Urheberrecht: Red Hat nutzt GPL-Erweiterung für alle neuen Projekte
Die Linux-Kernel-Entwickler haben im vergangenen Herbst eine Absichtserklärung zur Durchsetzung der GPLv2 verabschiedet, um diesem Vorgang etwas an Schrecken zu nehmen. Dieser Idee schlossen sich kurz darauf auch Linux-Distributor Red Hat und viele weitere Firmen an. Wie der Chefjurist von Red Hat, Richard Fontana, nun mitteilt, will das Unternehmen die speziell dafür geschaffene Lizenzerweiterung in allen künftigen freien Softwareprojekten verwenden(öffnet im neuen Fenster).
Üblicherweise sieht die GPLv2 eine direkte Terminierung der Lizenz bei Nichteinhaltung vor. Im Gegensatz dazu bietet die GPLv3 Distributoren von Code die Möglichkeit an, durch eine Fehlerkorrektur wieder Lizenzkonformität herzustellen, ohne dass die Lizenz unmittelbar terminiert wird. Dieser als "Heilung" bezeichnete Teil der Lizenz wird im Rahmen der Initiative von Red Hat also künftig auch auf neue Projekte erweitert, die unter GPLv2 und LGPLv2.1 stehen.
In der Vergangenheit hat vor allem die FSF immer wieder darum geworben, dass Projekte auf die GPLv3 wechseln, um unter anderem von den Vorteilen zu profitieren, die sich aus dem Absatz zur "Heilung" ergeben. Das ist in vielen Fällen aber nicht möglich oder von den Entwicklern wegen anderer Bestandteile der GPLv3 nicht gewollt. Deshalb nutzen auch weiterhin einige neue Projekte die GPLv2 und LGPLv2.
GPL-Erweiterung stärkt Community
Wie Fontana erklärt, soll der nun angekündigte Schritt über das bereits vor einigen Monaten gegebene Unternehmensversprechen zu dieser GPL-Erweiterung hinausgehen. Denn durch das Hinzufügen des Absatzes zu neuen Projekten werde garantiert, dass die Lizenzerweiterung auch für Beiträge von externen Entwicklern gelten könne und nicht nur für Code, dessen Urheberrecht bei Red Hat und seinen Angestellten liege.
Ziel der gesamten Initiative ist es, Streitigkeiten zu Open-Source-Lizenzen und vor allem der GPLv2 des Linux-Kernels möglichst rasch beizulegen und für mehr Transparenz bei den freien Lizenzen zu sorgen. Dies soll explizit die Community-Ziele der GPL-Durchsetzung unterstützen, die Free Software Foundation (FSF) gemeinsam mit der Software Freedom Conservancy formuliert hat.
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