Abo
  • Services:
Anzeige
Mit der sogenannten Google-Steuer will Spanien das Auffinden illegaler Inhalte erschweren.
Mit der sogenannten Google-Steuer will Spanien das Auffinden illegaler Inhalte erschweren. (Bild: Scott Barbour/Getty Images)

Urheberrecht: Spanien besteuert Hyperlinks

Mit der sogenannten Google-Steuer will Spanien das Auffinden illegaler Inhalte erschweren.
Mit der sogenannten Google-Steuer will Spanien das Auffinden illegaler Inhalte erschweren. (Bild: Scott Barbour/Getty Images)

Spanien will stärker gegen illegale Downloads vorgehen. Dazu hat die Regierung ein Gesetz beschlossen, das selbst für Textzitate wie Hyperlinks eine Abgabe verlangt.

Die spanische Regierung hat ein umstrittenes Gesetz verabschiedet, das selbst kleinste Textzitate unter Urheberrecht stellt. Von der Neufassung des Gesetzes zum geistigen Eigentum sind sogar Hyperlinks betroffen. Wer gegen das Urheberrecht verstößt, dem drohen künftig bis zu 300.000 Euro Geldstrafe oder sechs Jahre Gefängnis.

Anzeige

Spanien will mit dem Gesetz gegen die große Zahl illegaler Downloads vorgehen. Offiziellen Angaben zufolge werden bis zu 84 Prozent aller digitalen Inhalte im Land illegal bezogen. Die Verluste der Kreativbranche aufgrund von Urheberrechtsverletzungen sollen sich auf rund 16 Milliarden Euro belaufen. Das Ley de Propriedad Intelectual (LPI) soll die Verbreitung von Downloadlinks nun eindämmen. Spaniens Bildungsminister José Ignacio sprach von einer "Pionierleistung für Europa".

Das spanische Kultusministerium zweifelt die Zahlen allerdings an und bezeichnete den Bericht als eine "von Interessengruppen in Auftrag gegebene Meinungsstudie".

Auch private Blogs sind betroffen

Dem Gesetz zufolge können bei Nachrichten, Unterhaltungsinhalten oder Meinungstexten Gebühren verlangt werden. Betroffen sind sowohl wirtschaftlich betriebene Seiten als auch private Blogs. Auch die reine Verlinkung reicht schon aus. Entsprechend sind von der in Spanien als Google-Steuer bekannten Novelle auch die Betreiber von Suchmaschinen betroffen. Selbst Universitäten sollen künftig eine Pauschalabgabe von fünf Euro je Student zahlen. Das gilt auch, wenn es sich bei den Inhalten um Creative-Commons-Angebote handelt. Die genaue Berechnung der Zahlungen ist noch offen.

Mit dem Gesetz will Madrid auch den Schutz von Fotografen und Journalisten verbessern, deren Inhalte online abrufbar sind. Beobachtern zufolge dürften aber vor allem Verlage von den Neuerungen profitieren. Der Verband spanischer Zeitungsverleger (AEDE) sprach vom "wichtigsten Schritt, den jemals eine spanische Regierung zum Schutz der Presse unternommen hat".

Unternehmer fürchten um Innovationskraft

Vertreter der digitalen Werbetreibenden kritisierten den Schritt dagegen. Vom Verband IAB hieß es, die Abgeordneten hätten die Komplexität der Lage nicht verstanden. Das Gesetz behindere das digitale Ökosystem durch eine unverhältnismäßige Kriminalisierung der verbreiteten Kommunikationspraxis. Internet-Unternehmen äußerten Bedenken, weil viele Geschäfte von der Verlinkung auf andere Inhalte abhingen. Auch Google äußerte sich bereits im Februar kritisch zu den Plänen.

Die spanische Regierung stellte klar, dass soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter von der Änderung ausgenommen seien. Ab wann das Gesetz im Einzelfall greift, ist bislang unklar. Ähnlich wie bei dem 2013 in Deutschland eingeführten Leistungsschutzrecht dürften Gerichte in den kommenden Monaten für eine verbindliche Interpretation des Gesetzestextes sorgen.


eye home zur Startseite
KaHe 29. Jul 2014

Es wird bestimmt gerecht an die geistigen Eigentümer verteilt!

slashwalker 28. Jul 2014

Dann geht man in Zukunft also nicht mehr auf www.boerse.bz sondern auf www.facebook.com...

Nolan ra Sinjaria 28. Jul 2014

letztens mit nem kollegen unerhalten. 1. punkt "nutzt du eigentlich noch bookmarks oder...

nolivier 28. Jul 2014

Sehr geehrter User Sie und Ihr Vorgänger haben nun linkähnlich mehrfach Texte zu...

violator 28. Jul 2014

Oder das Gesetz einfach typisch Politiker. Irgendwas festlegen, aber nicht genau...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Home Shopping Europe GmbH, Ismaning
  2. Automotive Safety Technologies GmbH, Wolfsburg
  3. Kommunales Rechenzentrum Niederrhein GmbH, Kamp-Lintfort
  4. Techniker Krankenkasse, Hamburg


Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. (u. a. Hacksaw Ridge, Deadpool, Blade Runner, Kingsman, Arrival)
  2. (u. a. Logan Blu-ray 9,97€, Deadpool Blu-ray 8,97€, Fifty Shades of Grey Blu-ray 11,97€)

Folgen Sie uns
       


  1. Apple

    Ladestation Airpower soll im März 2018 auf den Markt kommen

  2. Radeon Software Adrenalin 18.2.3

    AMD-Treiber macht Sea of Thieves schneller

  3. Lifebook U938

    Das fast perfekte Business-Ultrabook bekommt vier Kerne

  4. Wochenrückblick

    Früher war nicht alles besser

  5. Raumfahrt

    Falsch abgebogen wegen Eingabefehler

  6. Cloud

    AWS bringt den Appstore für Serverless-Software

  7. Free-to-Play-Strategie

    Total War Arena beginnt den Betabetrieb

  8. Funkchip

    US-Grenzbeamte können Pass-Signaturen nicht prüfen

  9. Telekom-Chef

    "Sorry! Da ist mir der Gaul durchgegangen"

  10. WD20SPZX

    Auch Western Digital bringt flache 2-TByte-HDD



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Sam's Journey im Test: Ein Kaufgrund für den C64
Sam's Journey im Test
Ein Kaufgrund für den C64
  1. THEC64 Mini C64-Emulator erscheint am 29. März in Deutschland
  2. Sam's Journey Neues Kaufspiel für C64 veröffentlicht

Age of Empires Definitive Edition Test: Trotz neuem Look zu rückständig
Age of Empires Definitive Edition Test
Trotz neuem Look zu rückständig
  1. Echtzeit-Strategie Definitive Edition von Age of Empires hat neuen Termin
  2. Matt Booty Mr. Minecraft wird neuer Spiele-Chef bei Microsoft
  3. Vorschau Spielejahr 2018 Zwischen Kuhstall und knallrümpfigen Krötern

Samsung C27HG70 im Test: Der 144-Hz-HDR-Quantum-Dot-Monitor
Samsung C27HG70 im Test
Der 144-Hz-HDR-Quantum-Dot-Monitor
  1. Volumendisplay US-Forscher lassen Projektion schweben wie in Star Wars
  2. Sieben Touchscreens Nissan Xmotion verwendet Koi als virtuellen Assistenten
  3. CJ791 Samsung stellt gekrümmten Thunderbolt-3-Monitor vor

  1. Re: An alle Schreihälse die meinen gucken reicht

    unbuntu | 17:09

  2. Re: Und in Deutschland haben wir die Telekom

    bombinho | 17:00

  3. Re: Ätzend

    thinksimple | 16:55

  4. Re: Wartbarkeit

    wo.ist.der... | 16:55

  5. Re: Aendert sich der Azimut von Start zu Start ?

    Eheran | 16:54


  1. 11:53

  2. 11:26

  3. 11:14

  4. 09:02

  5. 17:17

  6. 16:50

  7. 16:05

  8. 15:45


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel