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Urheberrechtsklage gegen KI-Entwickler: Sony und Warner verklagen Anthropic

Sony Music und Warner Chappell werfen Anthropic Urheberrechtsverletzungen beim Training des KI-Modells Claude vor.
/ Nils Matthiesen
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Sony und Warner verklagen Anthropic wegen Urheberrechtsverletzungen. (Symbolbild) (Bild: Anna Shvets / Pexels)
Sony und Warner verklagen Anthropic wegen Urheberrechtsverletzungen. (Symbolbild) Bild: Anna Shvets / Pexels

Die Musikverlage Sony Music Publishing und Warner Chappell Music haben am 28. August 2026 beim US-Bezirksgericht für den nördlichen Bezirk von Kalifornien Klage(öffnet im neuen Fenster) gegen den KI-Entwickler Anthropic eingereicht. Die Kläger richten laut eines Berichts von Musicbusinessworldwide(öffnet im neuen Fenster) ihre Vorwürfe neben dem Unternehmen auch gegen die Mitgründer Dario Amodei und Benjamin Mann. Sie beschuldigen Anthropic, Zehntausende geschützte Musikkompositionen als Trainingsdaten für die Claude-Modelle sowie in deren Ausgaben ohne Erlaubnis verwendet zu haben.

Damit klagen nun die Verlagssparten aller drei großen Musikkonzerne gegen Anthropic. Universal Music Publishing Group, Concord Music Group und ABKCO reichten bereits im Oktober 2023 Klage ein. Dieselben Verlage schoben im Januar 2026 eine zweite Klage über mehr als 20.000 Werke nach, in der sie über drei Milliarden US-Dollar verlangen. BMG zog im März 2026 wegen 493 Kompositionen vor Gericht, Round Hill Music folgte am 17. August 2026.

Vorwurf illegaler Torrent-Downloads

Sony Music Publishing und Warner Chappell Music fordern Schadensersatz von bis zu 150.000 US-Dollar pro vorsätzlicher Schutzrechtsverletzung sowie bis zu 25.000 US-Dollar für jedes entfernte Urheberrechtsmerkmal. Neben einem Geschworenenverfahren verlangen sie die Vernichtung aller Kopien und eine Offenlegung der Trainingsdaten.

Die Klageschrift führt vier Punkte an: direkter Urheberrechtsverstoß durch Torrent-Downloads gegen alle Beklagten, Beihilfe dazu gegen Amodei und Mann sowie direkter Verstoß und das Entfernen von Copyright-Informationen durch Anthropic. Laut Klageschrift habe Mann im Juni 2021 mindestens fünf Millionen raubkopierte Bücher über Bit Torrent von Library Genesis heruntergeladen. Mitarbeiter sollen im Juli 2022 weitere zwei Millionen Werke von Pirate Library Mirror bezogen haben. Diese Angaben stammen aus Ermittlungen im Verfahren Bartz gegen Anthropic. Zudem wirft die Klage dem Unternehmen das Scraping von lizenzierten Textportalen wie Musixmatch und Lyricfind vor.

Sicherheitsmechanismen leicht zu umgehen

Zu den betroffenen Werken gehören Titel wie Ain't No Mountain High Enough, All I Want for Christmas is You, Eye of the Tiger, Livin' On a Prayer, September, Hallelujah, Uptown Funk und Paper Rings von Taylor Swift. Das Modell soll Liedtexte Wort für Wort ausgeben. Schutzmaßnahmen nach früheren Klagen ließen sich durch Umformulierung der Prompts umgehen.

Ähnliche Fälle laufen gegen den KI-Musikgenerator Suno. Sony Music und Universal Music klagen dort bereits seit 2024 wegen KI-Trainings auf urheberrechtlich geschützten Aufnahmen; im Mai 2026 beantragten sie, die Zahl der geltend gemachten Verletzungen von 560 auf über 61.000 Werke auszuweiten.

Ein Urteil steht dort noch aus. Warner Music hatte sich mit Suno bereits im November 2025 verglichen und eine Lizenzpartnerschaft geschlossen. In Deutschland entschied das Landgericht München I im Juli 2026 in einem separaten, nicht rechtskräftigen Urteil zugunsten der Gema gegen Suno und verwarf dabei auch die von Suno geltend gemachte Fair-Use-Einrede.


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