Urheberrecht: Rechteinhaber wollen illegales IPTV per DDoS angreifen

In Ungarn überlegen Rechteinhaber gemeinsam mit dem Gesetzgeber, wie sich legale DDoS-Angriffe auf illegale IPTV-Dienste umsetzen lassen.

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Rechteinhaber wollen illegale IPTV-Dienste per DDoS angreifen.
Rechteinhaber wollen illegale IPTV-Dienste per DDoS angreifen. (Bild: Mohamed Hassan/Pixabay)

Rechteinhaber tun sich schwer, gegen illegales Internetfernsehen vorzugehen. Der ungarische Kommunikationsverband (MKSZ) überlegt nun laut dem Onlinemagazin Torrentfreak, mit DDoS-Angriffen (Distributed Denial of Service) gegen illegale IPTV-Dienste vorzugehen.

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Der ungarische Kommunikationsverband will in den vergangen Jahren über 100 illegale Anbieter bei den Behörden gemeldet haben. Die Ermittlungen durch die Strafverfolgungsbehörden seien jedoch langsam und ineffektiv, bemängelte die MKZ demnach. Laut Torrentfreak wurde seit 2018 nur ein Fall geschlossen, der mit einem Schuldspruch, einer Schadensersatzzahlung und einer einjährigen Haftstrafe auf Bewährung endete. Dies habe den Rechteinhabern jedoch nicht ausgereicht, um eine abschreckende Botschaft zu senden.

In einem Runden Tisch mit ungarischen Interessenvertretern inklusive Gesetzgeber, Rechteinhabern, Internetdienstanbietern und Rundfunkanstalten ging es dem MKSZ daher darum, andere Wege zu finden. Ziel ist es demnach herauszufinden, ob die Möglichkeit besteht, rechtlich abgesicherte DDoS-Angriffe gegen IPTV-Anbieter zu starten, wie es in einer Mitteilung an den ungarischen Fernsehsender Media1 heißt.

RIPE soll IP-Adressen für legale DDoS-Angriffe festlegen

"Aus Gründen der Rechtsgültigkeit und der internationalen Transparenz sollte das RIPE auf Initiative der ungarischen Kommunikationsbehörde einen bestimmten IPv4/IPv6-Adressbereich für legale und registrierte DDoS-Angriffe festlegen und öffentlich zugänglich machen", heißt es in dem Vorschlag.

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Die Behörden sollten anschließend eine geeignete, professionelle Organisation ernennen, die mit einer entsprechenden gesetzlichen Ermächtigung berechtigt ist, die IP-Adressen der illegalen IPTV-Dienste per DDoS anzugreifen, so der Vorschlag. "Wenn der illegale Diensteanbieter [einen DDoS-Angriff] entdeckt und eine IP-Adresse ändert und die illegale Signalverbreitung von dort aus fortsetzt, könnte er dies nur mit einer erheblichen Zeitverzögerung tun."

Die neue IP-Adresse könnte anschließend wieder per DDoS angegriffen werden, schreibt die MKSZ. Durch die mehrmalige Wiederholung würden die Kunden des Dienstes aufgrund der schlechten Qualität des Dienstes ihr Abonnement einstellen - der Täter erziele somit keine Einnahmen mehr.

Die DDoS-Angriffe aus der Urheberrechtsindustrie hätten potenziell katastrophale Folgen, die vom MKSZ allerdings in etwas Gutes umgedeutet würden. Demnach solle der Schaden für unbeteiligte Dritte aus dem durch die DDoS-Angriffe resultierenden Chaos bei den Hostinganbietern dazu führen, dass letztere ihre Kunden in Zukunft besser aussuchen, so der der ungarische Kommunikationsverband.

Dass die Idee eines legalen DDoS-Angriffes umgesetzt wird, ist jedoch äußerst unwahrscheinlich. Zudem müssten Rechteinhaber wohl mit Gegenangriffen rechnen.

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Prypjat 20. Sep 2022 / Themenstart

Bist Du ein Bot? Und wenn ja, gibt es dann bald mal ein Update für Dich? Diesen...

Prypjat 20. Sep 2022 / Themenstart

Auf den Typen musst Du gar nicht reagieren. Selbst wenn man noch so deutlich schreibt das...

Fwk 20. Sep 2022 / Themenstart

Illegales streaming ist genau so illegal. Schadet der Wirtschaft, der film und streaming...

NaruHina 20. Sep 2022 / Themenstart

Die Behörde kann es sich einfach machen. "Studio xyz darf Anbieter xyi angreifen" Wie...

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