Urheberrecht: Simpsons-Pirat muss 7 Millionen Euro Schadensersatz zahlen

Ein kanadisches Bundesgericht hat mit 10 Millionen Kanadischen Dollar die bisher höchste Schadensersatzsumme für Urheberrechtsverletzungen verhängt. Der Verurteilte hatte rund 87 Millionen Besuchern Zugriff auf urheberrechtlich geschütztes Material des Fernsehsenders Fox gewährt.

Artikel veröffentlicht am , Lars Sobiraj
Simpsons-Erfinder Matt Groening mit Bart und Homer bei einer Veranstaltung in Hollywood
Simpsons-Erfinder Matt Groening mit Bart und Homer bei einer Veranstaltung in Hollywood (Bild: Robyn Beck / AFP)

Das Bundesgericht im kanadischen Toronto hat den früheren Betreiber zweier Webseiten zu Schadensersatz in Höhe von 10 Millionen Kanadischen Dollar (rund 6,91 Millionen Euro) verurteilt. Der Verurteilte hatte über externe Player Folgen der Zeichentrickserien "Die Simpsons" und "Family Guy" auf seinen Webseiten eingebunden. Der Betreiber hatte "Watch The Simpsons Online" und "Watch Family Guy Online" im Jahr 2008 und 2009 gestartet.

Im Jahr 2008 wurde eine Domain nach ersten juristischen Auseinandersetzungen beschlagnahmt. Auch der Streaming-Hoster musste mehrfach ausgetauscht werden. Im Jahr 2010 erließ der US-amerikanische Filmverband MPAA die ersten Unterlassungsanordnungen. Der Fernsehsender Fox erwirkte schließlich im Oktober 2013 nach einer Klage eine Durchsuchung der Räumlichkeiten des mutmaßlichen Betreibers.

Die kürzlich vom Bundesgericht festgesetzte Gesamtsumme setzt sich aus den 10 Millionen Kanadischen Dollar Schadensersatz, 80.000 Kanadischen Dollar (rund 55.000 Euro) Verfahrenskosten und 500.000 Kanadischen Dollar (rund 346.000 Euro) Geldbuße zusammen.

Weil der Betreiber direkt von den Werbeeinnahmen profitierte, spielte es für das Gericht offenbar eine untergeordnete Rolle, ob die Werke auf dessen eigenen Servern vorgehalten wurden. Nach Ansicht der Rechtsanwaltskanzlei des Klägers soll das Urteil abschreckend auf mögliche Täter mit kommerziellen Absichten wirken.

Der ehemalige Betreiber gab bekannt, der Rechteinhaber Fox treibe das Geld mit allen Mitteln ein, weswegen eine Privatinsolvenz angemeldet worden sei. "Sie haben mein Leben ruiniert und werden es tun, solange sie mich und meine Familie nicht in Ruhe lassen. Sie haben eine Fliege mit einer Atombombe erschlagen", sagte der Mann dem Magazin Torrentfreak.

Selbst seinem ärgsten Feind würde er sein Schicksal nicht wünschen. Den "Dinosauriern" der Unterhaltungsindustrie rät er, den Konsumenten endlich das zu geben, wonach sie verlangen. Es müsse endlich möglich sein, den Fans die Videos schnell, einfach und weltweit zu übertragen.

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crazypsycho 06. Jan 2014

Verstehe da jetzt den Zusammenhang nicht ganz?!

most 06. Jan 2014

Das ging mit 160x120 briefmarkenclips im originalton 1997/98 hier los. Man brauchte...

Bi3rvernichter 06. Jan 2014

Naja, w4lkingdead ist keine Tante Erna, sind dort ALLE Folgen jeder Staffel in 2...

Anonymouse 05. Jan 2014

Vielleicht hat er ja noch andere Ausgaben gehabt, die er jetzt nciht mehr decken kann.



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