eine lange Nase wächst.

Eine Variante des Mythos besteht darin, dass die Nutzer gar keine Artikel mehr lesen, weil ihnen die Überschriften bei Google reichen. So sagte die Grünen-Europaabgeordnete Helga Trüpel der Tageszeitung taz: "Aktuelle Studien zeigen, dass rund die Hälfte der Europäer die Nachrichten des Tages bei Google News liest, also dort durch die Textanreißer scrollt, aber nicht auf die Links klickt. Dann ist es doch klar, dass Anzeigenkunden eher bei Google werben als auf den Verlagsseiten." Das ist gleich doppelt gelogen. Erstens finden sich bei Google News schon länger keine Textanreißer mehr, sondern nur noch die reinen Überschriften. Zweitens hat es auf Google News noch nie Werbung gegeben.

Erstaunlicherweise gab es zuletzt tatsächlich einen Prozess, in dem es um das angeblich unerlaubte Übernehmen von Artikelinhalten ging. Doch den führte ein Zeitungsverlag nicht gegen Suchmaschinen oder Facebook. Stattdessen wollte der Axel-Springer-Verlag der Website Focus.de verbieten, per Bezahlschranke geschützte Inhalte im kostenlosen Internet nachzuerzählen. Unerhört. So etwas würde sich Google nie erlauben. Springer hat den Streit schließlich ohne Urteil beigelegt.

4. Ohne das Leistungsschutzrecht können Verlage nicht mehr überleben

Wie dramatisch die Lage der Medien ist, zeigt der schärfste Verfechter des Leistungsschutzrechts, der Axel-Springer-Konzern. Weil das Internet die Geschäftsmodelle der Verlage offensichtlich kaputtgemacht hat, hat er im vergangenen Jahr nur 300 Millionen Euro Gewinn gemacht. Zugegeben, verglichen mit den fast 13 Milliarden Dollar von Alphabet wirkt das wie Peanuts, doch richtig schlecht geht es dem Verlag nun auch wieder nicht. Außerdem verdient er das meiste Geld inzwischen mit seinen Digitalangeboten.

Oder wollen die Springer-Leute das Geld eigentlich gar nicht für sich erkämpfen, sondern setzen sich ganz uneigennützig für die kleinen Regionalverlage ein? Wer das glaubt ... Die klickstarken Angebote wie Bild.de oder Welt.de dürften von den Leistungsschutzrecht-Einnahmen mit am stärksten profitieren. "Wer hat, dem wird gegeben", heißt es bekanntlich in der Bibel. So hatte alleine Bild.de im Mai 2018 gut 100-mal so viele Visits wie eine durchschnittliche Tageszeitung.

Gerade für kleine Regionalverlage dürften vom imaginären Leistungsschutzrecht-Kuchen nur ein paar Krümel abfallen. In einer ausführlichen Analyse der digitalen Geschäftsmodelle von Lokalzeitungen im aktuellen Journalist spielt das Thema Leistungsschutzrecht daher keine Rolle. Kein Verleger setzt anscheinend darauf, damit signifikante Einnahmen zu erzielen.

Selbst wenn das Leistungsschutzrecht scheitern würde und alle Nachrichtenangebote von Suchmaschinen ausgelistet würden, würde Springer davon mit am stärksten profitieren. Denn dann gehen die Nutzer direkt auf die Homepages der Verlage, statt über Suchmaschinen oder soziale Medien. Und nutzen vermehrt die bekannten Marken, wie das Beispiel Spanien gezeigt hat. Möglicherweise ist genau das das Ziel des Leistungsschutzrechts.

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rldml 26. Jun 2018

Das ist bei dezentralen Netzen eher selten der Fall - wichtig wäre eine Nutzungslizenz...

rldml 26. Jun 2018

Das eigentlich Lustige ist ja, dass ich inzwischen oft auf den Kontext der Nachricht...

Aki-San 22. Jun 2018

Anscheinend hat der OP überhaupt nicht richtig gelesen. In Kurzform: Altlasten wollen...

Aki-San 22. Jun 2018

Qualitativ hochwertiges Material muss natürlich geschützt werden, vorallem wenn der...

ClausWARE 21. Jun 2018

Aber wohl auch nur, weil sie zur Zeit zu unwichtig sind. Sobald eine weitere Partei...


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