Urheberrecht: Datenpanne bei Abmahnsoftware
Die Anwaltskanzlei Pixel Law mahnt regelmäßig Webseitenbetreiber im Namen von Fotografen ab, wenn diese nicht die entsprechenden Rechte erworben haben. In der von der Kanzlei genutzten Software Pixdetect gab es aber Probleme mit der Konfiguration, denn unberechtigte Dritte konnten verschiedene Daten zu erfolgten Abmahnungen einsehen, wie t3n berichtet(öffnet im neuen Fenster).
Auf der Seite war einsehbar, wann welche Abmahnungen verschickt wurden, auch Abmahnungen in Bearbeitung sollen einsehbar gewesen sein. Auch Informationen über Bilder, nach deren unrechtmäßiger Verwendung die Kanzlei fahndet, waren dort nach Angaben des Rechtsanwalts Niklas Plutte abrufbar, der t3n über den Vorfall informierte. Komplette Rechnungen oder Adressen fanden sich aber nicht.
"URL wurde rechtswidrig beschafft"
Die Kanzlei Pixel Law selbst sagte t3n, dass die Seite Pixdetect.com gehackt worden sei. "Wie auch immer der Passwortschutz umgangen worden ist, es ist jedenfalls so, dass sich jemand diese URL rechtswidrig verschafft hat", sagte der Anwalt Andreas Weingärtner. Dass die Seite tatsächlich gehackt wurde, erscheint vor dem Hintergrund der Schilderung allerdings unwahrscheinlich. Wahrscheinlicher ist, dass die Webseite nachlässig konfiguriert war.
Nach Angaben von t3n ließen sich die Informationen nach Eingabe von /home.php aufrufen, was für eine falsche Konfiguration spricht. Die Webseite bilder-lizenzieren.de ist derzeit offline. Das Unternehmen nutzt die Software Pixdetect, hinter der eine Firma aus Bayreuth steht.
Allein im Jahr 2016 soll die Kanzlei bis zu 580 Abmahnungen verschickt haben. Die Gesamtzahl der im System vermerkten Verstöße entspreche nicht automatisch der Anzahl der Abmahnungen, sagte Anwalt Weingärtner: "Die Fotografen markieren, welche potenziellen Verstöße ihrer Meinung nach abgemahnt werden sollen. Die Anzahl dieser Markierungen entspricht nicht der Anzahl der tatsächlichen Abmahnungen".
Nachtrag vom 8. September 2016, 17:09 Uhr
Die Kanzlei Pixel Law hat uns mittlerweile kontaktiert und lässt mitteilen, dass die Software eines anderen Unternehmens für die Probleme verantwortlich sei. "Es handelt sich vielmehr um die Datenbank eines von uns völlig unabhängigen Dokumentationsunternehmens, das noch nicht einmal unser Vertragspartner ist", sagte Anwalt Andreas Weingärtner. Die Firma sei kein Vertragspartner der Kanzlei, vielmehr seien die einzelnen Fotografen die entsprechenden Vertragspartner.
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