Abo
  • Services:
Anzeige
Urheberrecht: Mein Plattenladen heißt Herunterladen
(Bild: Burn the asylum)

Urheberrecht: Mein Plattenladen heißt Herunterladen

Urheberrecht: Mein Plattenladen heißt Herunterladen
(Bild: Burn the asylum)

In der hitzigen Debatte um das Urheberrecht und Schutzfristenverlängerungen ärgert sich der Filmemacher Dietrich Brüggemann vor allem über eins: Alle reden nur über andere. Deshalb spricht er jetzt von sich.

Sven Regener schimpft und wird beschimpft. 51 Tatort-Drehbuchautoren sind sauer und werden gescholten. Der Chaos Computer Club antwortet und kriegt eins auf die Mütze. Alle kloppen sich. Und zwar wegen Urheberrechten sowie einer Partei, die die Piraterie im Namen trägt. Piraten und Netzaktivisten befürchten eine Welt, in der Firmen wie Disney und Bertelsmann auf jedes geschriebene Wort, jede gepfiffene Melodie und jede Zeile Programmcode sofort ihren Copyright-Stempel draufknallen, dem Urheber dafür anderthalb Cent hinwerfen, das Werk die nächsten 180 Jahre in den Kerker sperren und nur für horrende Summen herauslassen. Die Musiker, Schriftsteller und Filmemacher hingegen befürchten eine Entwicklung, bei der ihre gesamte Arbeit von gierigen, bleichen Computerkindern ins Netz gestellt wird und sie beziehungsweise wir alle verhungern.

Es gibt zwei Dinge, die mich daran stören.

Zum einen die Hysterie. In den beiden oben geschilderten Szenarien steckt der gleiche Denkfehler: Man beobachtet eine Entwicklung, verlängert sie in die Zukunft und gerät in Panik. Das ist so, als säße ich auf dem Beifahrersitz eines Autos, das an der Ampel losfährt, würde den Tacho beobachten und sagen: Verdammt, jetzt haben wir schon in sieben Sekunden von null auf fünfzig beschleunigt, wenn das so weitergeht, werden wir demnächst die Schallmauer durchbrechen, da sollte ich jetzt besser mal dem Fahrer laut schreiend ins Steuer greifen und den Wagen gegen die nächste Wand lenken.

Anzeige

Und zum anderen: Alle reden immer nur von den anderen. Niemand redet von sich selbst. Aber wenn man herausfinden will, wie Menschen funktionieren, ist es meistens genau die richtige Strategie, von sich auf andere zu schließen. Diese Lücke würde ich also gern schließen und ein wenig von mir selber reden, von meinem Leben als Produzent und Konsument urheberrechtlich geschützter Werke.

Was nützt mir schöne Musik ohne die Textrechte?

Bis zum 20. Geburtstag las ich eigentlich nur Bücher. Die meisten davon aus öffentlichen Bibliotheken. Ab und zu holte ich mir einen Film aus der Videothek. Alle paar Monate kaufte man bei Drogerie Müller eine CD aus dem Independent-Regal.

Die Jahre zwischen 20 und 24 verbrachte ich mit untergeordneten Tätigkeiten am Filmset sowie der Arbeit an einem Musikprojekt, das nie an die Öffentlichkeit gelangte. Ich hatte diverse Gedichte von Michael Ende vertont, die Lieder finde ich bis heute recht schön, öffentliche Aufführungen waren aber aufgrund der Textrechte immer nicht ganz einfach, und als sich irgendwann die eine oder andere Plattenfirma dafür interessierte, wurde es richtig kompliziert und verlief dann irgendwie im Sande.

Später, als ich dann auf der Filmhochschule war, arbeitete ich eine Zeit lang nebenher für eine Musikvideofirma. Wir bekamen von den großen Plattenfirmen neue Songs. Das meiste war schlimmer Kaugummiplastikpop. Im Jargon der Plattenfirmen waren das aber Newcomer, in die man jetzt erheblichen finanziellen Aufwand steckte, ihnen ein Video für durchschnittlich 20.000 bis 40.000 Euro drehte, das dann auf MTViva laufen sollte, damit die Kids das gut finden und die dazugehörige Single und am besten auch das Album erwerben konnten.

Ich war in dieser Zeit irgendwie nicht so gut auf die Musikindustrie zu sprechen und kaufte kaum Musik. Über unseren langsamen ISDN-Anschluss lud ich aber auf Verdacht allerhand herunter, das meiste war nicht so interessant, einiges haute mich um und führte zu CD-Erwerb und Konzertbesuch.

Ich kaufte viel und lud noch mehr herunter 

eye home zur Startseite
Stevie 21. Apr 2012

Hach, muss das Leben schön sein in deinem bunten Regenbogenland :)

BerlinerMaxe 14. Apr 2012

Du Vojel! Ick kopiere Nullen und Einsen seit es den C64 gab! Software seitdem sie mit...

Amüsierter Leser 14. Apr 2012

Hmm... ich bin nicht bei den Grünen, aber mir ist auch nicht aufgefallen, dass die...

Sermon 14. Apr 2012

Als Kind (so mit 11-12 Jahren) hatte ich mal Gitarrenunterricht. Meine Gitarrenlehrerin...

JulesCain 14. Apr 2012

Natürlich ist es nicht legal! Das will ich auch gar nicht behaupten. Jedoch geht es mehr...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Württembergische Versicherung AG, Stuttgart
  2. AGRAVIS Raiffeisen AG, Münster
  3. E. M. Group Holding AG, Wertingen
  4. DPD Deutschland GmbH, Aschaffenburg


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 42,49€
  2. 8,49€
  3. 22,99€

Folgen Sie uns
       


  1. Apple iOS 11 im Test

    Alte Apps weg, Daten weg, aber sonst alles gut

  2. Bitkom

    Ausbau mit Glasfaser kann noch 20 Jahre dauern

  3. Elektroauto

    Nikolas E-Trucks bekommen einen Antrieb von Bosch

  4. HHVM

    Facebook konzentriert sich künftig auf Hack statt PHP

  5. EU-Datenschutzreform

    Bitkom warnt Firmen vor Millionen-Bußgeldern

  6. Keybase Teams

    Opensource-Teamchat verschlüsselt Gesprächsverläufe

  7. Elektromobilität

    In Norwegen fehlen Ladesäulen

  8. Metroid Samus Returns im Kurztest

    Rückkehr der gelenkigen Kopfgeldjägerin

  9. Encrypted Media Extensions

    Web-DRM ist ein Standard für Nutzer

  10. TP Link Archer CR700v

    Einziger AVM-Konkurrent bei Kabelroutern gibt auf



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Wireless Qi: Wie die Ikealampe das iPhone lädt
Wireless Qi
Wie die Ikealampe das iPhone lädt
  1. Noch kein Standard Proprietäre Airpower-Matte für mehrere Apple-Geräte

Edge Computing: Randerscheinung mit zentraler Bedeutung
Edge Computing
Randerscheinung mit zentraler Bedeutung
  1. Software AG Cumulocity IoT bringt das Internet der Dinge für Einsteiger
  2. DDoS 30.000 Telnet-Zugänge für IoT-Geräte veröffentlicht
  3. Deutsche Telekom Narrowband-IoT-Servicepakete ab 200 Euro

Kein App Store mehr: iOS-Nutzer sollten das neue iTunes nicht installieren
Kein App Store mehr
iOS-Nutzer sollten das neue iTunes nicht installieren
  1. Betriebssystem Apple veröffentlicht Goldmaster für iOS, tvOS und WatchOS
  2. iPhone X Apples iPhone mit randlosem OLED-Display kostet 1.150 Euro
  3. Apple iPhone 8 und iPhone 8 Plus lassen sich drahtlos laden

  1. Armes Deutschland

    Der Mauritianer | 22:43

  2. SFTP Windows Server?

    Delacor | 22:34

  3. Re: Kaum Handlungssequenzen... Warum steht das bei -?

    _2xs | 22:33

  4. Re: Bei mir waren es 5 von 100 Apps...

    devzero | 22:33

  5. Re: warum nicht für switch?

    _2xs | 22:31


  1. 19:04

  2. 18:51

  3. 18:41

  4. 17:01

  5. 16:46

  6. 16:41

  7. 16:28

  8. 16:11


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel