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Ich kaufte viel und lud noch mehr herunter

Die erste Musikvideofirma ging Ende 2002 pleite, aus den Trümmern formierte sich eine neue, dort arbeitete ich eine Zeit lang als Regieassistent. 2006 lernte ich ein Mädchen kennen, das Platten auflegte und nichts als Musik im Kopf hatte. Ich betrat eine neue Welt. Auf einmal war alles voller Bands, die kein Schwein kannte und die wundervolle Musik machten, aus Blogs, auf denen man jede neue Platte herunterladen konnte, und dass man sie sich bei Gefallen dann auch kaufte, war eh klar.

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Mein Musikkonsum schnellte in die Höhe, ich lud mehr herunter, als ich anhören konnte, kaufte Tonträger, hatte auf einmal zahlreiche neue Lieblingsbands, ging auf Konzerte, legte mir einen Plattenspieler zu, wühlte in Plattenläden herum, wir gründeten mit einem dritten Freund eine Musikzeitschrift, die nur eine Ausgabe erlebte, und veranstalteten gemeinsame DJ-Abende, auf denen wir nur Sachen spielten, die wir selber toll fanden.

Copyright auf unseren Alltag

Im selben Zeitraum arbeitete ich am Drehbuch für meinen zweiten Langfilm und konnte es nicht fassen: Ich wurde zum ersten Mal im Leben nennenswert bezahlt. Wenn man sein Glück nicht fassen kann, dass man für das, was man da tut, auch noch Geld kriegt, ist man ja angeblich im richtigen Job gelandet. Wobei andererseits das Schreiben von Drehbüchern mit dem Begriff Arbeit ja durchaus ganz gut beschrieben ist. Ein Spaziergang ist es nämlich nicht.

Was beim Filmemachen aber immer wieder wahnsinnig nervt, ist das Copyright, das auf jedem Furz drauf ist. Klingeltöne sind vermintes Gelände, jedes Bild, das irgendwo an der Wand hängt, ist ein potenzielles Problem, man darf nicht Happy Birthday singen, das Radio muss um Gottes Willen aus sein. Die Alltagswelt, in der wir leben und die wir ja im Film verdammt nochmal zeigen wollen, besteht immer mehr aus urheberrechtlich geschützten Dingen.

Ich werde nicht reich und mache niemanden arm

Über all die Jahre habe ich übrigens kaum Filme gekauft. Auf DVD nicht, weil die Auflösung im Vergleich zum Kino immer noch ein Witz ist. Auf Blu-ray auch nicht, weil ich keinen Sinn darin sehe, einen Film, den ich mir höchstwahrscheinlich nur einmal ansehe, mir für Jahrzehnte ins Regal zu stellen.

Zur Videothek gehe ich fast nie. Zu umständlich, wenn man abends um 22 Uhr 30 beschließt, noch einen Film zu gucken, und dann muss irgendjemand das Ding auch noch zurückbringen. Gäbe es einen gut sortierten Video-On-Demand-Streamingdienst, ich wäre mit Begeisterung dabei. Ach, den gibt es schon? Stimmt, iTunes. Kürzlich kamen wir auf die Idee, man könnte sich den Klassiker Und täglich grüßt das Murmeltier ansehen. Den gibt es bei iTunes - zum Kaufen, für 7,99 €. Ich glaube, das kann man noch besser machen.

Musik lade ich weiterhin gern herunter, bei iTunes und Amazon und von den Künstlern direkt, aber auch von irgendwelchen Blogs. Platten kaufe ich auch weiter, Bücher ebenso. Seit gut einem Jahr drehe ich auch wieder Musikvideos. Fast alle für eine kleine, sympathische Plattenfirma in Hamburg. Viel Geld ist da nie im Spiel, aber es macht Spaß. Meinen Lebensunterhalt bestreite ich mit Drehbüchern und Regie für Spielfilme. Reich bin ich dadurch bisher nicht geworden, aber das war auch nicht das Ziel, wobei ich andererseits überhaupt nichts gegen Reichtum einzuwenden hätte, falls er sich mal einstellen sollte.

 Urheberrecht: Mein Plattenladen heißt HerunterladenWas lernen wir daraus? 
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Stevie 21. Apr 2012

Hach, muss das Leben schön sein in deinem bunten Regenbogenland :)

BerlinerMaxe 14. Apr 2012

Du Vojel! Ick kopiere Nullen und Einsen seit es den C64 gab! Software seitdem sie mit...

Amüsierter Leser 14. Apr 2012

Hmm... ich bin nicht bei den Grünen, aber mir ist auch nicht aufgefallen, dass die...

Sermon 14. Apr 2012

Als Kind (so mit 11-12 Jahren) hatte ich mal Gitarrenunterricht. Meine Gitarrenlehrerin...

JulesCain 14. Apr 2012

Natürlich ist es nicht legal! Das will ich auch gar nicht behaupten. Jedoch geht es mehr...


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