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In nur einem Jahr: Google verarbeitet Löschanfragen für fünf Milliarden Links

Die Durchsetzung von Urheberrechten in der Google -Suche scheint zunehmend von Bots ausgehandelt zu werden. Die Löschanfragen nehmen extreme Ausmaße an.
/ Marc Stöckel
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Google hat 2025 mehr DMCA-Löschanfragen verarbeitet als je zuvor. (Bild: FABRICE COFFRINI/AFP via Getty Images)
Google hat 2025 mehr DMCA-Löschanfragen verarbeitet als je zuvor. Bild: FABRICE COFFRINI/AFP via Getty Images

Immer wieder fordern Rechteinhaber von Google, mit Urheberrechtsverstößen gemäß dem US-amerikanischen Digital Millennium Copyright Act (DMCA) verbundene Inhalte aus den Suchergebnissen zu entfernen. Wie das Newsportal Torrentfreak(öffnet im neuen Fenster) unter Verweis auf Googles aktuellen Transparenzreport(öffnet im neuen Fenster) berichtet, sind auf diese Weise seit dem Jahr 2011 rund 15,8 Milliarden URLs aus dem Suchindex geflogen – knapp ein Drittel davon allein 2025.

Dass die Anzahl der von Google verarbeiteten DMCA-Requests massiv zunimmt, zeichnete sich schon im September ab . Seinerzeit stand der Gesamtzähler bei 14,5 Milliarden URLs, von denen etwa zwei Milliarden innerhalb von fünf Monaten verarbeitet wurden. Zum Vergleich: Vor 15 Jahren soll es 250.000 Löschanfragen innerhalb eines ganzen Jahres gegeben haben.

Zuletzt stieg die Anzahl der Anfragen laut Bericht auf mehr als 14 Millionen pro Tag respektive 10.000 pro Minute an. Torrentfreak spricht daher von einer "Explosion von Löschanfragen" und bezweifelt, dass Google diese manuell prüft. "Die werden wahrscheinlich von einem Algorithmus verarbeitet, der die Entfernung von URLs genehmigt, sofern keine eindeutigen Anzeichen dafür vorliegen, dass etwas nicht stimmt" . heißt es.

Link-Busters greift durch

Zudem geht Torrentfreak davon aus, dass auch aufseiten der Rechteinhaber Bots zum Einsatz kommen, die mögliche Urheberrechtsverletzungen automatisiert an Google melden. Dies gelte insbesondere für Link-Busters, eine für große Buchverlage tätige niederländische Anti-Piraterie-Organisation. Wie die zugehörige Detailseite in Googles Report(öffnet im neuen Fenster) zeigt, haben deren Meldungen in den vergangenen zwei Jahren rapide zugenommen.

Link-Busters soll für über 5,2 Milliarden und damit für knapp ein Drittel aller von Google ausgewiesenen Löschanfragen verantwortlich sein, davon für 3,2 Milliarden allein aus dem Jahr 2025. Dahinter folgen die französische Anti-Piraterie-Gruppe Rivendell(öffnet im neuen Fenster) und die zum Pornhub-Mutterkonzern Aylo gehörige MG Premium Limited(öffnet im neuen Fenster) mit in diesem Jahr bisher 420 Millionen respektive 390 Millionen gemeldeten URLs.

Die meisten Anfragen sind erfolgreich

Erwähnenswert ist, dass ein erheblicher Anteil der Löschanfragen tatsächlich ausgeführt wird, wenngleich nicht jede. Link-Busters erreicht mit über 90 Prozent eine hohe Löschquote; 8,9 Prozent der gemeldeten URLs waren aber von Google (noch) nicht indexiert, 0,4 Prozent waren Duplikate. Nur 0,4 Prozent der Anfragen hat Google zurückgewiesen. Bei Rivendell und MG Premium ist der Anteil zurückgewiesener Anfragen mit unter zwei Prozent ebenfalls gering.

Von den fünf Milliarden Löschanfragen dieses Jahres sollen organisationsübergreifend etwa 35 Prozent noch nicht indexiert, acht Prozent als Duplikate eingestuft und drei Prozent zurückgewiesen worden sein. Lediglich 54 Prozent der gemeldeten URLs wurden laut Bericht aus den Suchergebnissen entfernt. Die nicht indexierten Links werden jedoch wohl auf eine Blacklist gesetzt, so dass diese später nicht in der Suche auftauchen können.


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