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Urheberrecht: Sony macht Tencent im Horizon-Rechtsstreit schwere Vorwürfe

Im Rechtsstreit um Light of Motiram verschärft Sony die Vorwürfe gegen Tencent . Durch Marketing sei irreparabler Schaden verursacht worden.
/ Peter Steinlechner
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Neues Artwork von Light of Motiram (Bild: Tencent)
Neues Artwork von Light of Motiram Bild: Tencent

Sony hat in einer neuen Gerichtsantwort scharf auf Tencents Antrag reagiert, die laufende Klage um das Spiel Light of Motiram abzuweisen. Der Playstation-Konzern wirft Tencent vor, mit dem angeblichen Horizon-Nachbau bereits jetzt Schaden angerichtet zu haben – durch Trailer, öffentliche Auftritte und gezieltes Marketing.

Sony hatte im Juli 2025 eine Klage gegen Tencent eingereicht, in der Light of Motiram als "sklavische Kopie" der Horizon-Reihe bezeichnet wurde. Tencent beantragte nun laut Game Post(öffnet im neuen Fenster) die Abweisung der Klage mit dem Argument, es liege noch kein "reifes" Verfahren vor, da das Spiel erst 2027 erscheinen soll.

Dagegen betont Sony: Die Verteidigung verkenne die Tatsachenlage, der Schaden sei längst eingetreten und setze sich fort.

Zudem kritisiert Sony Tencents Vorgehensweise, die rechtliche Verantwortung durch ein Geflecht von Tochtergesellschaften wie Polaris Quest und Aurora Studios zu verschleiern.

Rechtsstreit mit grundsätzlicher Bedeutung

Dem Bericht nach halte der Mutterkonzern Tencent Holdings die Markenrechte und führe Spielerträge ohne klare Zuordnung in Finanzberichten auf. Nach Auffassung von Sony seien das Hinweise auf direkte Kontrolle durch Tencent.

Ein weiterer zentraler Punkt betrifft die Hauptfigur von Light of Motiram, die laut Sony zu stark an Aloy aus Horizon erinnert. Haarfarbe, Kleidung und Posen in Marketingmaterialien seien gezielt so gestaltet, dass Spielerinnen und Spieler die Spiele verwechseln könnten. In Presse und Community sei das Projekt daher häufig als "Horizon-Ripoff" bezeichnet worden; inzwischen wurden allerdings viele Elemente geändert .

Sony fordert, Tencents Antrag auf Abweisung abzulehnen, und beantragt Zugang zu internen Dokumenten im Rahmen der Beweisaufnahme. Der Streit könnte als Präzedenzfall für Urheberrechtsfragen in der Games-Branche gelten und zeigen, wie empfindlich große Marken auf mögliche Nachahmungen reagieren.


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