Urheberrecht: Täglich eine Million Löschanfragen an Google

Nicht nur für das "Recht auf Vergessen" muss Google Links aus dem Index löschen. Die Zahl der Anfragen zu Urheberrechtsverletzungen ist in den vergangenen Jahren extrem gestiegen.

Artikel veröffentlicht am ,
Google erhält täglich eine Million Löschanfragen zum Urheberrecht.
Google erhält täglich eine Million Löschanfragen zum Urheberrecht. (Bild: Google/Screenshot: Golem.de)

Der Suchmaschinenkonzern Google erhält täglich eine enorme Menge Löschanfragen zu urheberrechtlich geschützten Inhalten. Wie aus einem aktuellen Transparenzbericht des Unternehmens hervorgeht, gingen allein im vergangenen Monat mehr als 30 Millionen Ersuchen ein, um Links auf Seiten mit urheberrechtsverletzenden Inhalten zu löschen. Diese betrafen fast 50.000 Domains und mehr als 4.500 Urheberrechtsinhaber. In der Zahl sind nur die Anfragen enthalten, die über das entsprechende Webformular eingingen, was für rund 95 Prozent der Ersuchen gilt.

Stellenmarkt
  1. Operations Manager (m/w/d)
    Interhyp Gruppe, Berlin
  2. IT-Servicemanager (m/w/d)
    Amprion GmbH, Dortmund
Detailsuche

Seit Einführung des Webformulars im Juli 2011 ist die Zahl der Anfragen demnach stark gestiegen. Registrierte der Konzern Anfang 2012 wöchentlich nur mehrere hunderttausend Anfragen, stieg die Zahl seitdem kontinuierlich auf derzeit fast acht Millionen in der Woche an. Einige Institutionen und Unternehmen zeichnen sich dabei durch besonderen Fleiß beim Antragstellen aus. So hat die Anti-Piraterie-Firma Degban seit 2011 mehr als 93 Millionen URLs zur Löschung aus dem Google-Index gemeldet. Knapp dahinter folgt die British Recorded Music Industry (BPI) mit ebenfalls rund 93 Millionen Ersuchen vor der Recording Industry Association of America (RIAA) mit mehr als 55 Millionen Anträgen. Der Bundesverband Musikindustrie beantragte im selben Zeitraum in 387.430 Fällen die Löschung von URLs.

Kaum Löschanträge von Behörden

Am häufigsten betrafen die zu löschenden URLs die Seiten von filestube.com, dilandau.eu, rapidgator.net, 4shared.com und zippyshare.com mit zum Teil mehr als elf Millionen Anträgen. Zur früheren Seite megaupload.com von Kim Dotcom gab es rund 13.000 Anträge, was laut Google weniger als 0,1 Prozent der indexierten Seiten der Domain betraf. Der Filehoster war Anfang 2012 geschlossen worden.

Verhältnismäßig niedrig ist im Vergleich dazu die Zahl der Löschanträge, die von Behörden und Gerichten gestellt wurden. Weltweit belief sich die Zahl im ersten Halbjahr 2014 auf rund 3.800. In Deutschland erhielt Google in diesem Zeitraum 138 Anfragen. In drei von vier Fällen kam Google dem Ersuchen nach. In den meisten Fällen ging es dabei um die Verletzung von Persönlichkeitsrechten. Einige wenige Fälle gab es zur nationalen Sicherheit, zu Volksverhetzung, Markenschutz, Urheberrecht und Regierungskritik.

Golem Karrierewelt
  1. C++ Programmierung Basics: virtueller Fünf-Tage-Workshop
    05.-09.09.2022, virtuell
  2. Blender Grundkurs: virtueller Drei-Tage-Workshop
    06.-08.09.2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Seit einem Urteil des Europäischen Gerichtshof (EuGH) zum "Recht auf Vergessen" ist Google zudem verpflichtet, auch Links auf legale Inhalte zu entfernen, wenn sich herausstellt, "dass die Informationen in Anbetracht aller Umstände des Einzelfalls den Zwecken der in Rede stehenden Verarbeitung durch den Suchmaschinenbetreiber nicht entsprechen, dafür nicht oder nicht mehr erheblich sind oder darüber hinausgehen". Inzwischen hat Google fast hunderttausend Anträge auf Basis dieser Entscheidung erhalten. Allerdings streben die EU-Mitgliedstaaten an, in der geplanten Datenschutzverordnung das Verfahren zur Löschung von Suchmaschineneinträgen eigens zu regeln.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


furanku1 22. Aug 2014

Die "halten nicht her", die haben die Grundlagen dieses Themas geschaffen. Es ist...

janitor 22. Aug 2014

"Die Wahrheit" gibt es manchmal nicht sondern liegt sehr oft im Auge des Betrachters ;)

__destruct() 22. Aug 2014

Seit wann gibt es das Wort denn nicht mehr? Ich habe zuerst im Online-Duden nachgeschaut...

iu3h45iuh456 21. Aug 2014

Ich würde dir gerne widersprechen aber leider hast du absolut Recht. Wir erleben gerade...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Pico Neo 3 Link im Test
Günstig wie Metas Quest 2 und ohne Facebook-Zwang

Nahezu identische Hardware ohne Facebook: Das Pico Neo 3 Link ist für VR-Neulinge, die jedoch auf Bytedance' Ökosystem wetten müssen.
Ein Test von Achim Fehrenbach

Pico Neo 3 Link im Test: Günstig wie Metas Quest 2 und ohne Facebook-Zwang
Artikel
  1. Datenleck: E-Mail-Adressen beim NFT-Marktplatz Opensea geklaut
    Datenleck
    E-Mail-Adressen beim NFT-Marktplatz Opensea geklaut

    Opensea meldet ein Datenleck mit mehr als 1,8 Millionen E-Mail-Adressen von NFT-Käufern und warnt vor Phishing.

  2. US-Streaming: Immer mehr Netflix-Abonnenten kündigen nach einem Monat
    US-Streaming
    Immer mehr Netflix-Abonnenten kündigen nach einem Monat

    Netflix hat zunehmend Probleme, neue Abonnenten zu halten. Der Anteil an Neukunden, die nach einem Monat wieder kündigen, steigt.

  3. Rockstar Games: Viele Details zu GTA 6 geleakt - oder gefälscht
    Rockstar Games
    Viele Details zu GTA 6 geleakt - oder gefälscht

    Ein gangbasierter Onlinemodus, drei spielbare Charaktere in der Kampagne: Ein möglicher Leak zu GTA 6 sorgt für Diskussionen.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Gigabyte RX 6800 679€ • Samsung SSD 2TB (PS5-komp.) 249,90€ • MindStar (Zotac RTX 3090 1.399€) • Nanoleaf günstiger • Alternate (TeamGroup DDR4-3600 16GB 49,99€, Be Quiet Silent Tower 159,90€) • iPhone SE (2022) günstig wie nie: 481,41€ • Switch OLED günstig wie nie: 333€ [Werbung]
    •  /