Urheberrecht: Tetris-Entwickler kritisieren White-House-Spieleklon
The Tetris Company hat sich öffentlich gegen ein von der US-Regierung veröffentlichtes Videospiel ausgesprochen. Das berichtet die New York Times(öffnet im neuen Fenster). Das Spiel Build the Wall ist ein Klon des Puzzlespiels Tetris(öffnet im neuen Fenster). Spielende bauen darin eine Grenzmauer auf, um eine Zombie-Horde an der Grenze zwischen den USA und Mexiko aufzuhalten.
In einer Stellungnahme bei Instagram(öffnet im neuen Fenster) betonte The Tetris Company, dass sie nicht an der Entstehung von Build the Wall beteiligt war. Das Unternehmen erklärte, Tetris stehe für das Verbinden von Menschen und nicht für deren Trennung. Zudem verwies die Firma darauf, Urheberrechtsverletzungen sehr ernst zu nehmen. Das Spiel gehört zu einer Reihe von fünf einfachen Titeln auf einer offiziellen Regierungswebsite(öffnet im neuen Fenster), die politische Inhalte bewerben sollen. Dazu zählt auch Rio Run, ein Klon des Klassikers Snake, bei dem Spielende Immigranten an der Südgrenze festnehmen.
Rechtliche Präzedenzfälle und Markenrechte
Tetris wurde 1984 von dem sowjetischen Software-Ingenieur Alexey Pajitnov entwickelt. Bei dem Puzzlespiel fallen verschieden geformte Blöcke herab, die zu vollständigen Zeilen sortiert werden müssen. The Tetris Company schützt ihre Marke konsequent. Im Jahr 2012 gewann das Unternehmen ein wichtiges Urheberrechtsverfahren gegen den Entwickler eines Tetris-Klons. Das Gericht bestätigte damals, dass Urheberrechte auch das visuelle Erscheinungsbild und das Spielgefühl eines Videospiels schützen.
Ein Begleitvideo der US-Regierung nutzt zudem Elemente des Videospielherstellers Sega. Die Aufnahme enthält eine Variante des Firmenlogos, den gesungenen Markennamen sowie urheberrechtlich geschützte Musik aus der Reihe Sonic the Hedgehog.
Kritik aus der Unterhaltungsindustrie
Die Veröffentlichung reiht sich in eine Serie von Konflikten mit Rechteinhabern ein. Bereits im vergangenen November verurteilte die Musikerin Olivia Rodrigo(öffnet im neuen Fenster) die Nutzung eines ihrer Lieder in einem Video des Heimatschutzministeriums zur Förderung von Massenabschiebungen.
Zudem nutzte das Heimatschutzministerium im Oktober eine Werbebotschaft mit Bezug zur Videospielreihe Halo(öffnet im neuen Fenster). In dem Beitrag wurden Immigranten mit einer feindlichen Spezies aus dem Spiel verglichen. Der Entwickler Microsoft erklärte dazu lediglich, dass man zu diesem Sachverhalt nichts mitzuteilen habe.
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