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Urheberrecht: Neues Lizenzmodell unterscheidet zwischen analog und digital

Analog oder digital – die "Do What the Fuck You Want to Public Digital License" unterscheidet stärker als andere zwischen den beiden Formaten. Ausgedacht hat sie sich ein deutscher Blogger, der ein Buch unter der Lizenz veröffentlichen will.
/ Steve Haak
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Das Buch von Michael Seemann auf der Crowdfunding-Plattform Startnext.de (Bild: Michael Seemann/Startnext.de)
Das Buch von Michael Seemann auf der Crowdfunding-Plattform Startnext.de Bild: Michael Seemann/Startnext.de

Weil das Urheberrecht für die Vertriebswege seines Buchprojekts ungeeignet sei, hat sich Blogger und Kulturwissenschaftler Michael Seemann (Mspro(öffnet im neuen Fenster)) ein neues Modell ausgedacht – die "Do What the Fuck You Want to Public Digital License" (WTFPDL(öffnet im neuen Fenster)). Sie unterscheidet zwischen digitalen und gedruckten Werken stärker als andere.

Seemann glaubt, dass "wir es beim Digitalen und Analogen informationsökonomisch mit zwei Sphären zu tun haben, in denen unterschiedliche Gesetzmäßigkeiten herrschen". Darum habe er sich gefragt, warum es keine Lizenz gebe, die das berücksichtigt.

Zusammen mit der Kanzlei iRights.law(öffnet im neuen Fenster) hat er schließlich die WTFPDL entwickelt. Sie besagt: "Im Digitalen soll vollkommene Freiheit gelten. Alles soll erlaubt sein. Für gedruckte Werke gelte weiterhin das jeweilige Urheberrecht." Viel komplizierter dürften Lizenzen in einer Welt, in der jeder mit urheberrechtlich geschütztem Material hantiert, auch nicht sein, sagt Seemann.

Digital an der richtigen Stelle

Die WTFPDL ist von der WTFPL(öffnet im neuen Fenster) abgeleitet, der 'Do What The Fuck You Want to Public License'. Die WTFPL erlaubt die Verwendung und Weiterverarbeitung, ohne daran irgendwelche Bedingungen zu knüpfen. Den Unterschied zwischen digital und analog macht sie allerdings nicht, darum hat Seemann das Wort Digital "an der richtigen Stelle" eingefügt.

Der Kulturwissenschaftler Seemann will die Lizenz gleich für ein erstes Buchprojekt anwenden. Denn sie gebe ihm "die Möglichkeit, das Buch für jeden, der es in digitaler Form lesen will, auf maximal freie Weise zugänglich zu machen und gleichzeitig mit den exklusiven Printrechten einen Printverlag zu suchen." Denn Geld verdienen wolle er mit dem Buch trotzdem.

Nach dem Kontrollverlust

Für das Buchprojekt sucht Seemann per Crowdfunding(öffnet im neuen Fenster) Unterstützer. In dem Buch soll es um die Zeit nach dem digitalen "Kontrollverlust" gehen, wie er die Zeit nach den Enthüllungen über die NSA-Spähprogramme durch US-Whistleblower Edward Snowden nennt. Es solle "die Gefahren dieses Umbruchs thematisieren und aufzeigen, wie wir am besten mit ihnen umgehen können." "Das neue Spiel – Nach dem Kontrollverlust", soll das Buch heißen.

Seemann beschäftigt sich seit Jahren mit den Auswirkungen der Netzwelt auf das Leben. Seit mehr als drei Jahren bloggt er dazu auf Ctrl-verlust.net(öffnet im neuen Fenster). Außerdem hält er Vorträge an Universitäten und wissenschaftlichen Konferenzen zu seinen Themen Kontrollverlust im Internet, Plattformneutralität und Queryology.


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